Yoga
Die Fünf Tibeter - mehr Vitalität in nur 15 Minuten

Den Körper stärken, das Herz öffnen, sich selbst entdecken - mit den Fünf Tibeter-Übungen gelingt das. Eine Viertelstunde täglich genügt.

Foto: mkaminsky/fotolia.com

Jungbrunnen oder Hokuspokus?

Mythen ranken sich um sie, wahre Wunder werden ihnen nachgesagt. Von geheimen Riten aus den Hochtälern des Himalayas ist die Rede, zelebriert von tibetischen Mönchen in einem abgelegenen Kloster. Das "Todeshormon" sollen sie blockieren, dabei helfen, sich "um Jahre jünger zu fühlen". Seit Jahrzehnten gelten die Fünf Tibeter-Übungen als Wegweiser für alle, die die "Quelle der Jugend" suchen.

Ein nettes Märchen, inspiriert von der berühmten Shangrila-Geschichte, meint Maruscha Magyarosy, Vorstandsmitglied im Fünf Tibeter Anwender und Trainer Dachverband e. V. "Weder der Dalai Lama noch andere hohe tibetische Würdenträger kennen diese Übungen. Alle schmunzeln milde darüber", sagt die Körper-, Atem- und Yogatherapeutin aus München. Fest steht, dass Chris Griscom, spirituelle Lehrerin und Gründerin des "Light Institute" in New Mexico, sie Ende der achtziger Jahre nach Deutschland gebracht hat.

Inzwischen bemühen sich Trainerinnen und Trainer, die Körperübungen aus der Esoterik-Ecke herauszuholen. Denn auch wenn sie uns nicht den ultimativen Jungbrunnen schenken - daran, dass sie weit mehr als ein normales Fitness- oder Gymnastikprogramm sind, besteht kein Zweifel. Experten vermuten, dass die Übungen aus der indischen Yoga-Tradition des 7. oder 8. Jahrhunderts stammen, und vergleichen sie mit dynamischen Übungsfolgen wie dem Sonnengruß.

Weniger Fett, dafür mehr Muskeln und Entspannung

Ihre Wirkung ist umfassend: Muskeln, Sehnen, Knochen und Gelenke werden trainiert, alle Stoffwechselprozesse angekurbelt, Immunsystem und Hormonausschüttung harmonisiert, die Entgiftung des Körpers wird angeregt und das vegetative Nervensystem stabilisiert.

Wissenschaftlich nachweisen will diese Effekte jetzt die Diplom-Medizinerin Ulrike Kerkhoff aus Magdeburg in einer großen Studie. Sie hat dafür sowohl von langjährig Übenden als auch von "Neulingen" jeweils 276 verschiedene Daten erhoben und Interviews gemacht. Noch ist nicht alles ausgewertet. Schon jetzt steht aber fest: "Diejenigen, die länger als drei Jahre üben, haben im Vergleich zu Nichtübenden eine deutlich verbesserte Lungenfunktion, mehr Muskelmasse und weniger Körperfett und können sich schneller entspannen", sagt die Fachärztin für Allgemein- und Arbeitsmedizin.

Die Fünf Tibeter sind ein effektives, ganzheitliches 15-Minuten-Programm

Das Lösen körperlicher Verspannungen hilft aber auch dabei, Emotionen bewusst wahrzunehmen und loszulassen. Und die Selbsterfahrung beim Üben fördert ein besseres Selbstbewusstsein und ein neues Selbstwertgefühl. "Die Fünf ‚Tibeter' sind ein kompaktes und effektives ganzheitliches 15-Minuten-Programm", sagt Maruscha Magyarosy. "Die Kombination von Bewegung, Atmung, körperlicher und geistiger Achtsamkeit aktiviert die Lebensenergie, die Grundlage für Gesundheit, Vitalität, Kreativität und geistig-seelisches Wohlbefinden."

Voraussetzung ist jedoch, dass regelmäßig, am besten täglich, geübt wird und die Übungen sauber ausgeführt werden. "Besser nur neun Wiederholungen machen, aber dafür exakt", sagt Trainerin Magyarosy. "Bewegungsqualität geht vor Bewegungsquantität. Dann lässt sich mit diesem yogaähnlichen Programm der Alterungsprozess zwar nicht aufhalten, aber durchaus hinausschieben. Und Lebensfreude gewinnen."

Die fünf Tibeter zum Nachmachen:

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Erster Tibeter

Erster Tibeter

Stellen Sie sich aufrecht hin, die Beine hüftbreit auseinander, Knie leicht gebeugt, die Füße stehen parallel. Legen Sie die Hände in Augenhöhe in Gebetshaltung aneinander. Nun atmen Sie ein, breiten die Arme aus, die Handflächen zeigen nach unten, und drehen sich im Uhrzeigersinn (rechts herum) um sich selbst. Bei der letzten Drehung bringen Sie die Hände wieder zusammen. Zum Schluss bleiben Sie einen Augenblick stehen, oder Sie legen sich auf den Rücken und spüren nach.

So spüren Sie schnell Erfolge:

• Üben Sie möglichst täglich, am besten zur gleichen Tageszeit. Halten Sie dabei die angegebene Reihenfolge ein.

• Essen Sie zwei bis drei Stunden vor dem Üben nichts Schweres.

• Verbinden Sie Ihre Atmung mit den Bewegungen. Am besten üben Sie in Ihrem natürlichen Atemrhythmus. Wichtig ist, dass Sie komplett ausatmen.

• Machen Sie jede Übung maximal 21-mal. Beginnen Sie mit dreimal und steigern Sie sich, wenn es Ihnen möglich ist, pro Woche um zwei Durchgänge. Das Üben sollte Spaß machen und Sie nicht zu sehr anstrengen.

  • Text: Monika Murphy-Witt

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