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Yolanda Bertolaso ist ausgebildete Bühnentänzerin und Dozentin für Tanztherapie an der Universität Münster. Sie weiß, dass Tanzen gesund und glücklich macht. Und sie weiß auch warum.
Yolanda Bertolaso
BRIGITTE: Wie genau funktioniert eine Therapie durch Tanzen?
Yolanda Bertolaso: Wir aktivieren mit der Tanztherapie die Selbstheilungkräfte, indem wir den so genannten künstlerischen Funken entzünden. Jeder Mensch hat einen Pool an ihm unbekannten Ressourcen, die über den Körper aktiviert werden können. Tanzen bringt die Menschen in der Hektik des Alltags wieder zu sich selbst.
BRIGITTE: Bei welchen Krankheiten heilt die Therapie?
Yolanda Bertolaso: Bei allen möglichen psychischen Störungen. Auch körperliche Leiden bessern sich, ich arbeite zum Beispiel viel mit Schlaganfall-Patienten.
BRIGITTE: Wie kann Tanzen seelische Beschwerden lindern?
Yolanda Bertolaso: Zum Beispiel hat ein depressiver Mensch fast immer eine gebeugte Körperhaltung, den Blick auf die Füße gesenkt. Diesen Menschen richte ich erst mal auf. Er lernt wieder, gerade zu stehen, anderen in die Augen zu blicken. Dazu verwende ich höfische Tänze der Renaissance, weil es dabei auf die Haltung ankommt.
BRIGITTE: Welche Tänze machen besonders glücklich?
Yolanda Bertolaso: Kommt auf die Menschen und auf die Situation an. Orientalische Tänze etwa betonen die Weiblichkeit, bringen Bewegung in ein verspanntes Becken. Gegen den Winterblues hilft fröhlicher Salsa. Und natürlich das Menuett: Es ist sehr kommunikativ, verbindet Menschen miteinander - und kann richtig gute Laune machen.
Interview: Eva Meschede













