"Hoher gesellschaftlicher Erwartungsdruck" und "schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf" sind laut der Studie die Hauptgründe, die Frauen vom Kinderkiegen abhalten
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Was passt so gut zusammen wie Daniela Katzenberger und der Nobelpreis? Deutsche und Kinder. Sagen zumindest die Zahlen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, das in einer aktuellen Studie die Gründe für den weiterhin ausbleibenden Babyboom in der Republik erklärt. Wobei man sagen muss: Neu sind diese Gründe nicht. Es geht – mal wieder – um die Angst seiner Karriere ein Bein zu stellen, wenn man auf einmal einen Kinderwagen schiebt. Um die Sorge als Rabenmutter abgestempelt zu werden, weil man es doch wagt, als Mutter eines Kleinkindes zu arbeiten und – es geht um Geld bzw. um die Angst, sich ins finanzielle Abseits zu manövrieren, sobald man das Gästezimmer ins Kinderzimmer verwandelt.
Ganz ehrlich: Ich kann's nicht mehr hören. Und ich glaub's auch nicht mehr. Ja, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in Deutschland schwierig. Ja, Kinder kosten Geld, Zeit und Nerven. Und ja, ja, ja, hierzulande muss noch eine Menge gesellschaftspolitisches Umdenken in den Köpfen stattfinden, damit Kinder und Väter, die länger als zwei Monate zu Hause bleiben und Mütter, die Vollzeit arbeiten wie selbstverständlich zur Gemeinschaft gehören. Aber nur weil eine Sache mit Unwägbarkeiten verbunden ist, hält mich das doch nicht davon ab, sie nicht zu tun! No risk, no fun. Ich kann auch heute Nachmittag vom Bus überfahren werden.
Ich habe eher den Eindruck, dass es unter potenziellen Müttern und Vätern ein ungeschriebenes Gesetz gibt: Erst muss die persönliche To-do-Liste abgearbeitet werden (Job, Eigentum, Weltreise, jahrelange Zweisamkeit), dann setzt man – vielleicht - ein Kind in die Welt. Wenn alles stimmt. Meine Güte, es stimmt doch nie alles. Und dann diese gern kolportierte Mär vom Leben "vor" und "nach" den Kindern, wobei das Danach meist schlecht davon kommt und das Davor ziemlich verklärt wird. Blödsinn. Es gibt entweder ein Leben mit oder ohne Kinder, und entweder man will dieses Leben oder man will es nicht. Und wenn man es will, sollte man es sich nehmen. Jetzt. Sofort. Ohne ständig darüber nachzudenken, ob die Wohnung vielleicht zu klein sein könnte, man sich nach der Geburt den Zweitwagen nicht mehr leisten kann, ob die Beziehung bestehen bleibt oder was der Vorgesetzte über pünktliches Kommen und Gehen denkt. Ist doch wurscht. Im Leben ist nie das Eine ohne das Andere zu haben. Ich hätte heute nicht drei Kinder, wenn ich mir jedes Mal Gedanken darüber gemacht hätte, ob ich meinen und den Ansprüchen anderer gerecht werde.
Warum verkopft man eine Lebensform, die fast überall im Rest der Welt gesellschaftlicher Normalzustand ist? Familie ist keine Jahrhundertprüfung, auf die man sich so lang vorbereiten kann, bis man sich reif genug fühlt. Das ist man sowieso nie. Ich lebe lieber unperfekt, mit wenig Zeit und manchmal schwachen Nerven. Dafür muss ich mir aber auch nicht den Kopf über Dinge zerbrechen, die der Bauch ganz gut selbst entscheiden kann.













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am um
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ariella60
am 14.03.13 um 18:15
Super Artikel, vielen Dank!
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Virginia West
am 22.01.13 um 11:07
Nachdenken sollte man in einem Punkt doch ganz genau, nämlich, was die Partnerwahl betrifft. Wie die Gesetzeslage heute ist (sie ist für Väter gerechter geworden, was natürlich ein Vorteil ist), ist ein Verhalten nach dem Motto „geht die Ehe/Beziehung in die Brüche, bekomme ich das auch allein hin“ nicht mehr möglich. Daher sollte man sich vor einer Schwangerschaft sicher sein, dass der Partner ein guter Vater und ein fairer „Verhandlungspartner“ bleibt, sollte nicht alles so gut gehen, wie man sich wünscht. In meiner Umgebung sehe ich ca. 50% gut funktionierende traditionelle Familien, 10% friedlich und tolerant funktionierende Patchwork-Familien, 10% alleinerziehende Mütter, 10% Wechselerziehende (3-4 Tage Vater, 3-4 Tage Mutter) und leider traurige 20% auseinanderbrechende Elternpaare, die keine friedliche Lösung finden und sich und die Kinder quälen. Das ist bei weitem schlimmer als materielle Überlegungen. Da würde ich der Frische der Autorin zustimmen, aber da
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Leni
am 10.01.13 um 20:46
WORD!
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Daniela
am 10.01.13 um 01:17
Kinder kosten nicht nur in Deutschland Geld, na hallo! Ich lebe in den USA, bekomme NULL finanzielle Unterstützung für NICHTS und hab ehrlich gesagt, keine Zeit, mich darüber aufzuregen. Dieses ewige Überlegen ist denk ich auch eine Frage der heutigen Generation, die eben auf nichts verzichten will bzw sind ja sehr viele schon in Patchworkfamilien groß geworden - ist doch logisch, dass sie nicht das gleiche für ihren Nachwuchs wollen, dann lieber gar nicht.
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Anja
am 10.01.13 um 00:13
Es gibt auch Menschen, die sich weniger Gedanken um den Zweitwagen, den Nebenjob oder den Urlaub machen, sondern darüber, dass wir aktuell über 7 Milliarden Menschen auf dem Planeten sind und die Resourcen nicht unerschöpflich sind. Das erfordert aber einen Blick über den Tellerrand. Kinder zu bekommen ist also wesentlich egoistischer, als auf sie zu verzichen.
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Petra Demuth
am 05.01.13 um 00:07
Ja ich empfinde das ebenso, denn in welchem Jahrhundert war es schon einfach Kinder großzuziehen? Im Krieg, zwischen den Kriegen, im Mittelalter ohne Arzt und Krankenhaus und Waschmaschine und Pampers und und und.
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Judith
am 04.01.13 um 20:28
Schön geschrieben, genauso sehe ich es auch. Die meisten denken einfach zu viel darüber nach, welche Veränderungen ein Kind mit sich bringen würde. Dabei ist es doch wirklich nur eine Einstellungssache. Entweder ich will Kinder oder eben nicht. Und natürlich wäre es schön, wenn sich die im Artikel genannten Schwierigkeiten für junge Familien in greifbarer Zukunft aus dem Weg räumen ließen, aber würde es dadurch wirklich mehr Kinder in Deutschland geben?
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Jasmin
am 02.01.13 um 16:21
Super Artikel! Ich kann vollkommen zustimmen. Leute, bekommt mehr Kinder!
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Lina Lina
am 31.12.12 um 15:12
Es ist gesellschaftlich ja leider nicht nur so, wenn man sein Kind nur kuzzeitig selbst betreut und dann wieder arbeitet, als "Rabenmutter" gilt, eher werniger, wenn man sich mehr Zeit für sein Kinder/ Kinder nimmt, gilt man schon als "Heimchen am Herd" vielleicht auch noch mit "Herdprämie" gemeint ist das Betreuungsgeld - also wie man es dreht und wendet, im Bezug auf Kinder hat man es nie besonders leicht... Kinder stören die Nachbarschaft, wenn die festgelegten "Ruhezeiten" für Kinderlose nicht eigehalten werden, Kinder erschweren den Wiedereinstieg ins Berufsleben, man gilt ab 3 Kindern und mehr als "Asozial", als Kind und als Eltern mit Kindern und ganz besonders als Alleinerziehende hat man es hier in Deutschland nicht besonders leicht...Da wundert es nicht, dass die Menschen in Deutschland zu einer kinderarmen alternden Gesellschaft werden, die sich demnächst ihr Pflegepersonal aus dem Ausland holen müssen, duch Intoleranz und Kinderfeindlichkeit,
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Ada
am 18.12.12 um 21:59
gut gesagt! es ist schon komisch wie viele leute nicht unterscheiden koennen was wirklich wichtig ist im leben und was nicht. ich habe 4 kinder und habe es nicht eine sekunde bereut, sie bringen taeglich so viel freude und licht in unser leben und ich kann mir nicht vorstellen wie man stattdessen lieber nur an ein schoeneres auto oder einen skiurlaub denken kann. "nebenbei" habe ich studiert und auch mein ganzes leben lang gearbeitet und habe ein ausgefuelltes berufsleben. nein, langweilig ist es mir nicht und mein haus ist meistens durcheinander. na und? ist mir lieber als wenn ich am ende meines lebens zusammenfassen muesste: bei mir war es immer sauber und ordentlich und ich habe ein tolles auto gefahren!
mehr (16)Was das Thema Überbevölkerung betrifft: Um die Probleme zu lösen - die übrigens allein politischer Natur sind - brauchen wir liebevoll erzogenen und gut ausgebildeten Nachwuchs. Das ist die ultimative Ressource, wie mal ein Wirtschaftsphilosoph gesagt hat.
Bewusst Nein zu Kindern zu sagen ist eigentlich eine Absage an das Leben. Ich glaube aber, dass die wenigsten Leute das wirklich bewusst machen, es ist bestimmt eine Mischung aus Ängsten, Ansprüchen (siehe Artikel) und einer Erziehung, die es versäumt hat, Familie als etwas Schönes darzustellen.
Meine Mutter hat in meiner Jugend zu mir gesagt: "Schaff dir bloß keine Kinder an, du machst dich nur abhängig." Was bin ich froh, dass ich nicht auf sie gehört habe!!
Ich habe oft den Eindruck, dass viele einfach zu bequem und auch egoistisch werden.
Denn wenn ein Kind da ist ändert sich natürlich einiges, aber sicher nicht alles zum Schlechten. Man(n) und Frau müssen eben dann spontaner und flexibler werden, aber fordern das nicht auch die meisten Jobs.
Mut zeigt, wer sicht nicht drum kümmert was die Leute sagen oder denken, das ist doch wirklich nicht mein Problem wenn Frau Y glaubt ich bin ein Heimchen oder was auch immer. Die anderen sollen ihr Leben leben und ich meines und zwar mit Kindern, weil das sehr oft auch sehr viel Spaß und Freude und neue Erkenntnisse und und und... bringt.