Der Hörsinn

  • 0 Kommentare
  •  
  •  
In diesem Artikel:

Was beeinträchtigt den Sinn?

Alles, was zu laut und zu schrill ist
Wenn zu starke Schallwellen über die Härchen der Hörzellen hinwegbranden, können diese abbrechen oder -knicken. Solche Knalltraumen werden durch Lautstärken ab etwa 130 Dezibel verursacht, also durch Silvesterböller, aber auch Spielzeugpistolen. Die Schäden dabei sind endgültig, denn die Zellen des Innenohrs erneuern sich nicht. Auf Dauer zerstört bereits Schall unterhalb der Schmerzgrenze das Gehör, und zwar umso schneller, je lauter er ist. Oft merken wir davon zunächst nichts. "Diese kleinen Schäden summieren sich aber, bis irgendwann der Point of no Return überschritten ist", warnt Dr. Birgit Mazurek, Leiterin des Tinnituszentrums der Berliner Charité.

An Lärm gewöhnen sich weder unser Ohr noch unser Körper. Für ihn bedeutet Lärm Stress: Cortisol wird ausgeschüttet, und der Blutdruck steigt. In einer lauten Umwelt zu leben erhöht das Infarktrisiko von Frauen um mehr als das Dreifache, so eine Studie der Charité. Und nachts sind unsere Ohren noch empfindlicher: Einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts zufolge steigern schon nächtliche 55 Dezibel - dieser Wert wird auf vielen unserer Straßen erreicht - das Risiko von Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten und Asthma-Erkrankungen.

Seite:

  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  • BRIGITTE Heft 24/07
BRIGITTE
im Abo