Schwitzen mit dem Wii-Coach

Nintendo tut was für die Figur und macht die Spielkonsole Wii zum Sportgerät und Trainer zugleich. Die Software "Wii Fit" und das dazugehörige Turngerät "Balance Board" sorgen ordentlich für Schwitzen und Schwanken. Carsten Görig hat "Wii Fit" getestet.

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"Dein Wii Fit-Alter ist 59." Es gibt Dinge, die ich mir von einer Maschine nicht sagen lassen möchte. Vor allem, da ich mir ein wenig auf meine Fitness einbilde. Sicher: Der Winter war lang. Sämtliche Vorsätze, mich mal wieder ein wenig zu bewegen, endeten mit einem Blick aus dem Fenster. Die tägliche Radfahrt zur Arbeit ist auch kein Ersatz für eine Runde Jogging. Aber 59? Ich bin doch gerade mal 38. Das weiß die Schlaumeier-Maschine auch und sagt: "Dein Köper ist deutlich schwächer, als er sein sollte." Danke!

Die Maschine, die mir diese Botschaft unsanft mitteilt, ist eine Spielekonsole, Nintendos Wii. Auf ihr steuere ich normalerweise den hüpfenden Super Mario durch den Weltraum und lasse ihn Prinzessinnen retten. Ich sitze dabei gemütlich auf dem Sofa. Jetzt aber stehe ich in meiner alten Jogginghose davor, während auf dem Bildschirm andere Gestalten zu sehen sind: Virtuelle Fitnesstrainer. Und das in einer Grafik, für das sich jedes echte Videospiel schämen würde.

"Jetzt fühle ich mich tatsächlich dick"

Aber "Wii Fit" ist auch kein Videospiel, sondern ein Heimtrainer für jeden, der sich mal wieder bewegen will und dabei Anleitung braucht. Für 89 Euro bekommt man ein Paket mit dem Programm "Wii Fit" und dem so genannten "Balance Board". Das ist ein Gerät, das ungefähr so aussieht wie eine Personenwaage und sich leider auch so benimmt. Knapp 77 Kilo attestiert es mir, besser gesagt: Ein kleines Männchen, das mit entrückter Roboterstimme "Ich meeesse, ich meeesse" sagt. Dann zeigt es zuerst den BMI, den Body-Mass-Index an und rückt danach mit der Wahrheit heraus. Kein Wunder, dass einige Hosen nicht mehr so gut passen. Es ist noch nicht so lange her, dass mein Gewicht zehn Kilo niedriger lag. Doch der BMI liegt knapp im grünen Bereich. Was das Programm aber nicht davon abhält, mir einen guten Rat zu geben: Ich solle mir doch einfach ein Ziel setzen. Und obwohl mein BMI gut sei, könne ich doch zum Beispiel noch ein paar Kilo abnehmen. Das schade doch nichts. Sehr subtil. Danke, jetzt fühle ich mich tatsächlich dick.

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  • Artikel von: www.stern.de
    Text: Carsten Görig
    Fotos: Nintendo
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