Foto: inkje / photocase.com
Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe nichts gegen Kürbisse. Ich finde sie lecker und mag ihren rustikalen Charme. Ich habe auch nichts gegen das Verkleiden. Ich bin sogar einer der wenigen Menschen, die gerne auf Motto-Partys gehen, und die Dracula-Zähne in meiner Schreibtischschublade beweisen, dass auch ich schon Halloween gefeiert habe. Und es war lustig, echt!
Trotzdem habe ich mit Halloween ein Problem. Vermutlich hätte ich es nicht, wenn der 31. Oktober ablaufen würde wie in den Hollywood-Filmen: freundliche Eltern, liebevoll verkleidete Kinder, Nachbarn mit Monsterkörben voller Süßigkeiten – kurz: viel Hui, und wenig Buh.
Doch ich wohne nicht in Santa Barbara, sondern in Hamburg Altona. Und da lief Halloween im letzten Jahr so ab:
Ich saß mit meinem Mann vorm Fernseher und war gerade dabei, langsam wegzudämmern, als plötzlich jemand Sturm klingelte. Meiner erster Gedanke war: "Oh Gott, das Kind wacht auf!" Mein zweiter: "Verdammt, das ist ein Notfall, mindestens die Polizei, wenn nicht die Feuerwehr." Denn wer sonst würde um 22 Uhr so energisch klingeln - und jetzt auch noch an die Tür trommeln? Ich riss die Tür auf und blickte in drei Halbstarkengesichter mit schlecht geschminkten, hohlen Augen.
"Ey. Süßes oder Saueres, Mann!"
Dreckige Lache.
"Äh, was? Ach so, ja. Nein, wir haben gar nichts, sorry."
"Oh Mann, scheiße Alter, komm schon!"
"Nein, wirklich nicht."
"Wir nehmen auch Bargeld!"
Noch mehr dreckige Lache.
Im Hintergrund fing unsere Tochter an zu brüllen. Ich wurde wütend.
"Ihr habt's doch gehört, verzieht euch jetzt mal."
Ich drückte die Tür zu, offenbar gerade rechtzeitig, denn im nächsten Moment hörte ich, wie etwas dagegen geworfen wurde. Und zerbrach.
Ein Ei! Diese Möchtegern-Freddy-Krügers haben mir tatsächlich ein Ei an die Tür geklatscht. Und nicht nur das. Am nächsten Tag fanden wir Rasierschaum im Treppenhaus und auf allen Fahrradsatteln, noch mehr Eier auf den Autos, umgestürzte Mülltonnen. Im Park nebenan war eine Bank abgefackelt worden.
Eine Ausnahme? Vielleicht. Aber es ändert nichts daran, dass mir diese erpresserische Bettelei grundunsympathisch ist. Ich meine, da versucht man den Kleinen mühsam Respekt beizubringen, und dann soll ich es plötzlich süß finden, wenn mir ein Zehnjähriger mit "Scream"-Maske und Plastikmorgenstern Schlagsahne in den Briefkasten sprüht? Nur weil ich ihm nichts schenken will?
Nein, ich gönne wirklich jedem Kind den Verkleidungsspaß, aber ich zwinge andere ja auch nicht zum Mitspielen. Süßes gibt's von mir jedenfalls nicht mehr - auch auf die Gefahr hin, dass ich mir damit als Spießerhexe den bösesten aller Halloween-Flüche auflade.
Ich stelle schon mal den Feuerlöscher bereit.












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am um
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nadja
am 02.11.12 um 09:32
Beidlschneider: zu deiner Frage, wir wohnen in Ostwestfalen, was eine eher ländliche Gegend ist, und hier wird Halloween nicht gefeiert, höchsten unter Erwachsenen, als Kostümparty. Aber was man so aus größeren Städten in der Presse etc. hört, ist ja wirklich nicht schön.
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Marie
am 01.11.12 um 01:44
Im letzten Jahr hatte ich vergessen, das Licht auszuknipsen, als wir ins Theater gingen. Bei unserer Rückkehr fanden wir ausgerissene Pflanzen auf dem Zugang zum Haus, Essig im Briefkasten und Mehl an der Hauswand. Ich habe Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gestellt, die Verursacher wurden gefunden und mussten zahlen.
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DieDea
am 31.10.12 um 22:48
In Berlin geht das auch schon seit Jahren so. Sowohl in Kreuzberg als auch in Schöneberg wurden unsere Türen schon mit Eiern beworfen und unsere Briefkästen/Klingelschilder/Hausflure mit Rasierschaum vollgesprüht. Anfangs waren wir auch noch so blöd, die Tür beim abendlichen Klingeln aufzumachen, nur um uns beschimpfen zu lassen, weil wir schon wieder vergessen hatten, rechtzeitig Süßkram für die Halbstarken-Mafia zu kaufen - mittlerweile lassen wir einfach den ganzen Abend lang alle Lichter aus und hoffen, dass niemand im Haus die Gören in den Flur lässt. Früher haben wir uns an Halloween auch verkleidet und mit Freunden gefeiert, aber inzwischen hasse ich dieses "Fest" und kriege jedesmal Aggressionen wegen der Sauerei, die an Sachbeschädigung grenzt. Ich finde es unverschämt, dass Eltern es zulassen können, dass ihre Kinder sich so aufführen - mein Kind wird bei diesem Scheiß nicht mitmachen dürfen, soviel ist klar.
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Beidlschneider
am 31.10.12 um 18:59
Ich habe in vielen Regionen Deutschlands gelebt: Norden, Sueden, Westen (und im Ausland), jedoch habe ich noch nie Kinder vor der Haustuer gesehen, ausser in Hamburg.
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Lene
am 31.10.12 um 17:36
Also man sollte das nicht gleich so pauschal sehen. Halloween an sich ist doch eine nette Idee. Man kann das Fest durchaus familientauglich gestalten. So kann man ein Kürbisfest machen, mit den Kindern Gespensterlaternen basteln oder gemeinsam mit ihnen Verkleidungen nähen/basteln.
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SusiSorglos
am 30.10.12 um 22:40
@Luise: Halloween ist kein katholischer Brauch.
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SusiSorglos
am 30.10.12 um 22:39
@Luise: Halloween ist kein katholischer Brauch.
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Juliane
am 30.10.12 um 11:10
Wenn man es genau nimmt, Kommt Halloween nicht aus den USA, sonder wurde von irischen Einwandern in die USA mitgebracht.
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Ingrid
am 30.10.12 um 02:37
Natuerlich muss man nicht alles blind nachmachen, was aus den USA kommt, aber nicht alles, was aus den USA kommt, ist zerstoererisch und gewalttaetig. Ich wohne schon seit 18 Jahren in den USA und habe lange auch Halloween mit meinen eigenen Kindern (die inzwischen zu alt sind) mitgemacht. Niemals wuerde jemand Eier werfen oder Eigentum mit Rasierschaum ruinieren. Die Kinder ziehen im Kostuem von Haus zu Haus und sagen ihr Spruechlein. Die Amerikaner sind solche Sicherheitsfanatiker, dass sie ihre Kinder sowieso nur in der unmittelbaren Nachbarschaft rumlaufen lassen und man kennt sich. Wer gerne mitmacht und Schokolade daheimhat, stellt Kuerbisse und Dekorationen vor die Tuer und macht die Lichter an. Wer nicht mitmachen will, macht alle Lichter aus, dann wissen die Kinder, hier nicht laeuten! Die beschriebene Sachbeschaedigung habe ich noch nie erfahren und ist ganz bestimmt nicht das amerikanische "Modell", sondern einfach nur eine Frechheit, ganz gleich welcher Nationalitaet!
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Ella
am 30.10.12 um 00:49
Ich finde Halloween auch total ekelhaft. Warum muss man auch in Deutschland jeden amerikanischen Scheiss nachmachen. Beats me! Sollen Kinder sich auf Horror vorbereiten?
mehr (24)Martinssingen oder Neujahrssingen - wir freuen uns über die Kinder und vergessen nie die Süßigkeiten und Centstücke. Halloween mit den oft aggressiven Blagen - nein danke!
In Kanada habe ich Halloween übrigens ganz anders erlebt, mit freundlichen Kindern, die nur bei Nachbarn klingeln und auf Candys für sich und Geld für einen guten Zweck hoffen
Mich wuerde mal interessieren, in welchen Regionen genau Kinder von Haus zu Haus ziehen, und in welchen nicht.
Bedenklich finde ich es eben nur, wenn Halloween als Vorwand für Eierschmeißer und Rasierschaumidioten dient, sich mal so richtig austoben zu können.
Und wie schon gesagt: Ich finde es nicht gut, wenn Kinder allein bei Fremden klingeln und um Süßigkeiten betteln. Das gilt sowohl für Halloween, als auch für Sankt Martin, Rummelpott und andere Feiern.
Vor St. Patrick und der Christianisierung gab es in Irland auch schon eine Kultur, und Halloween wurzelt in dieser Zeit davor. Keltische Mythologie wurde, je nach Region, generell nie aus der Kultur verdrängt und prägt sie bis heute (seit Mitte des 19. Jahrhunderts übrigens wieder vermehrt). Sicher gibt es auch in diesem Fall eine Vermischung eines keltischen Festes und eines christlichen Feiertags, aber hier von einem katholischen Brauch zu sprechen, wäre falsch. Das als Info nebenbei.
Vor St. Patrick und der Christianisierung gab es in Irland auch schon eine Kultur, und Halloween wurzelt in dieser Zeit davor. Keltische Mythologie wurde, je nach Region, generell nie aus der Kultur verdrängt und prägt sie bis heute (seit Mitte des 19. Jahrhunderts übrigens wieder vermehrt). Sicher gibt es auch in diesem Fall eine Vermischung eines keltischen Festes und eines christlichen Feiertags, aber hier von einem katholischen Brauch zu sprechen, wäre falsch. Das als Info nebenbei.
Aber alles was aus den USA kommt, wird hier in Deutschland nachgemacht.
Das Laternensingen am Martinstag findes ich persönlich viel schöner, weil die ganze Familie dann auch was davon hat.
Man muss nicht immer alles mögen, aber man sollte sich schon mal Gedanken machen, wo solche Bräuche herkommen.