Genmais vor der Haustür

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Brigitte.de: Wie kann ich sicher gehen, gentechnikfreie Lebensmittel einzukaufen?

Annemarie Volling: Bei Biolebensmitteln darf generell keine Gentechnik eingesetzt werden. Es gibt auch erste gentechnikfreie Milch aus konventioneller Landwirtschaft, die entsprechend gekennzeichnet ist, zum Beispiel "Bergweide"-Milch aus Hessen. Viele Qualitätsmarken wie "Wiesenhof" verzichten vollständig auf Fleisch von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. Greenpeace hat bei über 450 Unternehmen nachgefragt, ob sie Gentechnik im Tierfutter zulassen. Der Greenpeace-Einkaufsführer ist ein guter Wegweiser.

Brigitte.de: Wie kann ich mich als Verbraucher konkret zur Wehr setzen?

Annemarie Volling: Bearbeiten Sie auch ruhig den Marktleiter Ihres Supermarktes, dass er sich für gentechnikfreie Lebensmittel wie Milch, Eier und Fleisch einsetzt. Und bringen Sie das Thema Gentechnik in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis zur Sprache. Wer den Aktionstag für gentechnikfreie Land- und Lebensmittelwirtschaft am 3. März 2006 unterstützen möchte, findet hier eine Liste der geplanten Veranstaltungen: Man kann auch innerhalb seiner Stadt oder Gemeinde aktiv werden und die zuständigen Politiker auffordern, sich für gentechnikfreie Landwirtschaft einzusetzen und in öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen auf gentechnisch veränderte Lebensmittel zu verzichten. Wer einen Garten hat, kann sich auch an der Mais-Aktion Golden Bantam beteiligen und sich so aktiv für eine gentechnikfreie Nachbarschaft und gentechnikfreie Lebensmittel einsetzen.

Annemarie Volling setzt sich für gentechnikfreie Landwirtschaft ein

Annemarie Volling setzt sich für gentechnikfreie Landwirtschaft ein

Annemarie Volling (34) arbeitet bei der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und ist Koordinatorin der "Gentechnikfreien Regionen in Deutschland". Beteiligt sind an diesem Projekt neben dem AbL auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Institut für Arbeit und Wirtschaft in Bremen. Ziel des Projekts ist es, Landwirte dabei zu unterstützen, gentechnikfreie Regionen einzurichten und Interessierte über das Thema zu informieren. Annemarie Volling ist Umweltwissenschaftlerin. Sie koordiniert das Projekt seit einem Jahr. Zur Gentechnik kam sie über ihre Tätigkeit im Ökolandbau.

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  • Interview: Monika Herbst
    Fotos: Pixelquelle (1), privat (1)
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