Aber es geht auch anders: Kürzlich sah man sie mit offenen, lockigen Haaren und einem tiefen Dekolletee auf einer Abendveranstaltung! Ein seltener Anblick.
Die Nein-Maschine: Nach der Wende sang Sahra Wagenknecht trotzig ihr Loblied auf die ehemalige DDR. Heute würde sie die DDR nicht mehr als besseres Deutschland und die Mauer nicht mehr als notwendiges Übel bezeichnen, wurde Wagenknecht kürzlich zitiert. Aber damals sei sie wütend gewesen, und fand es unfair, mit welcher Häme das kleinere Deutschland in den Dreck gezogen wurde. Sie nervte mit ihrer wenig offenen Haltung selbst ihre eigene Partei, die PDS. "Stalinistin" nannte man sie damals, "Njet-Maschine" sagte Gregor Gysi.
Die Verwandlung: Sahra Wagenknecht blieb zwar in der Partei, wurde aber zur Randfigur. Diese Zeit nutzte sie, um zu lesen, sich fortzubilden. Sie verschlang alles zur Ökonomie , studierte Literatur und Philosophie. Am Ende hatte sich ihre Sicht auf die DDR verändert, dem Kapitalismus aber stand sie immer noch feindlich gegenüber. Ihre neue Startbasis wurde dann Mitte 2000 die Linkspartei, ihre neue Homebase Nordrhein-Westfalen. Und die Finanzkrise ab 2008 war ihre große Chance: Plötzlich waren die Menschen wieder an Kapitalismuskritik interessiert und lechzten nach gerechteren Gesellschaftsformen.
Wagenknecht plädiert heute für einen kreativen Sozialismus, wie sie es nennt. Dazu gehört z.B eine Vermögenssteuer, und eine Verstaatlichung großer Unternehmen. "Es gibt Marktwirtschaft ohne Kapitalismus und Sozialismus ohne Planwirtschaft", schreibt Wagenknecht in ihrem 2012 überarbeiteten Buch: "Freiheit statt Kapitalismus".
Heute buht niemand mehr: Schon seit einiger Zeit ist Wagenknecht ein gern gesehener Gast in Talkshows und auf populären Veranstaltungen. Anfang Januar wagte sie sich sogar auf den CDU/FDP-Dominierten Neujahrsempfang des Hamburger Stadtteilmagazins Klönschnack aus Blankenese und strahlte neben Kubicki und Oettinger.
Plädiert für Umverteilung: Wagenknecht will endlich Wohlstand für alle – und ist sich auch nicht zu schade, dafür ihre eigenen Verdienste offen zu legen, wie bei Markus Lanz im Mai letzten Jahres. 2500 bis 3000 Euro habe die Spitzenpolitikerin im Monat zur Verfügung sagte sie dort

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