Krav Maga, Pole Dance, EMS-Training - wird man davon fit?

Alexandra Reinwarth hat "(fast) jeden Scheiß" ausprobiert, um in Form zu kommen: Krav Maga, Pole Dance und EMS-Training zum Beispiel. Die fünf spannendsten Fitness-Methoden im persönlichen Test.

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Sie ist Mitte 30 und mag keinen Sport. Doch länger kann Alexandra Reinwarth die unzähligen Werbespots nicht mehr ignorieren, in denen gut gelaunte Frauen in knappen Spaghetti-Träger-Shirts und noch knapperen Shorts durch den Park laufen. Ihr Leben soll fitter, jünger und knackiger werden. Sie macht sich auf die Suche nach ihrem Sport: In "Das Fitness-Projekt: Wie ich (fast) jeden Scheiß ausprobierte, um in Form zu kommen" (14,99 Euro, mvg-Verlag) schreibt Sie über ihre Selbstversuche - witzig, kritisch und mit vielen Infos. Insgesamt 17 Sportarten hat sie ausprobiert. Hier finden Sie das Fazit von Alexandra Reinwarth zu Krav Maga, Bodystreet (inklusive Leseprobe), Outdoor-Circuit, Pole Dance und Zumba.

Krav Maga

Wie funktioniert es?
Krav Maga ist, wie andere Arten von Kampfkunst oder -sport, eine Mischung aus Ausdauer- und Krafttraining und ein effektives Selbstverteidigungssystem. Die Merkmale von Krav Maga treten am deutlichsten zutage, wenn man einen Vergleich zu anderen Kampfkünsten herstellt:

  • Im Gegensatz zu den klassischen Hui-Buh- und Kung-Fu- Künsten ist Krav Maga "nicht künstlich", das bedeutet, es ist ein erprobtes, aktuelles und angewandtes Nahkampfsystem.
  • Die Technik ist so einfach und effektiv wie möglich, dafür wurden die Bewegungsabläufe auf Basis unserer natürlichen Reflexe weiterentwickelt.
  • Es gibt Rollenspiele, Parcours und es wird auch mal draußen mit Winterjacke und dicken Schuhen trainiert, um so nahe an realistischen Situationen zu bleiben wie möglich.
  • Man lernt, Dritte zu beschützen.
  • Es wird die zur Verteidigung notwendige Aggressivität gefördert.
  • Kein Klimbim: Keine Rituale, tänzelnde Schritte und Verbeugungen vor dem Gegner, keine Ehrerbietung vor einem Meister und keine fernöstlichen Philosophien. Man lernt nur Abwehr und simultanen Gegenangriff – und einzuschätzen, wann man sie braucht. Fertig.

Was kostet es?
Das kommt darauf an, welchen Kurs man besucht und wie lange der dauert. Das reguläre Training (findet viermal die Woche statt) kostet für Mitglieder ungefähr so viel wie ein Fitnessstudio- Beitrag.

Aufwand
Hin- und Rückweg zum nächsten Krav Maga Center. Obacht: Krav Maga ist kein geschützter Begriff, da es tatsächlich nur "Nahkampf" oder "Kontaktkampf" auf Hebräisch heißt. Informieren Sie sich, wer Ihre Ausbilder sind und wo, bei wem und wie lange die gelernt haben. Ein Qualitätssiegel ist die KMG, die Krav Maga Global.

Für wen?
Im Prinzip ist Krav Maga für alle Sporttauglichen geeignet. Wer körperlich eingeschränkt ist, macht mit, soweit er kann.

Wer macht denn so was?
Viele (recht flotte) Männer (75 Prozent) und weniger Frauen. Es gibt auch Kurse speziell und ausschließlich für Frauen sowie Kurse für Kinder. Keine Sorge, die Kinder lernen dort nicht, andere Kinder zu verkloppen, sondern werden für die Gefahren des Alltags gerüstet: Strom, Straßenverkehr, Messer, Gabel, Schere, Licht, Sie kennen das. Florian [Instruktor Florian Peter, Anm. d. Red.] erzählt mir, dass auch Soldaten zu ihm kommen, Sanitäter, die sich vor randalierenden Idioten schützen müssen und: viele Polizisten! Weil, und das finde ich erstaunlich: Die lernen Nahkampf nur in ihrer Ausbildung und danach nie wieder! Wahnsinn, oder? Es gibt auch spezielle Polizeibeamten-, Militär- und Special-Unit- Kurse, aber ohne Nachweis, dass Sie irgendwas davon sind, kommen Sie da nicht rein.

Vorteile

  • Das Training ist zwar anstrengend, aber der Fokus ist nicht auf die Anstrengung gerichtet, sondern darauf, keine aufs Maul zu bekommen. Man ist also abgelenkt.
  • Man ist sicherer in Gefahrensituationen, was sich auch positiv auf die Selbstsicherheit generell auswirkt.
  • Man wird wachsamer.
  • Es ist schnell zu lernen: zwei, drei Monate in etwa.
  • Man kann seinem Liebsten drohen.

Nachteile

  • Man wird permanent angegriffen.
  • Es kann einen schon mal ordentlich auf die Schnauze hauen.

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  • Fotos: Cathy Dupre, Mauritius Images/Cusp, Stas Perov/Fotolia.com, istockphoto, Christopher Fulcher/istockphoto.com, PR
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