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Manchmal nutzen die Mütter in Nordost-Brasilien einen Trick. Wenn ihre Kinder abends weinen und vor Hunger nicht einschlafen können, setzen sie einen Topf mit Wasser auf und legen Steine hinein. Es soll so aussehen, als würden sie kochen. Die Mütter hoffen, dass ihre Kinder über dem Warten einschlafen. Sie haben nichts, was sie ihnen zu essen geben könnten.
Das Beispiel von den Müttern in Brasilien stammt von Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Er erzählt darüber in "We feed the World", einem österreichischen Dokumentarfilm, der seit 27. April im Kino läuft.
Regisseur Erwin Wagenhofer zeigt uns, woher wir unsere Lebensmittel bekommen. Wir erfahren, dass Brasilien 90 Prozent des angebauten Sojas in die EU exportiert. Wir verwenden Sojaschrot in der Tiermast. Gleichzeitig hungert ein Viertel der brasilianischen Bevölkerung.
Der Film zeigt den Alltag der Nahrungsmittelproduktion. Ein Alltag, der dem Verbraucher immer fremder geworden ist. Auf den Verpackungen im Supermarkt sehen wir Kühe auf der Weide, frei laufende Hühner, idyllische Bauernhöfe. Wagenhofer zeigt andere Bilder: Er zeigt Küken, die hilflos auf Förderbänder fallen, betäubte Hühner, die von rotierenden Messern getötet werden und riesige Brotberge, die tagtäglich in Wien und anderswo vernichtet werden.
Regisseur Wagenhofer will diesen Zustand nicht hinnehmen: "Wir können etwas ändern. …Wir gehen in Supermärkte und wir können bestimmen, was wir kaufen", sagt er.
Aber was kann man noch mit gutem Gewissen kaufen? Eine Frage, die der Regisseur in seinem Film nicht beantwortet.
Ist Bio eine Alternative? Brigitte.de hat mit Michael Wimmer gesprochen, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg. Die Erkenntnis: Ökologischer Landbau macht unsere Welt tatsächlich ein bisschen besser. Und: Bio muss nicht immer teurer sein.
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