Ist Milch gesund?

Prima Kalziumquelle oder Dickmacher und Allergieauslöser? Milch macht mobil - Befürworter ebenso wie Gegner.

In diesem Artikel:

Brauchen wir überhaupt Milch?

Sie ist eine erstklassige Kalziumquelle, ein halber Liter liefert die Hälfte dessen, was Erwachsene täglich aufnehmen sollten. Wer auf Milch und Milchprodukte verzichtet, sollte sich an Brokkoli, Grünkohl, Feigen, Mandeln und Sesam halten. Aus pflanzlichen Lebensmitteln ist das Knochenmineral aber für den Körper nicht so gut verfügbar. Man muss daher viel davon essen und sollte zusätzlich noch kalziumhaltiges Mineralwasser trinken.

Stimmt es, dass Milch häufig Allergien auslöst?

Bei Säuglingen schon. Sie reagieren dann mit Hautausschlag. Die Allergie verliert sich aber meist bis zum dritten Lebensjahr. Früher galt deshalb die strikte Regel: im ersten Lebensjahr keine Kuhmilch. Heute weiß man: Milch löst nur eine Allergie aus, wenn die Veranlagung dazu besteht. Falls nicht gestillt wird und es in der Familie weder Heuschnupfen noch sonstige Allergien gibt, dürfen Säugling auch Muttermilch-Ersatznahrungen auf Kuhmilchbasis bekommen.

Viele Menschen vertragen Milch nicht

Etwa 15 Prozent der Deutschen können den Milchzucker in der Milch nicht gut verdauen. Manche von ihnen bekommen Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall. Nur wenige müssen deshalb ganz auf Milch verzichten, denn wie viel die Betroffenen vertragen, ist individuell verschieden. Acht bis zwölf Gramm Milchzucker sind für die meisten okay, die stecken zum Beispiel in 200 Milliliter Milch. Sauermilchprodukte wie Joghurt, Buttermilch oder Frischkäse enthalten wenig Milchzucker, und ihre Milchsäurebakterien unterstützen sogar die Verdauung von Milchzucker. Dass Milch den Darm oder andere Organe verschleime, ist allerdings ein Gerücht.

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  • Text: Eva Meschede
    BRIGITTE Heft 17/2006
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