Ayurveda: Das Glück liegt im Getreidebrei

Gestresst, ausgelaugt, schlechte Haut: So geht's nicht weiter. BRIGITTE-Mitarbeiterin Merle Wuttke versuchte es mit Ayurveda. Gar nicht so einfach mit zwei kleinen Kindern.

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Frühstück mal anders: Merle Wuttke mit ihren Söhnen Kolja (links) und Fitz

Frühstück mal anders: Merle Wuttke mit ihren Söhnen Kolja (links) und Fitz

Es war ein normaler Tag, wir saßen am Frühstückstisch, und ich sagte zu meiner Familie: "Ab morgen ändere ich mein Leben." Mein Mann antwortete nicht und fütterte das Baby weiter mit Rosinenbrötchen. Ich ändere mein Leben öfter, da verliert man schon mal das Interesse. Doch diesmal meinte ich es ernst. Ich brauchte mehr Energie. Fühlte mich ausgelaugt, gestresst, und meine Ernährung war eine Katastrophe: morgens Milchkaffee, mittags Toast vom Portugiesen und zum Abendbrot hektisch erst Brote, dann Weingummis.

Also verkündete ich ins Schweigen hinein: "Ab heute kochen wir ayurvedisch. Damit fühlt man sich nämlich viel besser." Dabei wusste ich gar nicht viel über diese 3500 Jahre alte indische Wissenschaft. Nur, dass Yoga irgendwie dazugehört und man meist vegetarisch isst. Nach etwa einer Woche mit jeder Menge Bücher verstand ich immerhin, dass ich zunächst einmal herausfinden muss, welchem der drei Dosha-Typen (Vata, Pitta, Kapha) ich angehöre. Sprich, welche Konstitution mein Körper hat. Hilfe dabei bekomme ich von Kerstin Rosenberg, Geschäftsführerin der Europäischen Akademie für Ayurveda und Spezialistin für ayurvedische Ernährung.

Wir gehen meinen Tagesablauf, meine Essgewohnheiten und die Verdauung durch, ob ich mich gern bewege (ja!) und ob ich gut schlafe (nein!). Am Ende kommt heraus: Ich bin ein Pitta-Typ mit Vata- Anteilen. Und die sind aus dem Gleichgewicht geraten, weshalb ich nervös und gereizt reagiere. Ich sei "wie ein Rennpferd, das auf der Weide steht", sagt Frau Rosenberg. Statt zu versuchen, zwanghaft zu entspannen, sollte ich lieber mein dynamisches Pitta pflegen. Das gefällt mir. Doch was heißt das für meine Ernährung?

Nicht vor acht Uhr essen, da das Agni, das Verdauungsfeuer, noch nicht gut arbeitet. Kein Problem, ich bin keine große Frühstückerin. Das aber wird hart: Statt Milchkaffee soll ich warmes Wasser, im Laufe des Vormittags Ingwerwasser trinken. Ansonsten besteht mein Frühstück aus Obst, Nüssen und Trockenfrüchten oder einem warmen Getreidebrei. In meinem Bauch macht sich Skepsis breit. Hört sich nach Arbeit und Hunger an.

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  • Text: Merle Wuttke
    Fotos: Odile Hain
    BRIGITTE Heft 13/08
Letzte Kommentare
  • Iris Zuszek
    am 26.03.11 um 19:00
    Lieber geht der Mensch zugrunde, als das er seine Gewohnheiten ändert.
 
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