Bollywood-Dance

Indien ist Trend, auch in den Fitness-Studios. Unter Bezeichnungen wie "BollyDance " oder "Bollywood-Dance" werden Tanzkurse angeboten, die indische mit westlichen Elementen verknüpfen. Macht das Spaß - und was bringt es für die Fitness? Wir haben es ausprobiert.

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Die Trainerin über Bollywood-Dance

Tatjana Wegner (35) ist ausgebildete klassische Ballett-Tänzerin. Sie entdeckte indischen Tempeltanz bereits vor Jahren, und hat daraus ein eigenes Programm entwickelt: "BollyDance". Sie unterrichtet in mehreren renommierten Hamburger Fitness-Studios und hat eine BollyDance-Kompanie aufgebaut, die mit eigenen Shows auftritt.

"Bei Bollywood-Dance kann jeder mitmachen - meine Stunden sind auf Anfänger ausgerichtet, es trainieren aber auch Profis mit. BollyDance ist kein klassischer indischer Tanz, denn der wäre zu schwer zu lernen. In meine Stunde es fließen eigentlich alle Tanzstile mit ein. Ich kombiniere Elemente aus dem klassischen indischen Tanz mit Hip Hop, Bauchtanz und Jazz Dance.

Der ganze Körper wird bei BollyDance beansprucht, buchstäblich bis in die Fingerspitzen. Hals, Füße und Finger kommen stärker zum Einsatz als bei den meisten anderen Tänzen. Das Training stimuliert die Meridiane*, stärkt die Reflexe, und sorgt für eine gute Körperbalance."

Die Probestunde: Bollywood-Dance im Test

Architektin Ulrike Klein (31) tanzt seit ihrer Kindheit. Im Moment reicht ihre Zeit allerdings nur für Jazz Dance, einmal pro Woche. Von Bollywood-Dance hatte sie schon gehört, es aber bislang nicht ausprobiert. Hier schildert sie ihren Eindruck von der ersten Stunde:

"Zum Beginn der Stunde banden wir Kursteilnehmerinnen uns ein Tuch um die Hüfte, und klebten uns ein Glitzersteinchen auf die Stirn. So fühlte ich mich ein wenig verkleidet, was befremdlich und lustig zugleich war - als würde man in eine fremde Welt schlüpfen.

Mir hat es von Anfang an Spaß gemacht. Die Trainerin lächelte die ganze Zeit, was mir gut gefiel und richtig ansteckend war. Besonders mochte ich den Hüftschwung, das fühlte sich einfach sehr weiblich an! Nach drei schnell hintereinander weg getanzten Stücken zeigte Tatjana uns genauer, wie wir Hände und Füße bewegen. Danach studierten wir eine Choreographie ein. Das gefiel mir am besten, weil ich mich dabei gründlicher in Bewegungsabläufe einfuchsen konnte. Durch die Wiederholungen wurde ich in den Bewegungen weicher, fließender, und hatte das Gefühl, in einem schönen Fluss zu tanzen.

Trotzdem war die Stunde auch anstrengend. Bollywood-Dance hat viele Elemente aus dem klassischen Tanz, zum Beispiel Plié, eine Ballett-Figur, für die man tief in die Knie gehen muss. Das viele Armhochhalten fordert den Rücken, und ist sicher gut für die Haltung. Am Ende gab's ein indisches Verabschiedungsritual, mit dem wir uns gleichzeitig gedehnt haben, das hat mir auch gut gefallen.

Fazit: Ich habe selten eine Tanzstunde erlebt, die so viel Spaß gemacht hat. Besonders gut gefielen mir die meditativen Elemente, und der Aufbau der Stunde - erst drei schnelle Tänze, dann Technik, und dann eine Choreografie. Die Bewegungen kann man, glaube ich, recht leicht lernen, nur das schnelle Schütteln von Schultern und Kopf ist für uns steife Europäer schwierig. Ich fand die Tanzstunde bunt und erfrischend, und hinterher hatte ich das Gefühl, mich amüsiert und trotzdem trainiert zu haben. Ich würde wieder hingehen, wenn ich es zeitlich einrichten kann. Erstmal bleibe ich allerdings beim Jazz Dance, weil ich glaube, dass ich mich da besser auspowern kann. "

*Unter Meridianen versteht die traditionelle chinesische Medizin Energieleitbahnen des Körpers. Bei Akupressur und Akupunktur werden einzelne Punkte, die auf diesen Meridianen liegen, gedrückt bzw. genadelt. Auf den Meridianen liegen mehrere hundert Energiepunkte, die unterschiedlichen Organen zugeordnet sind.

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