Justin Trudeau
So einen Präsidenten wollen wir auch haben!

Seit drei Monaten regiert Justin Trudeau Kanada. Seine Fangemeinde wächst stetig, denn der liberale Ex-Lehrer packt an - und trägt auch mal Pink für einen guten Zweck.

Justin Pierre James Trudeau will Kanada zu einem "postnationalen Staat" machen, in dem es "keine Leitkultur und keinen Mainstream" gibt, sondern lediglich geteilte Werte wie Offenheit, Respekt, Solidarität, Gerechtigkeitssinn, Empathie und Arbeitsmoral. Er lebt mit seiner Frau Sophie Grégoire-Trudeau und den drei Kindern Hadrien, Ella-Grace und Xavier in seiner Heimatstadt Ottawa.

Justin Pierre James Trudeau will Kanada zu einem "postnationalen Staat" machen, in dem es "keine Leitkultur und keinen Mainstream" gibt, sondern lediglich geteilte Werte wie Offenheit, Respekt, Solidarität, Gerechtigkeitssinn, Empathie und Arbeitsmoral. Er lebt mit seiner Frau Sophie Grégoire-Trudeau und den drei Kindern Hadrien, Ella-Grace und Xavier in seiner Heimatstadt Ottawa.

Foto: Toby Melville/Getty Images

Am 4. November 2015 trat der Kanadier Justin Trudeau das Amt des Premierministers an - und krempelt sein Land seitdem kräftig um. Während seinem Vorgänger, dem konservativen Stephen Harper, nationale Sicherheit wichtiger war als humanitäre Hilfe, kündigte Trudeau an, Zehntausende syrische Flüchtlinge aufzunehmen. Die ersten Ankömmlinge holte er persönlich vom Flughafen ab.

Der 44-Jährige, der vor seiner Politikerkarriere unter anderem als Barkeeper, Türsteher, Snowboard- und Highschool-Lehrer arbeitete, hat sich viel vorgenommen: Er will die Kinderarmut bekämpfen, das Wirtschaftswachstum fördern, Marihuana legalisieren, den Klimawandel aufhalten und das reichste Prozent der Bevölkerung stärker besteuern, um die Mittelschicht zu entlasten. In seinem multiethnischen Kabinett sitzen genauso viele Frauen wie Männer.

Und er ist sich offenbar auch nicht zu schade, für einen guten Zweck im pinkfarbenen Pullover vor die Kamera zu treten: Zum "Pink Shirt Day" steuerte er eine Videobotschaft bei, um ein Zeichen gegen Mobbing zu setzen.


"Worte können verletzen. Und Mobbing kann tiefe emotionale und körperliche Narben hinterlassen", sagt Trudeau in dem Clip, der sich schnell im Netz verbreitete. "An alle, die sich einsam, ängstlich oder gefangen fühlen: Ihr seid nicht allein! Ihr werdet geliebt und unterstützt."

Mit seinen Aussagen sorgt Justin Trudeau öfter mal für Aufmerksamkeit. Erst vor wenigen Wochen forderte er beim Weltwirtschaftsforum in Davos Männer dazu auf, sich als Feministen zu bezeichnen: "Wir sollten keine Angst vor dem Begriff 'Feminist' haben. Männer und Frauen sollten ihn benutzen dürfen, wann immer sie sich so beschreiben möchten."

Justin Trudeau ist der älteste Sohn von Pierre Trudeau, der bereits von 1968 bis 1984 Premierminister Kanadas war und ebenfalls sehr fortschrittliche Ansichten vertrat: Trudeau senior entkriminalisierte Homosexualität, legalisierte Abtreibung und stand für eine liberale Einwanderungspolitik.

Jetzt führt Trudeau junior sein Werk fort. Am 3. Juli wird er zum Beispiel als erster Regierungschef Kanadas an der Gay-Pride-Parade in Toronto, einer der größten weltweit, teilnehmen. Hoffentlich steckt er mit seiner Weltoffenheit auch andere Staaten an.

  • Artikel vom 25.02.2016
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