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Rio de Janeiro eilt der Ruf als endlose, erotische Samba-Partystadt voraus - und tatsächlich: In Rio stoppt die Party nie! Aber entgegen aller Vorstellungen sieht man tanzende Beautys in knappen Federbikinis hier so häufig wie in Deutschland Frauen im Dirndl. Also nur während des Karnevals, dem brasilianischem Ausnahmezustand. An den restlichen 360 Tagen im Jahr regiert die Samba in Rio de Janeiro auf eine subtilere Art. Sie steckt tief in den Cariocas, so heißen die Bewohner Rios. Samba ist pure Lebensfreude. Und sie will raus. Im Bus, an der Supermarktkasse, beim Bäcker wirft man sich zu Begrüßung und Abschied die nettesten Koseworte zu.
Keine Gelegenheit wird ausgelassen, um das Leben zu feiern, beim Grillen, Spielen oder am Strand. Irgendwann endet es immer in einer Samba-Session. Im "Bip Bip", einer kleinen Bar ohne Theke - die Getränke holt sich jeder selbst aus dem Kühlschrank - in einer Seitenstraße der Copacabana, trifft sich abends die Nachbarschaft um einen großen Holztisch. Dann wird musiziert auf Cavaquinhos und Gitarren, und die Besucher singen dazu.
Das war allerdings nicht immer so: Die traditionelle Samba war in Rio lange Zeit vergessen. Man ging lieber zu Hiphop und Techno aus. Doch seit einigen Jahren besinnen sich alle wieder auf ihre Wurzeln. Samba ist wieder hip in der Stadt unterm Zuckerhut. Und: Eine neue Generation von Musikern gibt der Samba-Geschichte den Glanz zurück.
So wie Sängerin Teresa Cristina. Jeden Freitag steht sie mit ihrer Band auf der Bühne im "Carioca da Gema", einer kleinen Bar in Lapa, einem Stadtviertel im alten Zentrum von Rio, das für seine bunten Kolonialhäuser berühmt ist. Sie ist eine der bekanntesten Sängerinnen Brasiliens mit internationalen Auftritten von Moskau bis Delhi. Auch in Deutschland war sie auf Tour. Und wie überall hat man sie auch bei uns enttäuscht nach den Bikini-Mädchen mit kreisenden Pos, schwingenden Brüsten und knappem Federschmuck gefragt.












Lisa