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Ich bin weder asozial noch kriminell. Und das, obwohl ich in einem olympischen Dorf aufgewachsen bin.
Viele Menschen denken ja, dass in ausrangierten olympischen Dörfern nur zweifelhafte Gestalten leben. Schließlich sind die Wohnhäuser dort schlichte Bauwerke, in kurzer Zeit, für wenig Geld hochgezogen, weitab vom Stadtzentrum gelegen. Und wenn die Olympischen Spiele vorbei sind, verkommen sie meist zum sozialen Brennpunkt einer Stadt.
Von der Bauwüste zur Oase für Kinder
So drohte auch das Olympiadorf in München 1972 zu einer Geisterstadt mit Ghetto-Atmosphäre zu werden. Viele der Wohnungen, die die Stadt nach den Spielen günstig anbot, standen lange leer. Wo einst olympischer Geist wehte, schien sich eine Betonwüste auszubreiten.
Doch bald beschlossen die Bewohner: Unser Dorf soll schöner werden. Sie bepflanzten die Terrassen und Gärten und gründeten einen Kulturverein.
Ich war drei Jahre alt, als wir 1974 in die Straßbergerstraße zogen. Sie war benannt nach Josef Straßberger, einem vielfachen Europa- und Weltmeister im Gewichtheben der dreißiger Jahre.













