Neuer Trendsport für Frisbee-Fans: Ultimate
Bekanntes Flugobjekt: Ihr erstes Frisbee bekam Nina Draxlbauer mit 12. Jetzt, mit 25, hat sie's wieder versucht.
So wird Ultimate gespielt: Hier geht es direkt zur Anleitung.
Rundes weißes Plastik, gerillte Ränder, knapp 28 Zentimeter im Durchmesser und nicht schwerer als eine Tafel Schokolade: die Flying Disc. Zu meinem zwölften Geburtstag bekam ich eine Frisbee-Scheibe geschenkt, die in der Sonne glitzerte. Die Nachbarswiese ernannte ich zu meinem Trainings-gelände, die Disc wurde meine sportliche Schusswaffe. Und mein Vater mein Spielpartner. Das war vor 15 Jahren.
Der Sport zur Scheibe heißt "Ultimate", also suche ich im Internet nach einer Mannschaft im Umkreis. Ich entscheide mich für ein Team in Münster: Frauen und Männer gemischt. Jede Woche Donnerstag und Sonntag wird trainiert. Die Mädels in knappen sportlichen Shorts, ungeschminkt und gut trainiert. Die Männer stecken in Noppenschuhen und erinnern mit ihrer Lässigkeit an Fußballer. Mit einem kurzen "Hi" begrüßt man sich, für lange Gespräche bleibt keine Zeit.
Die Scheibe zum Fliegen zu kriegen ist allerdings verzwickter, als es aussieht.
Ich schlüpfe in ein neongelbes Trikot, und Eike, ein Mitspieler, zeigt mir im Schnellkurs, welche Handgriffe ich können muss. Den Sandwich-Catch zum Beispiel: Zum Fangen patscht man einfach die Hände zusammen. Super, kenne ich von früher. Schwieriger ist das Werfen. Als blutige Anfängerin kann ich meine Hand nicht koordinieren. Die Frisbee-Scheibe zwischen Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger geklemmt, drehe ich meinen Arm bis zur Brust ein. Mit aller Kraft schleudere ich die Disc von mir. Die Flugbahn gleicht einem Vogel in Turbulenzen: Sie segelt zehn Meter an Eike vorbei und kullert über den Rasen.
Eike wirft zurück. Die Scheibe landet direkt in meinen Händen, ohne dass ich mich auch nur einen Zentimeter bewegen muss. "Der Schwung muss aus dem Handgelenk kommen und nicht aus dem Arm", sagt Eike. Nur was, wenn da kein Schwung ist? Ich stelle mich an, als müsste ich einen zentnerschweren Stein von mir katapultieren und beginne an meinen motorischen Fähigkeiten zu zweifeln. Oder schiele ich vielleicht? Aber so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen ... Gedanklich versetze ich mich in meine Kindheit zurück und verknüpfe meine Erinnerung mit Eikes Profi-Tipps. Und endlich segelt die Scheibe, wie an einer unsichtbaren Schnur aufgefädelt, geradeaus. Nach einer halben Stunde Training bin ich bereit für das erste Spiel.











