Udo Pollmer: "Die meisten Menschen sind nicht zu dick"

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BRIGITTE.de: Nach Ihrer Logik nutzlose Aufklärung mit überflüssigen Ernährungs-Ratschlägen.

Pollmer: Sie haben es gelassen formuliert. Dazu gibt es noch einiges zu erklären. Natürlich gibt es auch Dicke. Zum Beispiel krankheitsbedingt. Diese Menschen brauchen nicht den Hinweis "Sie müssen aber abnehmen!", sondern eine Diagnose. Einem Fiebernden sagt man ja auch nicht, "Sie müssen aber abkühlen". Das eine ist so intelligent wie das andere.

BRIGITTE.de: Woran liegt es Ihrer Meinung nach, wenn nicht am verkehrten Essverhalten, dass laut der Zweiten Verzehrstudie 66 Prozent der deutschen Männer und 51 Prozent der Frauen übergewichtig sind?

Pollmer: Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen könnten nicht mehr auf dem Laufsteg arbeiten. Das ist natürlich eine bedrohliche Situation, weil Sie nicht den wünschenswerten BMI von 20 bis 25 haben. Dazu muss man wissen: Diesen wünschenswerten BMI haben Menschen im Alter von 18 Jahren. Die "Idealgewichte" stammen doch von Untersuchungen an Rekruten. Dabei ist zu beachten, dass bei jedem Säugetier der Fettgehalt und das Gewicht im Laufe des Lebens ansteigen. Ob Sie ein Rindvieh oder eine Ernährungsberaterin vor sich haben, das macht biologisch gesehen keinen Unterschied. Das Gewicht steigt bis zum 65. Lebensjahr. Dann geht es wieder runter.

BRIGITTE.de: Der BMI sollte in der Gesundheitspolitik nicht als Messgröße genutzt werden?

Pollmer: Wenn Sie eine ansehnliche Oberweite und einen attraktiven Po haben, dann liegt Ihr BMI natürlich höher als bei Ihren Konkurrenten. Nach Maßgabe von Herrn Seehofer tragen diese weiblichen Merkmale dazu bei, dass unser Gesundheitssystem aus den Fugen gerät.

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  • Fotos: BLV Buchverlag
    Interview: Britta Hesener
Letzte Kommentare
  • Sindaly
    am 19.10.11 um 14:09
    Ich finde die Themen, wie Herr Pollmer Dinge angeht, sehr interessant und auch richtig. Wenn dick sein so krank macht, wie kommt es dann, daß auf den Strassen mehr dicke Alte als dünne Alte rumlaufen. Und ein dicker Mensch sieht obendrein länger jünger aus, weil ein paar kilo mehr die Haut ausfüllt und nicht schlaff runterhängen lässt. Und nebenbei sollte ich nur wirklich gesund sein, wenn ich bei einer Grösse von 156 cm 48 Kilo wiege. Das ist pervers. Mitlerweile darf ich laut BMI schon bis 61 Kilo wiegen. Das hat sich geändert und das gilt bisher als gesund. Nun glaube ich, daß auch das nur eine These von den Versicherungen ist, weil die wenigsten das schaffen und somit kann man ja höhere Versicherungen von den "Dicken" verlangen. Zum Glück hört der Terror auch bald auf. Obendrein kenne ich auch Leute die so gut wie kein Obst und Gemüse essen und trotzdem gesund sind. Daher möchte ich mich bei Herrn Pollmer bedanken, daß er sich so stark für ein anderes Wissen und De
  • Nadine1978
    am 23.05.11 um 22:16
    @Hippokrates:

    Hier noch ein interessanter Link über Korrelationen:

    http://www.ratioblog.de/entry/forschung-stoerche-bringen-kinder

  • Nadine1978
    am 23.05.11 um 22:14
    @Hippokrates:
    Das mit dem angeblichen Zusammenhang von Fastfood und Dicksein / Dummheit ist Unsinn.

    Daß zwei Dinge, in diesem Fall Übergewicht und Aggressivität, gleichzeitig auftreten, heißt noch nicht, daß das eine die Folge des anderen ist.

    Es heißt ja auch, daß hoher Fernsehkonsum Lese- und Schreibschwierigkeiten verursache - aber vielleicht sehen die betroffenen Kinder nur deshalb viel fern, weil ihnen Lesen schwer fällt...

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