Lässig schwingen und von alten Zeiten träumen? Beim Lindy Hop kein Problem. Eigentlich...
"Du denkst zu viel", sagt er. Bis jetzt war mir dieses Problem höchstens beim Sex begegnet. Aber auch beim Swingtanzen scheint es essenziell wichtig zu sein, da oben auf Standby zu schalten. Ich versuche Lindy Hop zu tanzen - einen Stil aus den 30er-Jahren zu lässiger Swingmusik. Aber jetzt steht unser Lehrer Konstantin schon zum dritten Mal an diesem Workshop-Wochenende neben mir. Langsam wird's peinlich. Ich hatte mir das so einfach vorgestellt: entspannt zu lässiger Musik schwofen, von vergangenen Zeiten (und dem guten alten Robbie Williams) träumen und mich ab und zu ein bisschen herumwirbeln lassen. Was mir allerdings nicht klar war: Meine Füße sind sehr emanzipiert. Sie machen nur, was sie wollen. Ein Step zurück, ein Kick nach vorn - so die eigentlich recht simple Schrittfolge. Ich kicke aber leider hinten und steppe vorne.
"Mach dir ein Mantra!", rät der Swing-Experte. Ein Mantra? "Na, Ba - Ba - Di - Ba ... zum Beispiel." Ah ja. Ich entscheide mich für "Step - Kick - Step - Kick ...", murmele mein neues Mantra leise vor mich hin. Und: Es klappt! Endlich verhasple ich mich nicht mehr, sondern merke zum ersten Mal, was hier eigentlich läuft: ziemlich gute Musik. Ella Fitzgerald, Ray Charles und Diana-Krall-gute-Laune-Sound. Meine Stimmung steigt von Beat zu Beat. Ich swinge mich ein und denke nicht mehr an meine bedrohlich hohen Schreibtischstapel, sondern nur noch an das eine: Step - Kick - Step - Kick ... Der Typ dahinten hat's leider bislang nicht so raus. Tanzt immer knapp neben dem Takt ... Mist. Ich auch. Ganz schön schnell, dieses Stück. Wie komme ich wieder rein? Mein "Leader" kickt unverdrossen weiter. Kann ich vergessen, dass er sich hier einschaltet.












vielen Dank für diesen Artikel, jaja, so gehts wohl jedem Lindy Anfänger, kommt mir alles sehr bekannt vor ;), vor allem dieser Part des Artikels: "Ein Step zurück, ein Kick nach vorn - so die eigentlich recht simple Schrittfolge. Ich kicke aber leider hinten und steppe vorne. "
Aber wenn man es mal drinhat, kann man echt nicht mehr aufhören. Ich habe mich nach meinem Anfängerkurs gleich auf eine große Swinparty getraut, anfangs kam ich mir vor, wie der Storch im berühmten Salat, aber dann wars echt klasse, Übung macht halt den Meister, und jetzt kicke ich nach vorne und steppe nach hinten ;)
Wenn mal Lust auf Tanzen besteht kann ich diese stilechte Party, auch was die Aufmachung der tanzenden Gäste betrifft, nur empfehlen, das bekommt man das echte 30er Feeling mit Big Band: http://www.swinginwiesbaden.de/index.php?decaDance
Viele Grüße und keep on swingin