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Bitterschokolade - welche schmeckt am besten?
Welche Bitterschokolade ist die beste? Lohnt es sich, für die Edelvariante aus dem Schokoladengeschäft viel Geld auszugeben - oder schmeckt auch die Bitterschokolade vom Discounter? Wir haben getestet.
Der Test: Neun BRIGITTE.de-Mitarbeiterinnen probieren und bewerten zehn ausgewählte Sorten Bitterschokolade mit einem Kakaoanteil von 70 bis maximal 75 Prozent. Bei der Blindverkostung ist alles dabei, von der Discounter-Schokolade bis hin zu ganz edlen Sorten. Entsprechend groß ist die Preisspanne, sie reicht von 0,79 Cent bis zu 17,50 Euro für 100 Gramm.
Warum Bitterschokolade? Das Schöne an Bitterschokolade ist, dass man sie mit gutem Gewissen essen kann. Im Vergleich zu Vollmilchschokolade enthält Bitterschokolade weniger Zucker und mehr Kakao (mindestens 60 statt durchschnittlich 35 Prozent bei Vollmilchschokolade). Weniger Zucker ist gut: Hat doch Zucker die unangenehme Begleiterscheinung, Appetit auf mehr und immer noch mehr Zucker zu machen und uns eine Tafel Vollmilch-Schokolade mal so eben aufessen zu lassen. Mit Bitterschokolade wird uns das nicht passieren. Mehr Kakao bedeutet außerdem mehr sekundäre Pflanzenstoffe und damit mehr Radikalfänger, die jung und gesund halten. Das macht aus Bitterschokolade zwar nicht gleich einen Apfel, aber nur Äpfel zu essen, wäre ja auch langweilig.
Platz 1: Rausch, El Cuador (70 Prozent)
Preis pro 100 Gramm: 1,95 Euro
Bewertung: sieht sehr dunkel aus, ist aber mild und wenig bitter, angenehmer Schmelz, runder, angenehm süßer Geschmack, Vanillenote, leicht fruchtig
Platz 2: Vivani, Edel Bitter Ecuador (70 Prozent)
Preis pro 100 Gramm: 1,99 Euro
Bewertung: mattes Aussehen, wenig Säure, gefälliger, runder und fruchtiger Geschmack
Platz 3: J.D. Gross (über Lidl), Ecuador Edelcacao (70 Prozent)
Preis pro 100 Gramm: 0,76 Euro
Bewertung: süß, eher weich-schmelzend bis klebrig, mit Vanillenote
Platz 4: Lindt, Excellence Mild (70 Prozent)
Preis pro 100 Gramm: 1,95 Euro
Bewertung: mattes Aussehen, angenehmer Geruch, süßer, aber dünner, milchig-vanilliger Geschmack, guter Schmelz
Platz 5: Zotter, Labooko dark Peru Criollo (70 Prozent)
Preis pro 100 Gramm: 4,60 Euro
Bewertung: eher helles, glänzendes Aussehen, angenehmer Kakaogeruch, süßlicher, milder Geschmack, zarter Schmelz
Platz 6: Chocolat Bonnat, Porcelana (75 Prozent)
Preis pro 100 Gramm: circa 8,80 Euro
Bewertung: angenehmer Schmelz, kräftig-herber aber auch als sauer empfundener Geschmack, sehr polarisierend
Platz 7: Willie's Cacao, Venezuelan Gold, Rio Caribe (72 Prozent)
Preis pro 100 Gramm: circa 6 Euro
Bewertung: bitter, herb, sehr kräftig, erdig, leicht säuerlich, trocken-pudrig
Platz 8: Original Beans, Piura Porcelana (75 Prozent)
Preis pro 100 Gramm: circa 6,60 Euro
Bewertung: vergleichsweise helle Farbe, herb-säuerlicher, nussig-kakaoiger Geschmack, kein Schmelz
Platz 9: Domori Chuao, Cacao Criollo (70 Prozent)
Preis pro 100 Gramm: circa 17,50 Euro
Bewertung: unangenehm strenger Geruch, säuerlich-bitterer Geschmack, klebrig-schmierig im Mund
Platz 10: Alnatura, Feine Bitter (70 Prozent)
Preis pro 100 Gramm: 0,95 Euro
Bewertung: riecht und schmeckt säuerlich, sehr herb, schmilzt sehr langsam, eher kratzig-pelzig
Das Ergebnis hat uns überrascht: Die edlen, teuren Sorten, von denen Feinschmecker so schwärmen, sind bei uns eher auf den hinteren Plätzen gelandet. Sind die teuren Schokoladen doch nicht so toll, wie uns Gourmets immer glauben machen wollen? Wir haben Georg Bernardini gefragt. Der ausgebildete Chocolatier und ehemalige Mitbegründer der "Confiserie Coppeneur et Campagnon" hat gerade den 700-Seiten-Band Der Schokoladentester
veröffentlicht und dafür über 2500 Schokoladenprodukte verkostet und bewertet. Ihn wundert es nicht, dass die teuren Sorten bei uns - als Laien in Sachen Schokoladen-Verkostung - vergleichsweise schlecht abgeschnitten haben. Grund seien die speziellen Kakaosorten der teureren Hersteller, deren Aromen oft polarisierten. "Die Standard-Supermarkt-Schokoladen schmecken eher flach, sind aber genau auf den Durchschnittsgeschmack abgestimmt", erklärt der Profi in Sachen Schokolade. Sein Favorit bei den Supermarkt-Schokoladen: Die Bio-Schokolade von Hersteller Vivani, unser Platz 2. Von Schokolade mit zugesetzten Aromen rät er ab, weil sie den Gaumen verfälschen und deshalb schlecht für den Geschmackssinn ist.
Bernardinis Tipp für alle, die lieber Vollmilch- als Bitterschokolade essen: Für den Anfang eine dunkle Milchschokolade, wie die 50%-Schokolade Labooko-Ecuador von Zotter probieren. Für ihn ist die vollmundig, süß-milchige und nur leicht bittere Schokolade mit dem tollen Kakao-Charakter die beste Milchschokolade auf dem Markt. Aber seinen persönlichen Favoriten muss letztlich jeder selber finden.
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