Energiedichte - was steckt dahinter?

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Haben Kalorien jetzt ausgedient?

Nein. Sonst hätten wir keinen Überblick über Soll und Haben unserer täglichen Energiebilanz. Überholt ist aber, sich beim Essen allein an Kalorien zu orientieren. Denn eine Zahl wie 500 oder 1000 sagt nichts darüber, ob wir damit auch satt werden. Dafür ist die Nahrungsmenge maßgeblich, die Magendehnung löst das Sättigungssignal aus.

Offenbar funktioniert unser Signalsystem ziemlich zuverlässig. Wissenschaftler der TU München haben herausgefunden: Wir essen täglich immer etwa die gleichen Mengen zu den drei Hauptmahlzeiten, schwanken aber erheblich in den Kalorien, die wir über den Tag zu uns nehmen. Das liegt vor allem an Snacks, die on top kommen: der Kuchen am Nachmittag, die Chips am Abend zum Beispiel. Umso wichtiger, sich bei den Hauptmahlzeiten richtig satt zu essen. Bei einer Nahrungsmenge von 300 bis 500 Gramm fühlen wir uns satt und zufrieden. Wer, um abzunehmen, ständig weniger isst, vielleicht gar FdH macht, den plagt der Hunger, und die Diät muss zwangsläufig scheitern.

Nicht weniger, sondern anders essen ist der Plan. Und dabei Vorlieben berücksichtigen. Ein Beispiel: Wer gern Wurstbrot isst, wird sich ungern stattdessen für Obst entscheiden. Eher für ein Schinkenbrot. Zum Vergleich: Eine dicke Scheibe Vollkornbrot (40 Gramm) mit 35 Gramm Salami belegt, ergibt eine Essensmenge von 75 Gramm und liefert 210 Kilokalorien; Energiedichte: 2,8 kcal/Gramm. Die Brotscheibe etwas dünner (25 Gramm) und dafür mit üppigen 50 Gramm Schinken belegt, ergibt ebenfalls 75 Gramm Menge bei nur 110 Kilokalorien und einer Energiedichte von 1,5 kcal/Gramm. Gut belegtes Brot, weniger Kalorien - klingt überzeugend. Besonders, wenn man diese Rechnung aufmacht: Würde man jeden Tag zwei Salamibrote essen, hätte man im Vergleich zum Verzehr von zwei Schinkenbroten nach einem Jahr 73 000 Kalorien mehr aufgenommen - das entspricht zehn Kilo Fettgewebe. Ups!

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  • Text: Susanne Gerlach
    Teaserfoto: sunemotion/istockphoto.com