Pilates am Gerät

Pilates hat viele Fans gefunden - als Training auf der Matte. In den USA längst üblich, setzt sich inzwischen auch in Deutschland ein neuer Trend durch: Pilatestraining am Gerät.

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Diana van Zon bietet im Hamburger Fitnesstudio "MeridianSpa" Kurse in Gravity-Pilates an. Die ausgebildete Tänzerin (sie war Choreografin beim Musical "Buddy Holly" in Hamburg) arbeitet inzwischen hauptberuflich als Pilates-Trainerin. Im Video zeigt sie einige typische Übungen am Gravity-Gerät.

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Die Probestunde: Gravity-Pilates im Test

Ich war noch nicht aus der Studiotür raus, da hatte ich schon diese SMS verschickt: "Das war soooo schön. Mein Rücken fühlt sich an wie neu!" Ich war ehrlich begeistert. Dabei stand ich anfangs ziemlich skeptisch vor dem Gravity-Trainer, der für mich eher aussah wie ein mittelalterliches Folterinstrument und nicht wie ein Trainingsgerät. Aber die Ankündigung hatte mich neugierig gemacht. Der Kurs versprach eine "neue Herausforderung auch für geübte Teilnehmer". Warum nicht etwas Abwechslung ins Pilates-Training bringen?

Und so fand ich mich im Fitnessstudio-Kursraum zwischen Spinning-Fahrrädern und fünf oder sechs Gravity-Trainingsgeräten wieder, zusammen mit Diana van Zon, der Trainerin, und einer weiteren Teilnehmerin.

Ich liege mit dem Rücken auf der Polsterbank des Gerätes, die Füße etwas erhöht auf einer Art Rahmen. Beim Beugen und Strecken der Beine fährt die Polsterbank vor und zurück. Diana sagt, wir sollen während des Streckens bewusst auf das Ausrollen der Hüftgelenke achten und während des Beugens auf das Einrollen. Mir war bislang nicht einmal bewusst, dass in meinen Gelenken etwas rollt. Aber gut, wenn das die Knie entlastet, wie sie sagt, kann das ja nicht schaden.

Bringt das Pilates-Training am Gerät wirklich einen Vorteil gegenüber dem auf der Matte? Spätestens bei der nächsten Übung weiß ich den Gravity-Trainer zu schätzen. Wir liegen wieder auf dem Rücken und rollen den kompletten Oberkörper auf, ohne die Füße vom Boden zu heben. Die gleiche Übung gibt es auch in meinem gerätefreien Kurs. Da schummle ich normalerweise, um überhaupt nach oben zu kommen. Mit dem Trainingsgerät ist das nicht nötig. Es ist so eingestellt, dass der Oberkörper leicht erhöht liegt. Damit klappt das Aufrollen.

Auch bei meiner neuen Lieblingsübung erweist sich das Gerät als gute Kontrolle. Wir liegen auf dem Rücken und strecken beide Beine hoch. Die Füße sind mit Manschetten am Gerät befestigt und kreisen in entgegengesetzte Richtungen. Klingt einfach. Das Problem ist, dass die Polsterbank dabei ständig hoch- und runterrollt. Und das soll sie nicht. "Meist ist ein Bein kräftiger", begründet Diana die Ungleichheit. Sie sagt, wir sollen uns auf die Spannung in der Körpermitte und die Atmung konzentrieren und tatsächlich klappt es nach einer Weile, und die Polsterbank bewegt sich kaum noch.

Richtig anstrengend wird die Stunde, als wir die Arme weit zur Seite öffnen, und dabei auf dem Polster knien und die Zugseilen in den Händen halten sollen. Mit Hilfe der Zugseile bewegen wir die Polsterbank nach oben. Die Polsterbank alleine wäre nicht das Problem, nur leider sitze ich drauf. Soviel zum Training "nur" mit dem eigenen Körpergewicht.

Auch unsere Schwachstellen bleiben in der kleinen Runde nicht verborgen. Diana erklärt, dass meine Brustwirbelsäule zu unbeweglich ist. Lendenwirbelsäule und Halswirbelsäule müssen die Arbeit übernehmen. Das tut ihnen nicht gut und ist bei vielen Leuten Ursache für Beschwerden. Beschwerden? Nach der Stunde fühlt sich erstmal alles wunderbar an. Ich krame nach meinem Handy und tippe die SMS...

Getestet von: Brigitte.de-Redakteurin Monika Herbst, seit Jahren Pilates-Fan.

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  • Text: Monika Herbst
    Video: Henning Hönicke
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