Späte Karriere
Erst im Alter von 32 Jahren tritt Ursula von der Leyen der CDU bei, ist lange Zeit ein einfaches Parteimitglied. Im Jahr 2001 wird sie stellvertretende Bürgermeisterin ihres Heimatorts Sehnde, zwei Jahre später niedersächsische Sozial- und Familienministerin. Nach der Bundestagswahl 2005 folgt von der Leyen dem Ruf Merkels nach Berlin und wird Bundesfamilienministerin.
Familienpolitikerin
In ihrer Zeit als Familienministerin führt Ursula von der Leyen das Elterngeld und die Vätermonate ein, forciert den Ausbau der Krippenplätze. Sie bricht mit dem traditionellen Familienbild der Christdemokraten, fordert "vom starken Geschlecht mehr Engagement für Familie und Pflege". Walter Mixa, Bischof von Augsburg, kritisiert von der Leyen als "kinderfeindlich und verblendet" – die Ministerin selbst spricht von "Meilensteinen" im Umbau deutscher Familienpolitik.
Falsche Hoffnungen
Nach dem Rücktritt Horst Köhlers vom Amt des Bundespräsidenten gilt Ursula von der Leyen als wahrscheinliche Nachfolgerin. Sie freut sich auf das neue Amt, Angela Merkel signalisiert ihre Zustimmung. Doch zwei Tage später ist von der Leyen abserviert, die Kanzlerin entscheidet sich überraschend für Christian Wulff als neuen Bundespräsidenten. Für Ursula von der Leyen ein erneuter Schlag: Nach der Bundestagswahl 2009 flirtete sie erst mit dem Amt der Gesundheitsministerin, deutete dann Ambitionen an, EU-Kommissarin zu werden. Angela Merkel vertröstete sie beide Male.
Internetzensur
2009 erhält Ursula von der Leyen den Spitznamen "Zensursula": Ihr Vorstoß zur Sperrung von Webseiten mit kinderpornographischen Inhalten wird als unwirksame Zensur-Maßnahme getadelt; Verfassungsschützer und Internetaktivisten kritisieren von der Leyen. Die Bundesregierung distanziert sich schließlich vom Gesetzesvorhaben der Ministerin.
Talkshow-Königin 2012
Kein anderes Regierungsmitglied saß im vergangenen Jahr häufiger in den Talkshows von ARD und ZDF. Insgesamt neunmal ist die Ministerin zu Gast in den politischen Gesprächsrunden der Öffentlich-Rechtlichen, am häufigsten bei Günter Jauch (viermal). Ihre Lieblingsthemen: Schlecker-Frauen, Alleinerziehende und Kinder von Hartz-IV-Empfängern.
Schicksalsschlag
Im Mai 2008 gibt Ursula von der Leyen öffentlich bekannt, ihr Vater sei dement. Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident leide seit 2003 an Alzheimer. "Ich erinnere mich, wie ich ihn die erste Zeit argwöhnisch beobachtet habe, ob sich etwas verändert. Im Rückblick tut es mir fast leid, dass ich mich sogar als ausgebildete Ärztin so wenig angemessen verhalten habe", sagte die CDU-Politikerin später in einem Interview. Von der Leyen pflegt ihren Vater zusammen mit ihrem Ehemann; die Familie wohnt auf einem Anwesen bei Hannover.
Wenig Erfolg als Arbeitsministerin
Als Arbeitsministerin war Ursula von der Leyen lange Zeit ungewöhnlich zurückhaltend – bis sie im Herbst 2012 ihr Konzept zur "Zuschussrente" vorstellt: Mit der Zuschussrente – teilweise finanziert aus Beitragsgeldern – will von der Leyen die Renten von Geringverdienern aufstocken, allerdings nur, wenn diese 30 Jahre lang Rentenbeiträge gezahlt und zusätzlich privat vorgesorgt haben. Doch der Vorschlag der Ministerin ist nicht konsensfähig. Auch in ihrem Kampf für eine gesetzliche Frauenquote muss von der Leyen eine Niederlage einstecken: Im letzten Moment bringt Kanzlerin Merkel im April 2013 die Quotenbefürworter in der CDU dazu, das Thema auf die nächste Legislaturperiode zu verschieben.
Welche Ziele hat Ursula von der Leyen im Wahljahr? Darüber spricht sie am 24. Mai mit der BRIGITTE-Chefredaktion - seien Sie live dabei!

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