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Irgendwo im tropischen Bergwald in Kerala, Südindien: Der Massagetisch ist eine geschnitzte Holzwanne, für weichliche Europäer wie mich liegt eine Plastikmatratze darauf. Zwei indische Masseure signalisieren durch Gesten: Jetzt geht's los. Man reicht mir einen Lendenschurz zur schicklichen Bedeckung, ich krabbele auf den Tisch, lege mich hin und freue mich auf eine entspannende Massage.
Fehlanzeige.
Erst mal wieder hinsetzen - und zwar aufrecht mit ausgestreckten Beinen und Armen. Bitte ausprobieren: Das strengt mächtig an, vor allem, wenn es geschlagene zehn Minuten dauert. Die Hüftbeugermuskeln in der Leiste ächzen und hinterher gibt's Muskelkater. Fünfzig Minuten dauert die Massage, die Arme müssen zur Seite und nach oben, endlich darf ich mich wenigstens hinten abstützen. Ich werde auf die linke Seite gelegt und dann auf die rechte. Am Ende alles wieder zurück bis zum Sitzen. Von oben bis unten mit Öl bedeckt flutsche ich auf der Matratze herum wie ein Stück Seife und werde von den Masseuren gewendet wie ein Schnitzel.
Deren Hände sind rau, Durchblutung und Peeling sind inbegriffen. Nicht einzelne Muskeln werden geknetet, es wird in langen Strichen massiert, immer synchron von zwei Seiten: von der Hüfte bis zum Fuß, vom Hals zur Hüfte, vom Nacken über den Rücken zum Oberschenkel oder gar die ganze Körperlänge bis zu den Füßen. Das Öl wird auf einem Gasbrenner erwärmt, den Geruch werde ich zwei Wochen nicht mehr los. Ein angenehmer Geruch, kräftig, erdig, würzig. Aber allgegenwärtig.













