Weltweite Aktion am 14.2.2014
One Billion Rising for Justice: Tanzen gegen Gewalt

Es ist die größte Demonstration der Welt: Am 14. Februar wollen Menschen rund um den Globus ein Zeichen setzen - gegen Gewalt gegen Frauen. Auch in Deutschland sind wieder Flashmobs geplant: "One Billion Rising" - machen Sie mit!

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Foto: Mansi Thapliyal/Reuters

Jede dritte Frau auf der Welt wird mindestens einmal im Leben Opfer von Gewalt. Vergewaltigungen, Schläge, Misshandlungen, Anschläge sind keine Ausnahmen, sie passieren täglich. Die unterschwellige Gefahr schränkt Frauen zudem in ihrer Freiheit ein: in dem, was sie anziehen, wohin sie gehen, wie sie sich verhalten. Gegen dieses schreiende Unrecht will die internationale Bewegung "V-Day" ein Zeichen setzen und ruft alle Frauen (und Männer) weltweit dazu auf, am 14. Februar 2014 auf die Straße zu gehen, zu demonstrieren und zu tanzen. Die Aktion "One Billion Rising" fand bereits im letzten Jahr statt und hat Millionen Menschen in rund 200 Ländern mobilisiert.

In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto "One Billion Rising for Justice". Der Fokus liegt also nicht nur auf den Gewaltverbrechen selbst, sondern darauf, dass die Täter in vielen Fällen nicht zur Rechenschaft gezogen werden. "Man könnte auch sagen, wir leben in einer Welt, in der es eine Milliarde Löcher in der Ozonschicht der weiblichen Gerechtigkeit gibt", so Eve Ensler, die One Billion Rising ins Leben gerufen hat. "Wenn die Verbrechen, die dir angetan wurden, nicht bestraft werden - welchen Schutz hast du dann noch? Die Idee der Kampagne ist, herauszufinden, wie Gerechtigkeit aussieht und wie wir sie erreichen können."

In Deutschland haben große Verbände in diesem Jahr konkrete Forderungen an die Gesetzgeber und Gesetzgeberinnen formuliert:

  • One Billion Rising FOR JUSTICE: Forderungen
    1. Rechtsanspruch auf Schutz und Unterstützung für betroffene von häuslicher und sexualisierter Gewalt gesetzlich festschreiben!
    Vor dem Hintergrund anhaltend hoher Zahlen von häuslicher und sexualisierter Gewalt an Frauen und Kindern in Deutschland begrüßen wir das im Koalitionsvertrag verankerte Versprechen der neuen Bundesregierung, Schutz und Hilfe für Betroffene zu gewährleisten. Wir fordern die Bundesregierung auf, diesen Worten nun Taten folgen zu lassen und einen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe einzurichten – unabhängig von Einkommen, Aufenthaltstitel, Herkunftsort, gesundheitlichen Einschränkungen oder Behinderungen der Betroffenen.
  • One Billion Rising FOR JUSTICE: Forderungen
    2. Eigenständige Existenz von benachteiligten Gruppen und überlebenden von Gewalt und Menschenhandel sichern!
    Eine eigenständige Existenz bildet die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und ist Voraussetzung für gleichberechtigte Geschlechterarrangements in unserer Gesellschaft. Für Frauen in Notsituationen ist eine eigenständige Existenz aber bis heute nicht gewährleistet, worunter häufig auch Migrantinnen sowie Überlebende von Menschenhandel und häuslicher Gewalt leiden. Wir fordern eine verbindliche materielle Grundsicherung für Überlebende von häuslicher und sexualisierter Gewalt, einen gesicherten Aufenthalts-Titel sowie bei verheirateten Frauen ein von der Ehedauer unabhängiges Aufenthaltsrecht für Betroffene mit Migrationshintergrund.
  • One Billion Rising FOR JUSTICE: Forderungen
    3. Diskriminierende Darstellung von Frauen und Männern in den Medien unterbinden!
    Klischeehafte Rollenbilder prägen nach wie vor die Inszenierung von Geschlechtern in den deutschen Medien. So werden Vorurteile reproduziert, Rollenbilder bekräftigt und die zweigeschlechtliche Norm gefestigt. Diese Darstellung ist eine Form der Diskriminierung, die Menschen massiv abwertet. Bilder sind die Basis für Diskriminierung und Diskriminierung ist die Basis für Gewalt. Wir fordern daher von der neuen Bundesregierung, insbesondere dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sich dieses Themas gemäß ihrer gesetzgebenden Kompetenz konsequent anzunehmen und sich für einen verbindlichen Kodex einzusetzen, der die geschlechterdiskriminierende und sexistische, mediale Inszenierung von Frauen und Männern unterbindet. Ein Geschlechterbild, das Frauen- und Männerkörper abwertet, als käuflich darstellt, auf ein sexuelles Objekt reduziert oder als allzeit verfügbar darstellt, muss aus den Medien verbannt werden.

One Billion Rising for Justice 2014: Bilder und Tweets aus aller Welt

Foto: Vday.org

Es fing in Australien und Neuseeland an und wanderte dann über die ganze Welt: Sehen Sie hier Bilder, die One-Billion-Rising-Aktivisten im Netz von ihren Aktionen gepostet haben.

#Rise4justice: Bilder aus der ganzen Welt

One Billion Rising-Aktionen in Ihrer Nähe

Auch in Deutschland finden zahlreiche Events statt Einen Überblick über Aktionen in Ihrer Nähe finden Sie auf der Karte:

Über die Initiatorin

Eve Ensler

Eve Ensler

Foto: Adil Razali

Initiatorin des internationalen Flashmobs ist die Autorin und Aktivistin Eve Ensler. Gewalt gegen Frauen ist eines der Lebensthemen der New Yorkerin, die mit dem Theaterstück "Die Vagina Monologe" weltberühmt wurde. Sie gründete die Organisation "V-Day", die seit Jahren weltweit Frauenprogramme fördert. Im Kongo baute sie ein Dorf für vergewaltigte Frauen auf, in dem diese zu neuer Stärke finden können. Mit der gleichen Energie machte die 60-Jährige die Idee "One Billion Rising" zu einem globalen Projekt. Sie produzierte Videos, einen eigenen Song und reiste um die Welt, um Unterstützer zu gewinnen und die Aktion bekannt zu machen.

Das Besondere ist, dass Eve Ensler es schafft, diese "Revolution", wie sie es nennt, mit Lebenslust, Stolz und Spaß zu füllen - trotz des ernsten Themas. Ihre Idee ist, dass Demonstranten nicht nur Plakate tragen, sondern gemeinsam tanzen. "Das Besondere am Tanzen ist, dass es gleichzeitig feierlich ist und gefährlich, freudig und irritierend. Das macht es zur perfekten weiblichen Protestform.", so Ensler im BRIGITTE-Interview. Dafür stellten New Yorker Tänzer eine eigene "Break the Chain"-Choreografie zusammen (siehe Youtube), die auch in diesem Jahr wieder von Menschen auf aller Welt getanzt werden wird.

Über One Billion Rising 2013 würde auch ein Kurzfilm gedreht und beim Sundance Festival gezeigt. Hier der Trailer:

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