Die Frauen des Jahres 2010
Von Lena über Aygül Özkan bis Daniela Katzenberger: Diese Frauen haben uns bewegt, beeindruckt oder einfach für Aufsehen gesorgt. Unsere Frauen des Jahres 2010.
Frauen des Jahres: Lena
Was für ein Auftritt: Rehbeinig, im kleinen Schwarzen steht sie da, und dann tanzt sie los, ihren unverwechselbaren Stil – irgendetwas zwischen Joe Cocker und Impro-Theater. Ihr Song "Satellite" rockt ein Millionenpublikum. Lena war unser Star von Oslo und ist eine unserer Frauen des Jahres. Mit ihrer frischen, unbekümmerten Art avancierte sie zum Star unserer Herzen.
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Frauen des Jahres: Kate Middleton
Nach sieben Jahren Beziehung dürfte Kate Middleton wissen, worauf sie sich eingelassen hat: merkwürdige Verwandtschaft, ein zugiges Zuhause und kaum Privatsphäre. Trotzdem strahlt sie seit der Verlobung mit Dianas altem Ring um die Wette. Ganz klar, diese Frau liebt ihren Prinzen. "Waity Katie" ist jetzt die wohl berühmteste Verlobte der Welt. Und der beste Beweis, dass es sich manchmal lohnt, auf das Glück zu warten.
Frauen des Jahres: Margot Käßmann
Ende 2009 hatte sie es geschafft: Als erste Frau ist Margot Käßmann zur Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschlands gewählt worden, ist Deutschlands höchste evangelische Würdenträgerin. Doch ein paar Monate später fährt sie angetrunken bei Rot über die Ampel. Sie, die selbst gern unmoralisches Verhalten bei anderen öffentlich kritisiert, legt denselben Maßstab an sich selbst an: Konsequent tritt sie von ihrem Amt zurück. Sie hat einen Fehler gemacht, und dafür steht sie gerade. Dafür gebührt ihr Respekt.
Frauen des Jahres: Kathryn Bigelow
Einfach unglaublich: Erst dieses Jahr hat eine Frau in der über 80-jährigen Geschichte der Oscars so eine Trophäe für die Beste Regie bekommen. Und das nur, weil sie den Jungs in deren ureigenster Domäne, nämlich dem Kriegspielen (bzw. dem Filmemachen darüber) gezeigt hat, wie’s geht. In Deutschland hat zwar kaum jemand das Irak-Kriegsdrama "The Hurt Locker – Tödliches Kommando" gesehen. Aber das war egal: Als die 59-jährige Regisseurin den wichtigsten Preis der Filmwelt bekam, jubelten Frauen überall auf der Welt mit ihr. Denn der große Favorit war ausgerechnet Bigelows Ex-Mann James Cameron gewesen mit seinem 3D-Epos "Avatar". Und der hatte sich im Vorfeld mächtig siegessicher gegeben. Für Bigelow ein künstlerischer Triumph – und eine süße, kleine, persönliche Rache.
Frauen des Jahres: Helene Hegemann
Als 17-jähriges Wunderkind hat sie den deutschen Literaturbetrieb mit ihrem Buch "Axolotl-Roadkill" verzückt: Die Zeit lobte es zum Beispiel als "schrille Symphonie", als "Kugelblitz in Prosaform". Bis sich herausstellte, dass Helene Hegemann bei ihrer Geschichte über ein Teenager-Leben in Berlin ganze Passagen abgekupfert hatte – unter anderem vom Roman des Berliner Bloggers Airen. Da ging auf sie plötzlich ein völlig anderes Kugelbitzgewitter hernieder. Die Kulturdebatte, die sich dann entspann, war allerdings viel wichtiger als der Hype um das Buch: Denn jetzt ging es um Ideenklau, Urheberrecht und wieviel künstlerische Freiheit erlaubt ist.
Frauen des Jahres: Aygül Özkan
Die Sensation im April: Aygül Özkan wird Niedersachsens neue Sozialministerin und damit die erste türkischstämmige Ministerin Deutschlands. Türkische Medien bejubelten die "Revolution in Deutschland". Özkan zeigt, dass es auch Menschen mit Migrationshintergrund bis ganz nach oben schaffen können. Danach läuft es weniger rund: "Christliche Symbole gehören nicht an staatliche Schulen", sagt sie dem Focus. Und löst eine Woge der Entrüstung aus. Dann recherchiert der Spiegel, dass sie als Managerin bei TNT Post Löhne brutal gedrückt hatte. Entrüstung, Teil II. Erst im Herbst gelingt ihr ein Comeback, als sie sich daran macht, Thilo Sarrazin zu widerlegen. Und sich deutlich zu ihrem Engagement für Integration bekennt.
Frauen des Jahres: Kristen Stewart
Mit ungebrochener Energie stürmten die Fans der "Twilight"-Saga auch 2010 in die dritte Verfilmung der grotesk erfolgreichen Vampir-Buchreihe. "Eclipse – Bis(s) zum Abendrot" ist nach "Harry Potter" der erfolgreichste Film des Jahres 2010. Kristen Stewart spielt wieder an der Seite von Mädchenschwarm Robert Pattinson, dem sie auch privat verfallen sein soll. Vermutlich wurde dieses Jahr in deutschen Klassenzimmern über nichts so heftig gestritten wie über die Frage, ob Stewart sich jetzt Pattinson geschnappt hat oder nicht oder ob's schon wieder aus ist oder am Ende doch nur ein PR-Gag. Egal: Kristen Stewart ist super im Geschäft. Und gerade dreht sie auch noch Teil 4 der Film-Saga, Teil 5 ist in Vorbereitung. Riesenglück für Kristen, dass sie ihren Erfolg einer Spezies verdankt, die in der Regel nicht so schnell verstirbt.
Frauen des Jahres: Bettina Wulff
Sorry, all ihr ehemaligen Bundespräsidentengattinnen: Aber mit Bettina Wulff weht seit langer Zeit mal wieder eine mächtig frische Brise durchs Schloss Bellevue. Nicht, weil sie die jüngste deutsche First Lady aller Zeiten ist. Oder weil sie eine Tätowierung am Oberarm trägt. Sie strahlt einfach eine natürliche Offenheit und Bodenständigkeit aus. Ist dabei aber auch professionell, pragmatisch und kommunikativ. Und damit eine gute Stütze für ihren Mann – im Haifischbecken der Politik.
Frauen des Jahres: Emmely
Das kann doch nicht wahr sein!, haben wir zwei Jahre lang gedacht. Da wird eine Kassiererin gefeuert, weil sie zwei Pfandbons im Wert von 1,30 Euro gefunden und für sich selbst eingelöst haben soll. Die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann machte 2008 einen "immensen Vertrauenverlust" geltend. Barbara E. stand plötzlich für all die Ungerechtigkeiten, die Menschen am Arbeitsplatz widerfahren können. Doch in diesem Jahr gab's ein Happy End: Das Bundesarbeitsgericht hob die fristlose Entlassung auf. "Das ist ein Sieg für alle – und in erster Linie für mich", sagte die glückliche Mutter dreier Kinder.
Frauen des Jahres: Ursula von der Leyen
Sie bleibt die Powerfrau in Merkels Kabinett. Mitte des Jahres wurde die Arbeitsministerin für kurze Zeit sogar als mögliche Bundespräsidentin gehandelt. Nebenbei ist sie noch promovierte Medizinerin und Mutter von sieben Kindern. Dass ihre Hartz-IV-Reform eher ein Reförmchen geworden ist, ist zwar nicht so glücklich gelaufen, macht diese Überfrau aber auch menschlich: Selbst ihr gelingt nicht alles.
Frauen des Jahres: Daniela Katzenberger
Bei manchen Menschen möchte man sich mal kurz zwischendurch kneifen. Nur um zu prüfen: Gibt's die jetzt wirklich? Oder träum ich das bloß? Daniela Katzenberger ist so ein Phänomen. Genauer gesagt ein Medienphänomen der Klatschspalten. An dem sie selbst hübsch mitbastelt. 2009 stand sie auf Platz 2 der am meist gesuchten Promis im Internet. Dieses Jahr hat sie beruflich noch mal nachgelegt: Sie präsentiert eine eigene Dokusoap auf Vox, wirbt für eine Telefonfirma und hat einen Vertrag mit der Plattenfirma EMI unterschrieben. Ihre Single heißt: "Nothing's gonna stop me now". Und vor allem diese Aussicht kann einem schon ein wenig Angst machen.
Nun können Sie entscheiden: Stimmen Sie ab für Ihre Frau des Jahres 2010 a href>

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BRIGITTE
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am um
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Mops
am 28.12.10 um 14:35
Ich finde die Auswahl fragwürdig. Besonders ärgere ich mich über Frau Käßmann. Besoffen Auto fahren und leider erwischt werden ist nicht mutig. Der Rücktritt eine Selbstverständlichkeit. Die Dame ist sicher kein Vorbild.
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Britta
am 28.12.10 um 11:51
Liebe BRIGITTE, ich vermisse unter den Frauen des Jahres 2010 Hannelore Kraft. Die SPD-Politikerin hat aus der Opposition heraus den CDU-Ministerpräsidenten abgelöst und ist jetzt erste Ministerpräsidentin im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Außerdem ist die Landesregierung konsequent paritätisch aus Frauen und Männern besetzt. Das finde ich erwähnenswert.
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ich
am 21.12.10 um 20:49
Stimme meiner Vorrednerin völlig zu.
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Angelika
am 12.12.10 um 12:13
Zitat zu Ursula von der Leyen: "Dass ihre Hartz-IV-Reform eher ein Reförmchen geworden ist, ist zwar nicht so glücklich gelaufen, macht diese Überfrau aber auch menschlich: Selbst ihr gelingt nicht alles." - Hier wird ja gerade so getan, als hätte sie je mehr vorgehabt. Das Gegenteil ist der Fall: Sie hat z.B. erreicht, dass Frauen, die in HartzIV sind, ab 1.1.11 das Elterngeld gänzlich gestrichen wird. Das bedeutet, dass diese Frauen nun zu allem noch 300.-€ weniger im Monat haben, wodurch auch erneut die Chancen ihrer Kinder auf ein sozial gerechteres Leben noch stärker sinken. Diesen Kindern wird - im Unterschied zu denen der Frauen, die ein richtig sattes Elterngeld von bis zu 1.800€ bekommen - mitgeteilt, dass sie es nicht wert sind, auf die Welt zu kommen. Die Ministerin ist wohl weniger eine Über- als vielmehr eine Unterfrau: herzlos und elitär und das auch noch auf dem Hintergrund, dass sie selbst mehrfache Millionärin ist.
mehr (4)Ursula v. d. Leyen wäre wohl bei der Liste der peinlichsten Promis viel besser aufgehoben!