Triumph: Bis zuletzt hat die 46-Jährige nicht an ihr Comeback geglaubt. Bei der Urwahl im November 2012 schaffte sie ein fulminantes Comeback als Spitzenkandidatin. Mit 47,3 Prozent der Stimmen ließ sie ihre Konkurrentinnen Co-Fraktionschefin Renate Künast (38,6 Prozent) und Parteichefin Claudia Roth (26, 2 Prozent) weit hinter sich.
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Tango und Cha-Cha-Cha: Der Vater war Tanzlehrer, als Selbständiger eine Ausnahme im Arbeiter- und Bauernstaat, und brachte DDR-Bürgern Manieren bei. Eine begeisterte Tanz-Schülerin: Tochter Katrin. Sie ist bis heute eine leidenschaftliche Tänzerin, was sie bei Veranstaltungen wie dem Presseball (hier in Begleitung ihres Ehemannes Michael Göring) gerne unter Beweis stellt. Und sie legt großen Wert auf gutes Benehmen.
Die Angela Merkel der Grünen? Wie die Kanzlerin pflegt Katrin Göring-Eckardts einen sachlichen Politikstil, klar und moderat. Sie strahlt Ruhe und Würde aus und drängt sich nicht in den Vordergrund. Aber man sollte sie nicht unterschätzen. "Ich glaube, dass sie ein sehr ausgeprägtes Machtbewusstsein hat. Nur schlägt sich das nicht in rüpelhaften Umgangsformen nieder", sagt ein Fraktionskollege.
Der neue Herz-Jesu-Sound: Früher war sie die harte Agenda-2010-Befürworterin. Heute ist sie die Mutter Teresa der Grünen, eine mitfühlende Sozial- und Familienpolitikerin, eine Kümmererin mit einem Herz für Bedürftige: "Wer sich hundertmal bewerben musste, wer mit wenig Geld seine Kinder ernähren muss, von solchen Menschen können wir lernen", sagt sie.
Aus der Mitte: Als klassische Bildungsbürgerin spricht die Reala aus Thüringen die bürgerliche Mitte an. Ihr Mann ist Pfarrer, die beiden Söhne sind erwachsen. Sie war die erste Frau in der DDR, die einen Doppelnamen trug. Weil sie nicht heißen wollte wie ein Nazi. Sie brettert mit einem Hybrid-Motorrad durch Erfurt und joggt, wenn sie die Zeit dazu hat.
Im festen Glauben: Aufgewachsen in der DDR, fand sie in der jungen Gemeinde, der kirchlichen Jugendorganisation zum Glauben: "Hier konnte ich sagen, was ich will, ohne dass meine Eltern einbestellt wurden. Diese Freiheit war ganz großartig – und sie war an das Christentum gekoppelt." 2009 wurde sie Präses der Synode der evangelischen Kirche.

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