Mehr Gift im Bio-Reis

Stiftung Warentest hat in Bio-Reis höhere Pestizid-Belastungen als in konventionellem Reis gefunden. Wie ist das möglich?

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Welcher Reis ist am besten? Hier geht es direkt zu den Testsiegern.

Im Bio-Anbau sind chemisch-synthetische Pestizide verboten. Dennoch haben Experten von Stiftung Warentest in fünf von sechs untersuchten Bio-Basmatireis-Proben Pestizidreste gefunden - und zwar solche, die im Ökolandbau definitiv nicht erlaubt sind. Wie kann so was passieren?

Dr. Birgit Rehlender ist bei Stiftung Warentest als Projektleiterin für den Reis-Test verantwortlich. Auch sie staunt über das Ergebnis: Bei keinem anderen Lebensmittel-Test enthielten Bio-Produkte so häufig Pestizid-Rückstände wie jetzt beim Reis. Erklären kann sie sich das nicht. Sie betont aber auch, dass die gefundenen Pestizidmengen unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen - die allerdings gleichermaßen für konventionelle wie für Bio-Produkte gelten. Doch das ist der Haken: Wer Bio-Lebensmittel kauft, will vermeiden, dass die Umwelt und die eigene Gesundheit durch chemische Spritzmittel belastet werden. Bio-Käufer erwarten zu Recht, dass diese - meist auch teureren - Produkte unbelastet sind.

Nur der Bio-Basmatireis von Alnatura ist pestizidfrei

Doch das ist nicht der Fall. Stiftung Warentest hat für das August-Heft Vollkorn-Bio-Basmatireis von insgesamt sechs verschiedenen Anbietern getestet. Der einzige Bio-Reis, bei dem keine Pestizide nachgewiesen wurden, stammt von "Alnatura". Deutliche Belastungen mit Carbendazim, einem Pilzpestizid, gab es dagegen bei "Basic", "Gut & Gerne" und "Green". Bei "Green" kamen noch hohe Mengen an Schimmelpilzgilft dazu. Der Reis hätte gar nicht verkauft werden dürfen. Das Erstaunliche: Die getesteten konventionellen Reissorten waren fast durchgehend weniger belastet - obwohl bei konventionellem Anbau der Pestizideinsatz durchaus erlaubt ist. Wie ist das möglich?

Eine Erklärung dafür hat Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN): "Wenn ein Pestizid über Luft und Wasser auf Bio-Reis gelangt, dann ist der Rückstand am ehesten in den äußeren Bereichen des Ernteguts zu erwarten. Beim Reis also in der Schale. Durch das Schälen des Reiskorns werden von außen aufgetragene Substanzen entfernt. Geschälter, weißer Reis ist daher weniger gefährdet." Das Problem: Stiftung Warentest hat von Bio-Anbietern aunahmslos den in Öko-Qualität verbreiteteren ungeschälten Vollkornreis getestet.

Für die Bio-Branche ist das ein Problem: Carbendazim wird nach Angaben des BNN massiv in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt. Vor allem durch die übliche Bewässerung beim Reisanbau können auch Bio-Pflanzen schnell verunreinigt werden - was die Testergebnisse bestätigen. Es gibt keine Schutzglocke für ökologischen Landbau, was offensichtlich gerade beim Reisanbau eine große Herausforderung ist.

Was bleibt, sind verunsicherte Bio-Käufer, die sich zurecht fragen, wie trotz aufwändiger Kontrollen mit Pestiziden belastete Bio-Produkte in den Handel und damit in ihren Einkaufswagen gelangen können.

Welcher Reis ist am besten? Die Test-Sieger finden Sie auf den nächsten Seiten.

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  • Text: Monika Herbst
    Fotos: www.asiafoodland.de, iStockphoto, PR
Letzte Kommentare
  • BRIGITTE.de-Team
    am 05.08.10 um 13:58
    Liebe Sophie,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir haben bei Stiftung Warentest nachgefragt, nach welchen Kriterien die getesteten Reissorten ausgewählt wurden. Die Antwort: Getestet wurden die umsatzstärksten Produkte. Bei Vollkornreis waren das (zufällig) alles Bioreis-Anbieter. Es ging nicht darum, Vollkorn-Bio-Reis in Misskredit zu bringen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr BRIGITTE.de-Team

  • sophie
    am 03.08.10 um 12:39
    Tests zeigen immer wieder, wie wichtig sie sind, Missstände aufzuzeigen. Doch leider hat Stiftung Warentest mal wieder gezeigt, wie Bioprodukte in Misskredit gebracht werden können. Ungeschälten mit geschältem zu vergleichen ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Schade... so bleibt beim Verbraucher wieder mal hängen: Bio taugt nichts und ist zu teuer.
 
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