Wie gesund ist rund?

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Wer sich ausreichend bewegt und ansonsten ausgewogen ernährt, muss also nicht immer auf leckere Pasta und Zimteis verzichten? "Ab und zu darf man sich auch mal Genüssen hingeben", meint Dr. Jens Aberle und rät: "Bloß nicht zu viel an das eigene Gewicht denken." Denn wer sich durch den ständigen Blick auf die Waage selbst unter Druck setzt, könnte damit vielleicht sogar das Gegenteil bewirken. Forscher der Universität Lübeck um Professor Achim Peters haben nämlich festgestellt, dass chronischer Stress den Stoffwechsel im Gehirn verändern kann. Dann fordert es ständig Energienachschub und sendet daher mehr Hungersignale aus, als für den Körper gut sind. Ein gefräßiges "eigennütziges Gehirn", "Selfish Brain", wie die Forscher es nennen, als Ursache für Übergewicht? Stress statt Schokolade als Dickmacher? Vielleicht spricht sich das ja bald herum. Dann würden Frauen sicher vermeiden, sich durch häufige Blicke auf die Waage selbst zu stressen. Und es gäbe keinen Grund mehr für eine ständige kopfgesteuerte Kalorienkontrolle. Endlich könnten wir auch mal wieder bewusst genießen. Und die nächste Freundinnen-Runde wäre gerettet...

So stöhnen viele Frauen über 40. Schnell werden die beginnenden Wechseljahre dafür verantwortlich gemacht. Doch die Wahrnehmung täuscht oft. Vor dem 40. Lebensjahr nehmen Frauen stärker zu als zwischen 40 und 50 oder nach der Menopause, wie die Delight-Studie gezeigt hat. Allerdings verändert sich durch die Hormonumstellung die Fettverteilung im Körper. Der sinkende Östrogenspiegel sorgt dafür, dass sich mehr Fett im Bauchraum sammelt. Auf einmal passt die Hose dann nicht mehr! Hinzu kommt, dass der Grundumsatz des Körpers kontinuierlich sinkt, er also zur Aufrechterhaltung seiner Funktionen mit immer weniger Kalorien auskommt. Wer seine Essgewohnheiten und seinen Lebensstil nicht anpasst, nimmt deshalb zu. Eine Möglichkeit: den Eiweiß-Anteil in der Nahrung zu erhöhen. Dies scheint, wie neueste Ergebnisse einer europäischen Ernährungsstudie* gezeigt haben, ein Zunehmen zu verhindern. Ganz wichtig ist außerdem mehr Bewegung - um den Aufbau von Fettgewebe und den Abbau von Muskelmasse zu vermeiden. Denn nur aktive Muskeln verbrauchen Energie.

* Diogenes-Interventionsstudie unter Mitwirkung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)

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  • Artikel vom 24.07.2008
  • Foto: Getty Images
    Text: Monika Murphy-Witt
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