Werbung: Neue Kennzeichnung bei Lebensmitteln

Schluss mit irreführender Werbung: Künftig hat die EU ein Auge auf die wohlklingenden Versprechen der Hersteller von Lebensmitteln.

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Auf Joghurt- oder Margarine-Verpackungen darf nur noch "light" gedruckt werden, wenn der Kaloriengehalt tatsächlich um mindestens 30 Prozent reduziert ist. Auf Bonbon-Tüten muss neben dem verlockenden "Enthält Vitamin C" auch wahrheitsgemäß stehen: "Hoher Gehalt an Zucker". Die Verbraucher sollen nicht mehr durch irreführende Werbung verunsichert werden.

Eine neue EU-Verordnung regelt deshalb künftig nach und nach, welche Nährwert- und Gesundheitsangaben auf Lebensmittel-Verpackungen stehen dürfen. Wie hilfreich ist die neue Regelung? Wir haben bei Barbara Hohl von der Verbraucherrechtsorganisation foodwatch nachgefragt.

Interview mit Foodwatch

Barbara Hohl von Foodwatch.

Barbara Hohl von Foodwatch.

Brigitte.de: Was bringt die neue EU-Verordnung?

Barbara Hohl: Sie ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber längst nicht ausreichend. Früher hat man zum Beispiel auf einer Milchschnitte mit der "Extra Portion Milch" geworben. Milch enthält Kalzium und ist deshalb gut für Zähne und Knochen. Allerdings müsste ein siebenjähriges Kind 16 Milchschnitten am Tag essen, um die empfohlene Kalziummenge zu erreichen. Gleichzeitig würde es damit 44 Stück Würfelzucker und mehr als ein halbes Päckchen Butter zu sich nehmen. Es würde sich also ungesund ernähren, Der Milch-Werbespruch suggerierte den Eltern aber das Gegenteil. Ziel der neuen EU-Verordnung ist es, dass Verbraucher durch Werbung nicht mehr in die Irre geführt werden können.

Brigitte.de: Sind die Änderungen ausreichend?

Barbara Hohl: Nein. Denn so sind Lebensmittel noch nicht vergleichbar. Ich halte die Lösung aus Großbritannien für vorbildlich. Dort wurde Anfang des Jahres die Ampel-Kennzeichnung eingeführt. Das wäre auch für Deutschland sinnvoll. Die Kunden sehen auf einen Blick, wie viele Fette, gesättigte Fette, Zucker und Salz das jeweilige Produkt enthält. Rot bedeutet: sehr viel, gelb: viel und grün: wenig. Noch sind die Angaben freiwillig, die Regierung in Großbritannien droht aber damit, sie gesetzlich vorzuschreiben, wenn die Industrie nicht mitmacht. Vorteil: Die Verbraucher können die Produkte vergleichen. Die Hersteller werden daher ungesunde Inhaltsstoffe meiden, um konkurrenzfähig zu bleiben.

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  • Interview: Monika Herbst
    Fotos: DAK/ Wigger, Foodwatch, photocase
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