Jivamukti-Yoga: Was ist dran am Promi-Sport?
"Ich werde euch in der Stunde viel anfassen" , kündigt die Lehrerin an. "Das gehört dazu". Dann stellt sie ihre Hilfsmittel vor: Menthol-Gel und Lavendel-Lotion. Wir sollen an jemanden denken, dem wir unsere Energie in dieser Stunde schicken möchten. An einen Menschen, der sie braucht, an das Universum oder an etwas, das größer ist als wir. Mir fällt nichts und niemand ein, außerdem habe ich das Gefühl, meine Energie gleich selbst ganz gut brauchen zu können.
Schon bei der ersten Figur, dem nach unten gerichteten Hund, habe ich die Hände der Lehrerin im Nacken. Sorgfältig massiert sie das Menthol-Gel in meinen Nacken ein. Ich stehe bewegungslos da und spüre, wie es anfängt zu brennen. Währenddessen geht die Lehrerin reihum und verpasst jedem ihre Menthol-Behandlung.
Was dann folgt, ist eine reguläre Yoga-Stunde: Nacheinander werden die Asanas geübt. Der musikalische Hintergrund reicht von waberndem Ethno-Sound bis hin zu Vogelgezwitscher. Ich bin enttäuscht. Die Dynamik, die ich mir erhofft hatte, gibt es nicht. Stattdessen statisches Abspulen der Figuren ohne fließende Übergänge.
Um mich herum lauter angestrengte Gesichter, keine freudige Ekstase. Bald tun mir meine Knie weh. Unter den aufmerksamen Augen der Lehrerin versuche ich dennoch, mein Bestes zu geben.
Als wir beim Schulterstand sind ("dem Besten, was Yoga zu bieten hat") und ich mit temporärem Doppelkinn versuche, meine Beine über meinem Kopf zu halten, sagt die Lehrerin zweimal hintereinander laut "Shanti, Shanti-Frieden". Ich verstehe erst "Fliegen" und frage mich, ob ich etwas falsch mache. Doch dann wiederholt sie "FRIEDEN!" und erzählt, dass man durch Yoga begreife, wie wichtig Frieden auf der Welt sei und dass man vielleicht durch Frieden die Welt noch retten könne. Was das mit meiner angestrengten Haltung zu tun haben soll, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.
Noch fünf Atemzüge und das Licht geht aus. Wir dürfen entspannen. Dazu kann sich jeder ein Augenkissen auf das Gesicht legen, das nach Lavendel riecht. "So, jetzt bekommt Ihr alle noch eine Nackenmassage", kündigt die Lehrerin an. Ein paar Handgriffe mit der Lavendelcreme, dann stehen auch schon die Teilnehmer der nächsten Stunde vor der Tür.
Ich bin erleichtert, dass es vorbei ist. Aus mir wird wohl kein Yogi mehr. Und für eine bessere Welt esse ich lieber ein paar vegane Gummibärchen.












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am um
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julia
am 09.10.11 um 23:11
Das Problem ist dass viele Menschen mittlerweile zum Yoga gehen weil sie gehört haben dass es trendig, hip ist und von zahlreichen Star parktiziert wird.
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judi
am 16.11.10 um 20:09
mhh vielleicht etwas schwierig einen yoga kurs gleich nach der ersten stunde zu beurteilen. ich denke, Jivamukti Yoga wird erst richtig angenehm wenn man die übungen gut genug kann, sodass man nicht alle drei sekunden nach vorne zum lehrer schauen muss und die Übungen richtig fließend werden können....
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Ganeshini
am 07.10.10 um 10:32
Ja, ich kann mir gut vorstellen dass es auch einfach ein paar Stunden braucht bis man bei Jivamukti Yoga hineinfindet. Aber die fliessenden Yoga Übungen sind toll und es ist ein super Yoga für Anfänger da es sehr gut in den persönlichen Alltag integriert werden kann. Gut finde ich auch dass es viele Stunden Yoga für Schwangere gibt.
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yogaeasy
am 24.02.10 um 12:11
Hier gibt es eine Jivamukti-Stunde online zum Mitmachen:
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Tofu
am 11.06.09 um 15:21
Hallo Liebe Autorin Denise Klink.
mehr (5)Tatsache ist: Yoga ist ein über 3000Jahre altes Philosophie/Übungsystem aus Indien, mit dem ziel Körper Geist und Seele in Einklang zu bringen.
Jivamukti Yoga oder ist ein fordernder Hatha Yogastil und nichts für Anfänger zu Ausprobieren.
Yoga ist ein Werkzeug, das uns auch im alltag begleitet und ist schade dass die Menschen dieses wunderbare Geschenk so verhunzen, weil Sie nicht in der Lage sind, sich dem yoga hinzugeben.
Der Westler neigt immer dazu alles mit dem rationalen Verstand erfassen zu wollen, aber darum geht es beim yoga nicht. Yoga ist erfahren, spüren, nicht ständiges bewerten, analysieren-zitat: was hat der Schulterstand mit Frieden zu tun.
aber sicherlich muss nicht jeder mensch yoga mögen.
Übrigens - die leckere Lavendellotion hab ich nun auch so zum Kaufen entdeckt (wenn die jemand genauso gern mag wie ich :)): www.jivamukti-shop.com
http://www.yogaeasy.de/videos/jivamukti-yoga
Habe gerade deinen Artikel über das Jivamukti-Yoga gelesen. Ich fand es sehr schön zu lesen, das Du so ehrlich über Deine Erfahrungen mit diesem Yoga-Stil geschrieben hast. Ich möchte gerne von Dir oder anderen Lesern etwas lernen. Ich selbst bin gerade dabei Yoga-Lehrer zu werden. Meine Frage an Dich ist jetzt: Wie hätte denn die Yoga-Stunde aussehen sollen, damit Deine Erwartungen gefüllt gewesen wären? Sprich, was kannst du mir denn als angehenden Yoga-Lehrer mit auf den Weg geben. Wie sollte man denn aus Sicht eines Schülers denn seinen Unterricht aufbauen? Ich freue mich über Deine Anregungen. Liebe Grüsse Tofu