Chance für Veränderung
Wer fasten will, muss also gesund und belastbar sein. Und sich vorab bewusst machen, worin die Chancen, aber auch die Grenzen dieser Selbsterfahrung liegen. Ein Weg zum Abnehmen ist das Fasten nicht, das verlorene Gewicht stellt sich danach fast automatisch wieder ein. Es sei denn, das Fasten wird zur bewussten Zäsur, um mit eingeschliffenen Gewohnheiten zu brechen und sie durch gesündere Rituale zu ersetzen. Deshalb gehören zum BRIGITTE-Fastenprogramm auch Bewegungs- und Entspannungsübungen und wohltuende Körperpflege - nicht nur für die Fastenzeit. Das Fitnessprogramm lässt sich auch danach leicht in den Tagesablauf einbauen. Und das Beautyprogramm hilft dabei, Ruheinseln im Alltag zu schaffen: Minuten ganz für mich allein.
Nichts essen, und das Leben wird leichter? Nicht immer klappt das von Anfang an. Müdigkeit, Muskelkater etwa in den Oberschenkeln, Kopf-, Rücken- oder Gliederschmerzen: In den ersten Fasten-Tagen aktiviert der Körper zunächst oft seine Schwachstellen. "Das Meiste muss man als Antwort auf Gesundheitsprobleme in der Zeit davor verstehen", so die erfahrene Fastenleiterin Dorothe Bertlich-Baumeister.
Vielleicht hat man schon ein paar alte Gewohnheiten durch neue ersetzt, bevor man wieder zu essen beginnt. Sei es, den Morgen mit sanfter Bewegung statt starkem Kaffee zu beginnen. Oder sich kleine Entspannungsinseln gegen den täglichen Stress zu schaffen - statt Zigaretten und Knabberzeug.
Nach dem Fasten ist die Zeit besonders günstig, ausgefahrene Gleise zu verlassen. Denn man fühlt sich stark. Weil man gespürt hat, dass man einige Zeit ganz aus sich leben kann. Mit dieser Kraft sind auch gute Vorsätze für das Leben nach der Fasten-Zeit leichter zu verwirklichen.
Checkliste: Darf ich fasten?
Ganz klar: Nur wer körperlich fit ist, darf zu Hause fasten. Lassen Sie sich deshalb immer erst einmal von Ihrem Hausarzt auf Ihre Fastentauglichkeit durchchecken. Wer sich gerade von einer Operation oder schweren Erkrankung erholt, schwanger ist oder ein Kind stillt, sollte überhaupt nicht fasten. Bei folgenden Beschwerden sollten Sie die Entscheidung für oder gegen das Fasten mit Ihrer Ärztin oder dem Arzt besprechen bzw. nur unter ärztlicher Aufsicht fasten (zum Beispiel in einer Fastenklinik):
- allgemeine Erschöpfungszustände, Gereiztheit, nervliche Anspannung, Neigung zu depressiven Verstimmungen oder Depression
- Esssucht oder Bulimie
- regelmäßige Medikamenteneinnahme (Ausnahme: die Pille)
- chronische Erkrankungen wie Diabetes, Gicht, Rheuma, Arthrose, Schuppenflechte
- ausgeprägte Allergien
- Herzinfarkt-Gefährdung, hoher Blutdruck
- Übergewicht von mehr als 30 Prozent
- Untergewicht














