Ich bin mit ganzem Herzen Großstädterin. Und wenn morgens auf meiner Armbanduhr der Zeiger auf sieben springt, lief bisher nie Folgendes ab: 2095 Meter über dem Meeresspiegel stehe ich auf einer winzigen, verschneinten Fläche und lehne mich voller Stolz an ein Gipfelkreuz. Es ist so kalt, dass mein Körper in wenigen Minuten starr wird. Aber das nehme ich nicht wahr, denn ich blicke nur auf eine Szene: Am Horizont, hinter den Bergen erscheint die Sonne. Binnen Sekunden beleuchten intensive, gelb-goldene Strahlen eine riesige Bergfront. Aus keiner Richtung kommt auch nur irgendein Geräusch. Und doch wird mir auf imposante Weise gesagt: Es ist Tag.
Ich bin gerührt. Geht die Sonne eigentlich immer so auf, während ich mich in der Stadt aus dem Bett quäle? Habe ich das all die Jahre wirklich verpasst?
Rückblick. Angefangen hat alles damit, dass ich für Brigitte.de Bergwandern testen sollte. Der Ort, den ich mir ausgesucht habe, heißt Saalbach-Hinterglemm, im Salzburger-Land in Österreich. Das wird toll. Schön ausspannen, die Luft genießen, nett durch die Berge gehen. Wird schon nicht so schwer sein. Hier in Hamburg geh’ ich ja auch gern spazieren.













