Frauen im Fokus
World Press Photo: Die Pressefotos des Jahres
Bilder, die berühren: Jedes Jahr wählt eine Jury die besten Pressefotos des Jahres. Viele der ausgezeichneten Bilder dokumentieren das Leid von Frauen in der Welt - aber auch schöne und lustige Momente. Wir zeigen eine Auswahl der "World Press Photos 2013", die derzeit in einer Ausstellung in Hamburg gezeigt werden.
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© Maika Elan, Vietnam, Most The Pink Choice, Vietnam
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1. Preis der Kategorie "Contemporary Issues Single"
Maika Elan fotografierte Phan Thi Thuy Vy und Dang Thi Bich Bay aus Vietnam, die nach der Schule zusammen vor dem Fernseher relaxen. Das lesbische Paar ist seit einem Jahr zusammen - keine Selbstverständlichkeit in einem Land, das Homosexuelle in der Vergangenheit stark diskriminiert hat. Doch die Zeiten ändern sich: Die kommunistische Regierung erwägt derzeit, als erster asiatischer Staat die gleichgeschlechtliche Ehe zu erlauben, und im Sommer 2012 fand in Hanoi die erste Gay-Pride-Parade statt.
Alle "World Press Photos" werden noch bis zum 9. Juni in einer Ausstellung im Hamburger Verlagsgebäude von Gruner + Jahr gezeigt. Adresse: Baumwall 11, 20459 Hamburg.
1. Preis der Kategorie: "General News Single"
Der argentinische Fotograf Rodrigo Abd nahm dieses Foto in Syrien auf: Die Frau auf dem Bild, Aida, erlitt schwere Verletzungen, als eine Bombe der syrischen Armee ihr Haus zerstörte. Ihr Ehemann und ihre beiden Kinder überlebten den Angriff nicht.
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© Stephan Vanfleteren, Belgium, Panos for Mercy Ships/De Standaard People of Mercy, Guinea
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1. Preis der Kategorie "Staged Portraits Stories"
Der belgische Fotograf Stephan Vanfleteren porträtierte Makone Soumaoro aus Guinea. Das Land ist eines der rückständigsten der Erde, einen Arzt können sich die wenigsten Menschen leisten. Auch die 30-jährige Makone nicht: "Ich habe keine Schmerzen, aber ich mache mir Sorgen, dass mein Hals so geschwollen ist", sagt sie. Ich hoffe, es ist kein Tumor, denn ich bin Hausfrau und mein Mann und meine drei Kinder brauchen mich."
2. Preis der Kategorie "Daily Life Single"
Eine Aufnahme, in der sich jede Mutter wiederfindet, gelang dem dänischen Fotografen Søren Bidstrup: Er fotografierte eine Familie beim Urlaub in Italien - die offensichtlich einen kleinen Frühaufsteher mit an Bord hat.
1. Preis der Kategorie "Daily Life Stories"
Der italienische Fotograf Fausto Podavini begleitete die 71-jährige Mirella durch den Alltag. Sie ist seit 43 Jahren mit Luigi verheiratet, der vor sechs Jahren an Alzheimer erkrankte. Hingebungsvoll pflegt sie ihn und versucht, ihm in den letzten Jahren so positiv wie möglich zur Seite zu stehen.
1. Preis der Kategorie "Contemporary Issues Single"
Der amerikanische Fotograf Micah Albert nahm in der kenianischen Stadt Nairobi eine Frau auf, die als Müllsammlerin arbeitet. Auf dem Bild gönnt sie sich eine kurze Pause im Regen, um in einem Katalog zu blättern. Sie würde am liebsten alles lesen, was ihr in die Hände kommt, Bücher, Magazine, sogar Gebrauchsanleitungen. Doch zu selten bleibt dafür genug Zeit.
2. Preis der Kategorie "Observed Portraits Single"
Die dänische Fotografin Marie Hald fotografierte Bonnie Cleo Andersen, die seit 20 Jahren als Prostituierte arbeitet. Nun, im Alter von 38 Jahren, betreibt sie selbst ein Bordell im dänischen Dorf Soroe. Bonnie hatte eine harte Kindheit und war schon mehr als einmal im Gefängnis. Ihr größtes Ziel im Leben ist es, ihren eigenen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen.
3. Preis der Kategorie "Sports Action"
Auch Sport war ein großes Thema 2012: Dem chinesischen Fotografen Wei Zheng gelang diese Aufnahme einer Synchronschwimmerin bei den Olympischen Spielen in London.
Lobende Erwähnung in der Kategorie "Contemporary Issues Single"
Der Brasilianer Felipe Dana Natalia Gonzales fotografierte die Crack-abhängige Natalia Gonzales in Manguinhos, einem der gefährlichsten Slums in Rio. Natalia ist erst 15 Jahre alt.
2. Preis der Kategorie "Contemporary Issues"
Der iranische Fotograf Majid Saeedi nahm dieses Bild in Aghanistan auf. Die 20-jährige Zahra zeigt ihre Narben - sie hat sich vor vier Jahren selbst verbrannt. Frauen werden in Aghanistan immer noch unterdrückt. Zwangsehen, häusliche Gewalt und Armut sorgen dafür, dass es immer wieder zu solchen schrecklichen Selbstverbrennungen kommt.
1. Preis der Kategorie "Sports Feature"
Der dänische Fotograf Jan Grarup fotografierte die Somalierin Suweys, 19 Jahre alt und Kapitän einer Frauen-Basketball-Mannschaft. In Mogadishu riskieren junge Frauen ihr Leben, wenn sie Basketball spielen - viele haben von radikalen Islamisten Todesdrohungen erhalten. Suweys hält das nicht ab. "Ich will einfach nur Körbe werfen. Wenn ich Basketball spiele, vergesse ich all meine Probleme."
2. Preis der Kategorie "Daily Life"
Paolo Patrizi aus Italien machte diese Aufnahme einer Sexarbeiterin, die in Rom auf ihrem provisorischen Bett sitzt. Seit fast 20 Jahren kommen Frauen aus der nigerianischen Stadt Benin nach Italien, um dort zu arbeiten - die meisten von ihnen landen in der Prostitution. Dennoch kommen immer neue junge Nigerianierinnen nach, sie sehen in ihrer von Konflikten, Armut und Umweltkatastrophen gebeutelten Heimat keine Zukunft für sich.
Gesamtsieger des Wettbewerbs
Zum Gewinnerbild kürte die "World Press Photo"-Jury eine Aufnahme des schwedischen Fotografen Paul Hansen. Er fotografierte eine Trauergesellschaft in Gaza: Der zweijährige Suhaib Hijazi und sein älterer Bruder Muhammad starben, als ihr Haus von einer isralischen Rakete getroffen wurde. Auch der Vater starb, die Mutter überlebte schwerverletzt. Die Brüder tragen die toten Kinder durch die Straßen zu einer Moschee für die Beerdingszeremonie. Die Auswahl dieses Bildes ist umstritten: Kritiker monieren, dass das Bild nachträglich digital bearbeitet wurde.
Alle "World Press Photos" werden noch bis zum 9. Juni in einer Ausstellung im Hamburger Verlagsgebäude von Gruner + Jahr gezeigt. Adresse: Baumwall 11, 20459 Hamburg. Weitere ausgezeichnete Fotos aus dem Wettbewerb finden Sie auch unter www.worldpressphoto.org
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