EMS-Training: Fitness für Faule im Selbstversuch

Strom ist praktisch. Er bringt nicht nur unseren CD-Player zum Laufen, sondern trainiert auch unsere Muskeln - beim EMS-Training. Klingt erstmal nach Folter, könnte aber auch ganz bequem sein. Wie ist es wirklich? EMS-Training im Selbstversuch.

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Alexandra Reinwarth hat EMS-Training getestet. EMS steht für elektrische Muskelstimulation. Wie sich das EMS-Training im Bodystreet-Studio anfühlte, beschreibt die Autorin höchst amüsant in der folgenden Leseprobe aus ihrem Buch "Das Fitness-Projekt. Wie ich (fast) jeden Scheiß ausprobierte, um in Form zu kommen".

Leseprobe aus "Das Fitness-Projekt"

BODYSTREET
"Es gibt ein Argument, das Bodystreet sofort zu meiner ersten Wahl werden lässt und neben dem alle anderen Fitnessmethoden extrem unattraktiv aussehen. Das Super-Duper-Argument lautet:

20 Minuten Training im Monat reichen! Das entspricht etwa 8-mal 45 Minuten herkömmlichem Krafttraining.

Das ist genau die Aussage, auf die ich immer gewartet habe. Wenn man keine Sportskanone ist und vor allem noch keinen Sport gefunden hat, der so viel Spaß macht, dass man ihn freiwillig betreibt, ist das doch ideal! Wenn ich mich schon anstrengen muss, dann bitte so wenig wie möglich! In meinem bisherigen Leben, das muss ich zugeben, hat das Sowenig- wie-möglich-Prinzip eher mäßige Erfolge gebracht. Genauer gesagt: gar keine. Ich wurde nicht schlank im Schlaf, die Ananaspillen, mit denen man ohne Diät 15 Kilo in 15 Tagen verlieren sollte, schmälerten ausschließlich meinen Geldbeutel (den dafür sehr erfolgreich) und trotz verschiedener Cremes, die nach vier Wochen eine Verjüngung, Straffung und Glättung meiner Haut inklusive Faltenreduktion bewirken sollten, sehe ich genauso aus wie immer – und nicht zehn Jahre jünger.

Ich weiß, wie ich vor zehn Jahren ausgesehen habe, liebe Kosmetik- industrie.

Ich weiß, wie ich vor zehn Jahren ausgesehen habe, liebe Kosmetikindustrie. Ich würde gerne sagen, dass ich etwas daraus gelernt habe und inzwischen viel schlauer bin. Ich bin es nicht. Gut, die Ananaspillen kommen mir nicht mehr ins Haus (Für Hundebesitzer: Keine Diätpillen herumliegen lassen! Eine 12er-Packung Ananaspillen kann bei einem mittelgroßen Hund einen Dünnpfiff ungeahnten Ausmaßes verursachen!), aber wenn ich ein Plakat für die neuesten Dragees aus Amerika mit Himpelchen-und- Pimpelchen-Extrakt in der Apotheke sehe, die mir versichern, ich könnte durch sie in zehn Tagen aussehen wie Angelina Jolie, das wäre von führenden Wissenschaftlern eindeutig erwiesen, dann komme ich doch in Versuchung. Da hilft es, wenn man in diesem Moment nicht allein ist. Vor sich selbst wie ein kompletter Idiot dastehen, das ist noch relativ problemlos zu verdrängen ("Natürlich glaube ich nicht daran! Ich hatte nur 30 Euro zu viel im Geldbeutel!"), aber vor jemand anderem fällt einem das doch deutlich schwerer. Es ist ein Trugschluss zu denken, nur wir Frauen fielen auf vollkommen unhaltbare Versprechungen herein. Das merkte ich das erste Mal, als L. mit einem Buch nach Hause kam, das ihm versprach, er könne nur mithilfe von Konzentration und Gedankenkraft stinkreich werden. Seitdem steht es Ananaspillen (ich) gegen Geld-Ratgeber (L.) eins zu eins. Wahrscheinlich ist jeder schon mal auf eine dieser "Abkürzungen" hereingefallen. Die Idee ist ja auch zu verlockend: den Erfolg anstrengender und langer Arbeit genießen – ohne die lange und anstrengende Arbeit vorab.

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