Was haben die Deutschen nur gegen eine Ausweitung der Babypause? Verlängerungsgegner finden eine Verbesserung schlichtweg unnötig. Mit dem Elterngeld sei Mutterschutz gut geregelt. Außerdem würden 20 statt 14 Wochen den Müttern keine qualitative Verbesserung bringen. Davon, dass Väter zusätzlich zwei Wochen bei vollem Gehalt bekommen sollen, wollen sie schon gar nichts wissen. Und warum nicht? Weil es mehr kostet. Nämlich 1,7 Milliarden Euro pro Jahr, wie das Fraunhofer Institut errechnet hat.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit seinen 14 Wochen Mutterschutz auf den ersten Blick ganz hinten. In anderen Ländern bekommen die Mütter bis zu 42 Wochen Schutzzeit. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern werden Mütter bei uns jedoch auch danach weiter unterstützt. 20 Wochen Mutterschutz bei vollem Gehalt, diese Regelung ist für Europa insgesamt ein Fortschritt.
In Deutschland kommen die größten Bedenken gegen die neue EU-Richtlinie von den Arbeitgeberverbänden. Die Argumente sind haarsträubend. Frauen würden damit mal wieder als die teureren Arbeitnehmer gelten. Mehr Mutterschutz legt den Arbeitgebern mehr Hindernisse in den Weg, Frauen einzustellen. Sieht so Gleichstellung aus?
Wenn man also überhaupt etwas kritisieren möchte in dieser Diskussion, dann, dass das EU-Parlament im Zuge dieser Debatte auch die Diskriminierung von Frauen im Arbeitsleben im Auge behalten sollte. Interessieren würde mich auch, was in diesem Zusammenhang genau mit unnötigen Kosten für Steuerzahler und Arbeitgeber gemeint ist?
Es ist doch wohl nicht unnötig, endlich die Karrieren von Frauen mit Familie in ganz Europa zu fördern. Und die Männer zu ermuntern, ihre Frauen zu unterstützen.













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am um
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Frau S.
am 02.11.10 um 17:01
Soweit mir bekannt (bin gerade in der Situation) kriegen Arbeitgeber Ihr gezahltes Mutterschutzgeld komplett von der Krankenkasse wieder! Das ist in der U2 so geregelt und es gibt, soweit ich weiss keine Ausnahmen.
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Bü
am 29.10.10 um 13:11
Wo ist das haarsträubend?! Das nennt man Realität und davor sollte man die Augen nicht verschließen! Es gibt schon jetzt genügend Arbeitgeber, die keine Frauen einstellen, allein weil sie schwanger werden könnten.
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Angelika
am 21.10.10 um 17:26
Nun, es gibt sehr wohl Vorteille und das vor allem für geringer verdienende Frauen, denn sie werden in Bezug auf das Elterngeld ja mit einem Apfel und einem Ei abgespeist. Zudem ermöglicht die beschlossene Regelung das dringend notwendige enge Zusammensein von Mutter und Kind über einen längeren Zeitraum als bisher und entlastet Alleinerziehende, die häufig gezwungen waren, nach zwölf Wochen wieder arbeiten zu gehen, weil das Elterngeld, das z.B. eine Friseurin, eine Verkäuferin erhält, so niedrig ist, dass es hinten und vorne nicht reicht. Endlich mal ein gute Entscheidung, die wir aber nicht unsrer die Reichen päppelnden Regierung, sondern dem EU-Parlament zu verdanken haben. - Die Unternehmen übrigens machen i.M. riesige Gewinne, sind in den vergangenen Jahren von der Politik nur geschont und gemästet worden und können für unseren Nachwuchs ruhig mal was tun.
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Martha
am 21.10.10 um 14:31
Und was genau ist da jetzt bitte der Vorteil? Bisher gibt es 14 Wochen voll bezahlten Mutterschutz, danach Elterngeld (was die Autorin elegant verschweigt). Eine Regelung, die in Europa nicht selbstverständlich ist. Bei 20 Wochen Mutterschutz trägt schlicht und einfach das Unternehmen 6 Wochen länger die Kosten statt des Staates, denn schließlich wird das Elterngeld nicht verlängert, sondern 6 Wochen weniger gezahlt. Also werden die Unternehmen mit 1,7 Mrd belastet - in der Tat kein echter Grund zur Freude, eher ein Grund mehr, Frauen nicht einzustellen. Wenn man Familien wirklich auf Kosten der Unternehmen fördern wollte, sollten lieber Betriebskindergärten ab einer bestimmten Firmengröße Pflicht werden. Und grundsätzlich sollte die Kinderbetreuung vor der Individualförderung kommen, um Eltern gleichermaßen zu entlasten und Frauen die Möglichkeit zu geben, Beruf und Familie zu vereinbaren.
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Petra Schwab
am 21.10.10 um 10:27
Warum bloß jubeln über 1,7 Mrd für 2 Monate mehr Mutterschutz? Diese Zeit mit einem frischen Baby kriegt jede Familie irgendwie hin. Wichtig wird es später - bis zu 18 Jahre lang. Wie dumm kann man nur sein, eine derartig kurzsichtige Regelung positiv darzustellen? Ich weiß als Mutter, wovon ich spreche. Gewerkschaften – und offenbar auch Frau Zimmer – urteilen nach Regeln eines Brutalo-Kapitalismus, in dem – übrigens heftig in der Kritik stehende – Vierteljahres-Bilanzen als Erfolgsbarometer dienen. Also kurzfristige Erfolge belohnt werden. Sinnvoll wäre es, die 1,7 Mrd in hochwertige Betreungsangebote, Kitas und Schulen zu stecken. Das entlastet alle (!) Mütter um ein Vielfaches, egal aus welcher gesellschaftlichen Schicht sie kommen! Ich koche innerlich und muss mich bei so viel Augenwischerei in der Familienpolitik sehr beherrschen, nicht ausfällig zu werden.
mehr (5)Wiki Auszug:
"Die deutsche Umlage U2 – Mutterschaft ist seit dem 1. Januar 2006 ein verpflichtendes Ausgleichsverfahren für alle Arbeitgeber. Die Arbeitgeber erhalten durch dieses Ausgleichsverfahren alle nach dem Mutterschutzgesetz zu zahlenden Bezüge von der für die Arbeitnehmerin zuständigen Krankenkasse erstattet. Rechtsgrundlage ist das Gesetz über den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen für Entgeltfortzahlung (AAG)."
Bedeutet für mich der Arbeitgeber muss nur den Verzicht auf Arbeitskraft der Frau "ertragen"!
Eine Verlängerung des Mutterschutzes "belastet" also nur den Staat. Der eh sowenig für die Mütter tut, das er das ruhig leisten soll.
Allerdings wäre mir ein fester Kindergrippenplatz für mein Kind auch lieber, das würde auch meinem AG he