Yogastile: Anna Trökes im Interview

Yoga ist und bleibt Trend: Nirgends sonst werden Körper und Seele gleichermaßen gestärkt - zur Auswahl stehen immer zahlreichere und speziellere Kurse. Anna Trökes, langjährige Yogalehrerin und Organisatorin des Potsdamer Yoga-Kongresses "Die Einheit in der Vielfalt" (29.5-2.6.) bietet im BRIGITTE.de-Interview eine Orientierung durch die vielfältigen Yogastile.

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BRIGITTE.de: Warum ist eigentlich alle Welt verrückt nach Yoga?

Anna Trökes: Yoga ist die Wissenschaft vom Menschen: wie funktionieren Geist und Psyche und wie hängen Atem und Körper damit zusammen. Yoga löst die inneren Knoten und Anspannungen, lässt dich Abstand zu den Dingen gewinnen, lehrt dich, bei dir zu bleiben - du wirst gelassener. Jeder Mensch, der Yoga ausprobiert, macht dabei ähnliche Erfahrungen.

BRIGITTE.de: Vinyasa, Iyengar, Sivananda, Flow oder Anusara-Yoga: weshalb gibt es diese schier unendliche Anzahl von Yogastilen?

Anna Trökes: Es gibt so viele Asanas (Übungen in der Yogapraxis) und Yogastile wie es Menschen gibt; so kann jeder seinen eigenen Zugang zum Yoga finden: einen Zugang zu etwas, das einem das Herz öffnet - ausreichende Angebote sind hier wichtig.

BRIGITTE.de: Worin bestehen die Unterschiede der Yogastile?

Anna Trökes: Die Stile sind wie ein alter Text in immer neuer Melodie: sie sind sozusagen Remixe der ursprünglichen Yogatraditionen: Das gute alte BEE GEEs Lied kommt mal als Salsa, mal als Reggae, mal als Dub-Version…Die Melodie bildet der Sonnengruß (eine festgelegte Folge von Yogaübungen) und das ganze Set der Asanas. Neben dem traditionellen, körperlich orientiertem Hatha Yoga (u.a. Iyengar, Asthanga, Jivamukti, Shivananda) gibt es die meditativen Stile, die sich unter dem Begriff Raja Yoga zusammenfassen lassen, eine Yogaform, die von Leuten angesteuert wird, die ihren Geist erforschen und Meditationen kennen lernen möchten. Die spirituelleren Richtungen des Vedanta, des Bhakti Yoga basieren auf der absoluten Hingabe an Gott oder einem Guru.

BRIGITTE.de: Wie finde ich für mich den passenden Yogastil?

Anna Trökes: Ausprobieren. Was für den einzelnen passt, ist eine Frage der Persönlichkeitsstruktur. Wenn ich beispielsweise in meiner ersten Yogastunde zum Bikram Yoga käme, in einen heißen Raum, wo ich nicht raus und nicht die Fenster öffnen darf, würde ich persönlich die Krise kriegen und mit Yoga aufhören. Reines Asthanga-Yoga wäre für mich viel zu sportlich, darum ist es gut, dass es auch Yoga Flow gibt, das in die Asthanga Richtung geht, aber körperlich nicht so anspruchsvoll ist. Eine Person, die Iyengar Yoga macht, sucht die strengen Formen, die Präzision und die ständige Wiederholungen der Übungen - andere macht das verrückt.


Eine Liste der Yogastile finden Sie hier:Yogastile

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  • Interview: Nicole Reese
    Foto: Getty Image
    Foto Anna Trökes: privat
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