Training für den Einkauf

Statt gedankenlos Pizza oder Fertig-Menüs zu konsumieren, kann man sich ganz leicht mit gesünderen Produkten etwas Gutes tun - wenn man weiß, worauf es ankommt. Und das kann man lernen - bei einem Training für den Einkauf zum Beispiel. Da kann König Kunde nur staunen...

  •  
  •  

"Gesunde Ernährung fängt schon beim Einkauf an", sagt Armin Valet (Foto oben), Lebensmittelchemiker von der Verbraucherzentrale Hamburg. Und deshalb haben wir uns in einem Hamburger Mega-Supermarkt versammelt und sind gespannt, was uns beim heutigen Einkaufstraining erwartet. Armin Valet: "Vor allem geht es darum, mehr Qualitätsbewusstsein zu erzeugen, damit der Kunde im Supermarkt zwischen Werbung und Wahrheit unterscheiden kann".

Denn der Kunde ist ja angeblich König, doch lässt er sich nur allzu gern mit falschen Versprechungen verführen und in die Irre leiten. "200 bis 250 Millionen Euro gibt die Nahrungsmittelindustrie jährlich für Werbung aus, damit wir im guten Glauben Genuss und Gesundheit kaufen", sagt unser Einkaufsberater. Aber auf unseren Stationen durch den Supermarkt, kommen wir schon einigen Tricks und Fallen auf die Spur.

Damit die Gurke gerade ist...

Erste Station: Der Obststand. Obst und Gemüse kann man ja eigentlich gar nicht genug essen, und mit der Devise "5 am Tag" lebt man schon sehr gut. Also, warum nicht mal einen Apfel zwischendurch - und da liegen sie ja schon, Äpfel aus aller Welt - schön und groß und rund. Mit mindestens 60 Millimeter Durchmesser gehören sie allesamt zur Handelsklasse I, etwas anderes wird man im Supermarkt kaum finden. Wer jetzt aber glaubt, er kauft damit besondere Qualität, der irrt. Armin Valet: "Diese schöne EU-Norm sagt rein gar nichts über die Kriterien, auf die es bei einem Produkt wirklich ankommt - also Geschmack, Vitamingehalt oder Schadstoffe. Es geht lediglich um die Größe, oder bei der Salatgurke darum, dass sie gerade ist." Also eigentlich völlig nutzlos, findet auch König Kunde, der doch gar nichts gegen kleine Äpfel oder krumme Gurken hat...
Der Tipp des Einkaufsberaters: Beim Obstkauf regionale Produkte entsprechend der Saison kaufen. Gerade die Auslandsimporte im Frühjahr wie zum Beispiel Erdbeeren aus Spanien sind oft mit Schadstoffen wie Pestiziden belastet, damit sie die langen Transportwege überstehen. Unreif gepflückt, enthalten sie später auch kaum die Vitamine einer reifen Frucht.

Seite:

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  • Text: Uta Bangert;
    Fotos: Lars Schmidt

BRIGITTE BALANCE

im Abo

Brigitte-Netzwerk
BRIGITTE-woman.de
Bfriends.de
Bym.de