Gesund essen - trotz Zeitmangel!

Sie würden ja gerne gesund essen - aber ihnen fehlt die Zeit dafür. Man kann auch mit wenig Aufwand gesund essen, sagt Hanna-Kathrin Kraaibeek, Diplom-Ökotrophologin und Ernährungsexpertin der DAK. Und verrät, wie.

  • 1 Kommentar
  •  
  •  

Jeder dritte Berufstätige isst nur unregelmäßig, das hat die Befragung von 4000 Teilnehmern in einer vom Lebensmittelkonzern Nestlé beauftragten Studie ergeben. Der Grund: Zeitmangel. Erst am Wochenende ernähre ich mich so, wie ich wirklich will, gab jeder zweite Befragte an.

Ernährungsexpertin Hanna-Kathrin Kraaibeek verrät im Interview, wie man trotz Jobstress vernünftig essen kann.

BRIGITTE.de: Wir würden uns ja gerne gesünder ernähren - in der Praxis scheitert das aber oft am späten Feierabend. Dann reicht es eben doch nur für die Tiefkühlpizza fünf Minuten vor Ladenschluss.

Hanna-Kathrin Kraaibeek: Mal ist eine Tiefkühlpizza vollkommen in Ordnung, aber nicht als Dauerlösung. Vor allem wenn man zu Übergewicht neigt, sollte man sich bei Tiefkühlpizzen zurückhalten, da sie viel Fett enthalten. Mein Tipp: Eine Pizza kaufen, die nur mit Tomaten und Mozzarella belegt ist, am besten mit Dinkelteig, und diese mit frischem oder tiefgekühltem Gemüse belegen. Oder man nimmt fertige Tomatensoße, schneidet ein paar frische Tomaten dazu und hat eine schnelle Soße für Nudeln.

BRIGITTE.de: Was spricht gegen Fertigprodukte?

Hanna-Kathrin Kraaibeek : Je mehr künstliche Produkte ich zu mir nehme, desto mehr riskiere ich, dass ich auf die Inhaltsstoffe reagiere. Stichwort Allergien. Zudem enthalten Fertigprodukte oft zu viel Salz (wie Salatsoßen), und zu viel Fett (wie fertige Frikadellen oder Tiefkühlpizzen). Das Geschmacksempfinden wird durch die Fertigprodukte so verändert, dass gesundes und selbstgekochtes Essen im Vergleich fade schmecken kann, weil die künstlichen Geschmacksverstärker fehlen.

BRIGITTE.de: Aber nicht alle Fertigprodukte sind ungesund und fett.

Hanna-Kathrin Kraaibeek: Es gibt auch Nudelpfannen oder Wok-Gerichte, die man durchaus empfehlen kann. Man muss genau hinsehen. Wenn man zum Beispiel Kartoffelsalat kauft, bei dem auf der Zutatenliste an zweiter Stelle pflanzliches Öl steht, muss man aufpassen. Je weiter vorne eine Zutat steht, desto mehr ist im Produkt enthalten. Der Kartoffelsalat ist dann einfach zu fetthaltig. Das kann einem auch bei Gemüse passieren, zum Beispiel bei fertigem Brokkoli mit Sahnesoße und Mandelsplittern. In 100 Gramm sind etwa 10 Gramm Fett enthalten. Als Beilage esse ich 200 bis 300 Gramm, also 20 bis 30 Gramm Fett. Für Normalgewichtige werden aber nur 60 bis 80 Gramm Fett am Tag empfohlen - das heißt, allein mit dem Brokkoli ist die Hälfte verbraucht. Eine Fertigpizza enthält sogar zwischen 60 und 80 Gramm Fett, also unter Umständen mehr, als für den ganzen Tag empfohlen wird. Es lohnt sich, die Augen offen zu halten, mehr als 20 Gramm Fett für eine Hauptmahlzeit sollten es nicht sein.

Seite:

  1. 1
  2. 2
  • Interview: Monika Herbst
    Foto: istockphoto/ DAK
Letzte Kommentare
  • Enzianbikerin
    am 03.02.09 um 16:27
    Hm, klingt überzeugend. Versuchen werde ich das mit der besseren Planung auf alle Fälle.
 
Kommentar schreiben
Wird nicht angezeigt.
Unter diesem Namen erscheint Ihr Kommentar
Bitte schreiben Sie den Sicherheitscode ab * (Andere Zeichenfolge)
noch 1000 Zeichen übrig!
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder, alle anderen sind optional.

BRIGITTE BALANCE

im Abo

Brigitte-Netzwerk
BRIGITTE-woman.de
Bfriends.de
Bym.de