Ernährungs-Tipps

Geht doch: Genießen und dabei schlank werden

Ein leckeres Stück Kuchen oder doch lieber ein Apfel? Der Figur zuliebe bleiben wir meist standhaft, was kalorienreiche Leckereien betrifft. Ganz falsch, zeigen Studien. Schlank werden und bleiben klappt, indem man nach Gefühl isst und dabei genießt.

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Foto: Getty Images/Thinkstock

Es ist zu blöd: Wir haben Appetit auf Nudeln in Sahnesoße oder Schokokuchen, doch wir bremsen uns gleich wieder aus: zu viel Fett, zu viele Kalorien! Und beißen artig in einen Apfel oder eine Möhre. Nur: Richtig glücklich und schlank werden wir damit nicht. Und tun uns auch keinen Gefallen. Studien haben nämlich gezeigt, dass Menschen, die intuitiv das essen, wonach ihr Körper verlangt, insgesamt einen niedrigeren Body Mass Index haben und seltener an Herz-Kreislauferkrankungen leiden.

Intuitiv, das heißt Essen ohne Verbote. Schokoladentorte ist nicht böse, man sollte sie bloß nicht jeden Tag als Hauptmahlzeit auftischen, sondern wohldosiert genießen. Außerdem haben intuitive Esser ein ausgeprägtes Körperbewusstsein und achten stärker auf physische Signale als auf die emotionale Verfassung. Die gute Nachricht: Jede Frau kann mit acht einfachen Regeln lernen, sich wieder intuitiv ohne Einschränkungen zu ernähren – und dabei sogar schlank werden! Vorsicht geboten ist allerdings bei Erkrankungen, die das Essverhalten beeinflussen, wie zum Beispiel Diabetes oder Magersucht. Bestimmte Medikamente wirken sich ebenfalls auf das natürliche Hunger- und Sättigungsgefühl aus. Fragen Sie dann am besten Ihren Arzt.

Regel 1: Vergessen Sie das Kalorienzählen

Schlank werden und bleiben – dieser Wunsch nimmt bei vielen Frauen einen riesigen Platz im Leben ein. "Bei vielen Frauen findet im Kopf eine falsche Verknüpfung statt", hat die Ernährungspsychologin Dr. Ilona Bürgel aus Dresden festgestellt. "Der Glaubenssatz 'Ich nehme zu, weil ich zu viel esse!' stimmt so einfach nicht. Das Gegenteil ist richtig: Durch ständiges Zu-wenig-essen wird man in der Folge übergewichtig." Wer dem Körper dauerhaft unter 1000 Kalorien am Tag liefert, bringt den Stoffwechsel vollkommen durcheinander, lässt ihn nur noch auf Sparflamme laufen. Sobald man dann nach wochen- oder gar monatelangen extremen Diät-Phasen wieder normal essen möchte, schlägt der Zeiger der Waage automatisch nach oben aus – der altbekannte Jojo-Effekt tritt ein.

Dr. Bürgel: "Frauen, die aus diesem Teufelskreis wieder herauskommen möchten, sollten sich vor allem mit den psychologischen Aspekten auseinandersetzen: Wieso habe ich so große Angst vor dem Zunehmen? Warum traue ich meinem Körper nicht zu, dass er sich alleine regulieren kann? Wie kann ich mich unabhängig von meinem Gewicht zufriedener und glücklicher fühlen?" Oft schafft man es nach einer solchen Bestandsaufnahme, versteckte Zusammenhänge zu begreifen. Denn häufig ist kontrolliertes Essen nur Ausdruck eines anderen Problems. Wer alleine nicht weiterkommt, kann sich auch an eine ernährungspsychologische Beratung wenden.

Regel 2: Essen Sie nur, wenn Sie Hunger haben

Mit vollem Bauch den Kühlschrank ansteuern – das tun wir viel häufiger, als uns bewusst ist. "Oft steckt hinter vermeintlichem Appetit in Wirklichkeit der Wunsch nach Entspannung, nach Zärtlichkeit, nach Trost oder einfach nach einer Pause", erklärt Dr. Bürgel. Hören Sie deshalb genau in sich hinein: Ist das wirklich Hunger, was da in Ihnen rumort? Oder ist es eher eine schwer zu fassende innere Unruhe, der Wunsch, sich aus Frust heraus etwas Gutes tun zu wollen?

Um Ihre Emotionen besser zu verstehen, können Sie in zügigem Schritt einmal um den Block gehen. Oder trinken Sie ein großes Glas Wasser und atmen Sie am offenen Fenster tief durch. Meist hilft eine kurze Auszeit, sich über die tatsächlichen Bedürfnisse klar zu werden. Und vielleicht merken Sie dann, dass es eigentlich nicht die Trauben-Nuss-Schokolade, sondern die Umarmung eines geliebten Menschen war, nach der Sie sich gesehnt haben. Sobald Ihnen das klar geworden ist, sind Sie auf dem besten Weg, schlank zu werden.

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  • Text: Tanja Pöpperl