Diätpillen, die krank machen

Stiftung Warentest hat Schlankmacher aus dem Internet überprüft. Das Ergebnis: Keines der Mittel können die Tester empfehlen. Im Gegenteil: Die meisten Pillen sind sogar gefährlich für die Gesundheit.

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Es klingt verlockend. Und es ist so einfach: Ein paar Klicks im Internet, ein Postbote, der ein Päckchen mit Pillen vorbeibringt und dann soll er wahr werden, der Traum von der Bikini-Figur.

Doch aus dem Traum kann schnell ein Alptraum werden: Dann, wenn Diätpillen Schweißausbrüche, Herzrasen und Depressionen verursachen - statt die Kilos schmelzen zu lassen.

Die Stiftung Warentest hat 16 Schlankheitsmittel (Wert bis 152 Euro) aus dem Internet im Labor überprüft.

Hier die wichtigsten Ergebnisse:

  • Fast alle getesteten Mittel (13 von 16) sind gesundheitsgefährdend
  • Inhaltsstoffe wurden teilweise falsch oder gar nicht angegeben
  • Vorsicht vor Fatburnern: In dem Schlankmacher "ThermoGenesis" waren beispielsweise 20 Milligramm Ephedrin und 340 Milligramm Koffein enthalten. Ephedrin ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Zu den Nebenwirkungen gehören Herzrhythmus-Störungen und Blutdruckanstieg. Außerdem macht der Wirkstoff abhängig. Die empfohlene Tagesdosis von zwei Kapseln entspricht etwa zehn Tassen Kaffee. Ähnliches gilt für "Dyma-Burn Xtreme".

  • Satt durch Pillen: Der Appetitzügler Sibutramin wird oft heimlich eingesetzt, zum Beispiel in den vier Schlankheitsmitteln von "Lida". Der Hersteller beruft sich auf chinesische Traditionen, die Mittel sind angeblich rein pflanzlich. In Wirklichkeit sind sie gefährlich. Sibutramin kann bereits bei geringer Dosis zu Herzrasen und erhöhtem Blutdruck führen.

  • Anti-Fett-Pille: Die neue Diätpille "Acomplia" ist in Deutschland rezeptpflichtig. Im Internet bekommt man sie auch ohne Rezept. Der Wirkstoff Rimonabant soll den Hunger dämpfen, kann aber auch Depressionen und Angst hervorrufen. (Hier gibt es weitere Infos zu Acomplia) Werden solche Mittel gekauft? Stiftung Warentest fragte nach. 3000 Nutzer beteiligten sich an der Online-Umfrage. Das Ergebnis: 14 Prozent haben die getesteten oder ähnlich zusammen gesetzte Pillen bereits ausprobiert. Einige berichteten von Ess-Störungen und Herz-Kreislauf-Problemen.
  • Und wie wird man nun schlank? "Mehr bewegen, besser essen" rät die Stiftung Warentest. Dabei können wir helfen: Mit der BRIGITTE-Diät und dem BRIGITTE-Diät-Coach. (Tipp: In der nächsten BRIGITTE (Heft 9, ab 11. April am Kiosk) gibt es viele neue Frühlings-Diätrezepte.)

Weitere Informationen zur Studie

Die komplette Studie gibt es bei Stiftung Warentest als Download (Kosten: 1 Euro)

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  • Artikel vom 02.04.2007
  • Text: mhe
    Fotos: Stiftung Warentest