Stevia, Sirup & Co.
Wie gesund sind Zucker-Alternativen wirklich?

Dass Zucker nicht gesund ist, wissen wir alle. Doch wie steht es um die zahlreichen alternativen Süßungsmittel, die den Markt seit Jahren erobern?

Foto: Sasimoto/shutterstock

Was Zucker bewirkt

Über ein Drittel der Weltbevölkerung ist übergewichtig oder fettleibig, ein Zehntel leidet an Diabetes – Tendenz steigend. Laut WHO-Schätzungen aus dem Jahr 2015 wird im Jahr 2030 fast jede zweite deutsche Frau an Übergewicht leiden, bei den Männern liegt der Anteil bei knapp zwei Dritteln. Erschreckende Zahlen, die unter anderem auf den zunehmenden Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln zurückzuführen sind.

Lebensmittel, die absichtlich darauf optimiert werden, dass sie unsere Belohnungsmechanismen im Gehirn übersteuern. Konkret heißt das: Wir können nicht nach einem oder zwei Stücken Schokolode aufhören, wir wollen die ganze Tafel. Zucker bewirkt somit ein suchttypisches Verhalten in uns, was auch bedeutet, dass wir unter Entzugserscheinungen leiden, wenn wir darauf verzichten.

Wir reden hier vor allem von industriell hergestelltem Zucker, doch wie sieht es mit den gesunden und natürlichen Alternativen von Zucker aus? Sind Süßungsmittel wie Stevia, Honig, Agavendicksaft und Co. wirklich besser?

Sind natürliche Alternativen wirklich gesund?

Natürliche Zucker-Alternativen wie Honig, Rübensirup, Kokoszucker, brauner Zucker oder Ahornsirup sind nur bedingt besser als Zucker. Denn: Alle natürlichen Varianten beziehen ihre Süße aus normalen Zuckerarten. Aus Saccharose, deren Bestandteile Glukose und Fruktose sind, besteht auch Kristallzucker im Supermarkt. Angesichts des Übermaßes an Zuckermolekülen werden die positiven Inhaltsstoffe wie Vitamine, Enzyme und Spurenelemente zurückgedrängt.

Noch schlimmer als Honig und Co. ist nur Agavendicksaft, denn darin sind hauptsächlich Fruktose und weniger Glukose als in den anderen natürlichen Zucker-Alternativen enthalten. Problem dabei: Fruchtzucker wird mit Stoffwechselerkrankungen wie Fettleber oder genereller Fettleibigkeit in Verbindung gebracht.

Was können Stevia, Xylit und Co.?

Von Stevia und den synthetisch hergestellten Süßstoffen Aspartam, Saccharin und Cyclamat brauchen wir im Vergleich zu Zucker recht wenig, um Süße in unser Essen zu bringen. Einzig Xylit und Sorbitol haben eine ähnliche Süßkraft wie normaler Zucker. All diese Süßstoffe haben den Vorteil, dass sie keine Karies verursachen.

Laut Ergebnissen, die aus Tierversuchen hervorgehen, soll Süßstoff den Insulinspiegel sowie die Bakterienflora im Darm verändern. Dadurch soll das Risiko auf Diabetes erhöht und die Lust auf Essen gesteigert werden. Ob man die Ergebnisse aus Ratten-Tests tatsächlich auf Menschen übertragen kann, muss die Forschung in den nächsten Jahren zeigen.

Im Zweifel gilt: Egal, ob Zucker, pflanzliche oder synthetisch hergestellte Süßungsmittel, esst davon nur wohldosierte Mengen. Euer Körper wird es euch danken.

  • Artikel vom 11.02.2016
    jg

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