Wirken Fatburner wirklich?

Einfach ein paar Kapseln mit Chrom, Koffein oder L-Carnitin einwerfen, schon stimmt die Figur - das wird zumindest behauptet. Doch was können so genannte Fatburner wirklich? Die neuesten Erkenntnisse.

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Fettverbrenner

Ganz oben auf der Hitliste steht der angebliche Schlankmacher L-Carnitin. Tatsächlich spielt die aminosäureähnliche Substanz eine wichtige Rolle bei der Fettschmelze im Körper. Denn sie sorgt dafür, dass Fettsäuren in die Muskeln gelangen, wo sie dann verbrannt werden.
Schlankmacher oder nicht?
Mehr L-Carnitin und die Pfunde schwinden - das wird versprochen. Studien zeigen aber: Der Fettsäuretransport arbeitet bereits auf Hochtouren, es wird nicht mehr Fett verbrannt, wenn man viel L-Carnitin schluckt. Außerdem: Unser Körper ist bestens mit dem Stoff versorgt, stellt ihn selbst her. Einen Mangel gibt es auch während einer Diät nicht - wie oft behauptet wird.

  • Kann die Einnahme schaden?
    Schwere Nebenwirkungen sind nicht bekannt. In höheren Dosen kann es aber zu Magen-Darm-Problemen kommen.

Muskelmacher

Chrompräparate sind im Kommen, gelten in den USA schon länger als Schlankmacher. Das Spurenelement mischt u. a. beim Insulinstoffwechsel mit. Ein Mangel kommt hierzulande praktisch nicht vor.
Schlankmacher oder nicht?
Chromgaben sollen den Körperfettgehalt senken und für mehr Muskeln sorgen. Dafür sprechen einige ältere Studien. Neuere zeigen jedoch: Die Chromeinnahme beeinflusst weder Muskelaufbau noch Fettmasse.

  • Kann die Einnahme schaden?
    Ob Chrom giftig ist, dazu gibt es kaum Studien. Die Weltgesundheitsbehörde rät, höchstens 250 Mikrogramm pro Tag in Form von Präparaten aufzunehmen. Hände weg aber auf jeden Fall von Chrompicolinat! Die Chromverbindung kann das Erbgut schädigen und darf in Deutschland nicht mehr als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden. Dennoch findet man Produkte mit Chrompicolinat im Internet.

Appetithemmer

Das Ephedra-Kraut ("Ma Huang") spielt in der chinesischen Heilkunde eine wichtige Rolle. Es wird auch als mexikanischer Mormonen- oder Brigham-Tee angeboten. Ephedra kurbelt den Stoffwechsel an, wirkt aufputschend und appetitdämpfend.
Schlankmacher oder nicht?
In einigen Studien erwies sich Ephedrin (der Wirkstoff des Ephedra-Krauts) als wirkungsvolle Abspeckhilfe, besonders in Kombination mit Koffein, das den Effekt noch verstärken kann.

  • Kann die Einnahme schaden?
    Ephedrin steckt als Arznei vor allem in Hustenmitteln und Nasentropfen. Bei unsachgemäßem Gebrauch sind Nervosität, Zittern und Schweißausbrüche noch die harmloseren Nebenwirkungen. In schweren Fällen kann die Droge zu Schlaganfall und zum Tod führen. Außerdem kann Ephedrin süchtig machen, sollte daher nur von Medizinern verordnet werden. Die deutschen Behörden warnen vor dem unkontrollierten Verzehr von Ephedrahaltigen Produkten wie Tees und Nahrungsergänzungsmitteln, die zum Beispiel übers Internet vertrieben werden. Als gesündere Alternative zu Ephedra wird häufig Synephrin beworben. Der Stoff aus der Bitterorange (Citrus Aurantium) soll ähnlich wie Ephedra wirken, angeblich ohne die gefährlichen Nebenwirkungen. Mögliche Risiken sind zur Zeit aber noch völlig ungeklärt.

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  • Text: Susanne Gerlach
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