Die Wahrheit über Eiweiß beim Abnehmen

Durch einseitige Diäten wie Atkins ist viel Eiweiß im Essen in Verruf geraten. Oder ist doch was dran, dass Eier, Käse, Fleisch beim Abnehmen helfen?

  • 2 Kommentare
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Macht Eiweiß schlank?

Nicht zwangsläufig. Aber: Eiweiß ist der beste Sattmacher, den wir haben. Und wer satt ist, dem fällt es leichter, eine Diät durchzuhalten. Fakt ist außerdem: Eiweiß heizt den Stoffwechsel an. Etwa 30 Prozent der Kalorien, die in Eiweiß stecken, werden zu ihrer Verwertung gleich wieder verbraucht. Das ist deutlich mehr als bei Fett und Kohlenhydraten, insofern macht eiweißreiches Essen nicht so leicht dick. Das heißt aber nicht, dass Abnehmen mit einer eiweißreichen Kost am besten funktioniert, wie es die Atkins-Diät propagiert. Um Gewicht zu verlieren, ist allein die Kalorienmenge entscheidend und nicht, in welchem Verhältnis Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate auf dem Teller liegen, zeigt eine Harvard-Studie. Was Eiweiß aber richtig gut kann: Es schützt vor dem Jojo-Effekt, der die verlorenen Pfunde nach einer Diät prompt zurückbringt, zeigt eine große europäische Studie ("Diogenes"). Am besten nach einer Diät nicht an fettarmen Milchprodukten, magerem Fleisch, Fisch, Eiern und Hülsenfrüchten sparen.

Fazit: Eiweiß ist ein guter Verbündeter im Kampf gegen Übergewicht. Wer abnimmt und ständig hungrig ist, erhöht am besten den Eiweißanteil auf seinem Speiseplan und spart bei den Kohlenhydraten (Fleisch mit Gemüse oder Salat, aber ohne Kartoffeln oder Nudeln; dünn Brot mit dick Schinken oder Quark).

Abends lieber Steak statt Brot?

Letztlich ist es wurscht, ob man Eiweiß abends oder morgens isst. Aber manche Menschen sind mit einem kleinen Steak abends besser satt als mit drei Scheiben Brot. Vorteil Steak: Der Körper verwertet das Eiweiß, deponiert es nicht in den Fettdepots. Wer abends seinen Appetit mit größeren Mengen Brot oder Nudeln stillt, läuft Gefahr, dass der Organismus über Nacht vorwiegend Kohlenhydrate abbaut (das macht er am liebsten) und Fett liegen lässt. Und das passiert umso mehr, wenn wir spät essen und dem Stoffwechsel nicht so viele Stunden bleiben, alles zu verwerten.

Fazit: Entscheiden Sie je nach Uhrzeit und Hunger.

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  • Text: Susanne Gerlach
    Foto: iStockphoto
Letzte Kommentare
  • BRIGITTE.de-Team
    am 18.02.11 um 09:36
    Liebe Breibi,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben Recht, auf den ersten Blick klingt es widersprüchlich: Die Studienergebnisse zeigen, dass es für das Abnehmen egal ist, wie sich die tägliche Kalorienmenge auf Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett verteilt - und das, obwohl rund 30 Prozent der Kalorien aus Eiweiß für deren Verbrennung gleich wieder verbraucht werden und man daraus eigentlich schließen könnte, dass eine stark eiweißhaltige Kost die Kilos schneller verschwinden lässt. Warum das nicht so ist, wäre sicherlich eine spannende Frage für eine neue Studie - lässt sich aber nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht beantworten. Für den Abnehm-Alltag ist sie aber ohnehin nicht relevant, da von einer zu stark eiweißhaltigen Ernährung aus gesundheitlichen Gründen abgeraten wird.

    Zu viel Eiweiß ist schlecht für die Nieren. Wer relativ viel Eiweiß zu sich nimmt, muss viel trinken, um die Abbauprodukte des Eiweißes ausscheiden zu können.

    Ihr Brigitte.de

  • Breibi
    am 16.02.11 um 12:42
    Verstehe ich nicht. Erst schreibt ihr, dass 30 % der Kalorienmenge, die man sich mit Eiweiß zuführt bereits durch den Abbau des Eiweißes wieder verbraucht wird und dass das bei Kohlenhydraten und Fett nicht der Fall ist. Vereinfacht gesagt: Wenn ich 1000 Kcal durch Eiweiß zu mir nehme, dann werden 300 kcal bereits durch den Eiweißabbau verbraucht, 700 kcal müsste ich also noch durch sonstige Körperfunktion oder zusätzliche Bewegung verbrennen. Wenn ich 1000 kcal durch Kohlenhydrate oder Fett zu mir nehme, werden aber laut der ersten Ausage viel weniger Kalorien für die Verwertung der Nahrung abgebaut. Ich muss also deutlich mehr als 700 kcal durch sonstige Körperfunktionen und Bewegung verbrennen. Ich müsste also schneller Atmen oder mehr Joggen. Dann schreibt ihr aber wieder, dass es egal ist, wie sich die tägliche Kalorienmenge auf Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett verteilt. Stehe ich irgendwie auf dem Schlauch?
 
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