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"Eigentlich müsste ich viel öfter laufen." Diesen Satz haben wir doch alle schon einmal gesagt. Oder zumindest gedacht. Und im Prinzip stimmt das auch: Die meisten von uns müssten tatsächlich viel öfter laufen (und vor allem anders, aber dazu später mehr). Nur: So wie wir an die Mission herangehen, ist sie meist zum Scheitern verurteilt.
Wir machen einen großen Fehler: Wir verwechseln Motivation mit Motivierung – und das auf allen Ebenen. Motivierung ist nämlich genau genommen bloß psychologisch elegantes Einreden und Aufputschen: Irgendjemand (Freunde, Medien, die Gesellschaft) suggeriert uns, welches Ziel wir haben sollten (besonders beliebt: Abnehmen) und liefert uns dafür auch gleich noch die passenden Tipps und Ratschläge (zum Beispiel die Laufschuhe abends schon vor das Bett zu stellen). Und um die Hierarchie auch schön einzuhalten (nach oben buckeln, nach unten treten), instruiert unser Geist dann unseren Körper, sagt ihm, was er tun soll: durchhalten, kämpfen, Klappe halten. Manchmal funktioniert das sogar für eine kurze Zeit. Aber dauerhaft? Fast nie.
Echte Motivation kommt von innen. Sie ist ein tiefes Bedürfnis. Systemtheoretiker gehen davon aus, dass sich jedes System nur aus sich selbst heraus verändern kann. Und so unromantisch sich das anhören mag: Systeme sind wir alle. Wunderbare, komplexe Systeme, in denen Körper und Geist gleichberechtigt nebeneinander stehen. Veränderungswünsche und Durchhalteparolen, die von außen an uns herangetragen werden, verpuffen deshalb schnell.
Die fünf Schritte, die hier auf Sie warten, sind quasi eine Anleitung zum Durchrütteln Ihres eigenen Systems, um den Raum für echte Motivation frei zu machen und im besten Fall sagen zu können: "Ja, ich will öfter laufen", nicht "Ich müsste." Der Unterschied zwischen Müssen und Wollen ist in Sachen Motivation nämlich gigantisch, oder wie der Philosoph Immanuel Kant es formulierte: "Ich kann, weil ich will, was ich muss."
Schritt 1: Zur Filmheldin werden
Grundgedanke: Machen Sie sich klar, was genau im Moment das Problem ist bzw. was das eigentliche Problem hinter Ihrem unregelmäßigen Training ist. Fühlen Sie sich unfit? Japsen Sie schon beim Treppensteigen nach Luft? Empfinden Sie sich als zu dick oder unförmig? Notieren Sie sich Stichpunkte, alles, was Ihnen innerhalb von fünf Minuten einfällt. Ausgehend von diesem so genannten Problemfilm geht es dann direkt weiter zum Zielfilm.
Lösung: Malen Sie sich bis in alle Einzelheiten aus, wie der Film wohl aussehen würde, in dem alles so ist wie Sie, die Regisseurin und Hauptdarstellerin, sich das wünschen. Wie fühlen Sie sich, wenn Sie morgens aufstehen? Woran merken Freunde oder Ihr Partner, dass Ihr Problem weg ist? Wie oft laufen Sie? Wo laufen Sie? Wie sehen Sie aus? Und was ist Ihnen dann möglich? Nehmen Sie sich Zeit für dieses Herumwandern in der Zukunft, mindestens 15 Minuten, machen Sie sich auch hier wieder Notizen und markieren Sie die Aussagen bzw. Ziele, die Ihnen am wichtigsten sind.
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