Kinder der Welt
Die Unicef-Fotos des Jahres
Die Unicef-Fotos des Jahres 2012 wurden ausgezeichnet: internationale Arbeiten, die die Lebensumstände von Kindern in herausragender Weise dokumentieren.
1. Preis: Syrien - Kinder zwischen den Fronten
Hübsch zurechtgemacht steht dieses Mädchen auf dem blutigen Boden des häufig unter Beschuss stehenden Dar El Shifa-Hospitals in Aleppo. Umgeben von Männern mit Kalaschnikows wartet das Kind an der Hand seines Vaters auf die eigene medizinische Behandlung. Es war zu Hause hingefallen und hatte sich am Kopf verletzt. Über 2,5 Millionen Menschen sind inzwischen von den Kämpfen in Syrien betroffen – die Hälfte davon Kinder (Fotograf: Alessio Romenzi, Italien, Agentur Corbis Images).
Mehr bei BRIGITTE.de:
Die Frauen des Jahres 2012
Beauty-Salon für Kinder? Nein, danke!
Gesellschaft: Aktuelle Themen im Überblick
2. Preis: Indien - Leben als Drahtseilakt
Dieses Mädchen vedient nicht nur ihr tägliches Brot, es ist das einzige Familienmitglied, das Geld verdient. Folglich wird es nie auf eine Schule gehen können. Nach Schätzungen von Unicef arbeiten in Indien mehr als 29 Millionen Kinder im Alter zwischen fünf und 14 Jahren (Fotograf: Abhijit Nandi, Indien, Freier Fotograf).
3. Preis: Norwegen - der schlimmste Tag ihres Lebens
Cecilie hat sich gemeinsam mit einer Freundin versteckt, als Anders Breivik am 22. Juli 2011 beim Feriencamp auf der Insel Utøya 69 Jugendliche erschoss. Ihre Freundin wurde getötet, sie selbst überlebte schwer verletzt. Die letzte Kugel stoppte an ihrem Weisheitszahn, ihr Arm musste amputiert werden. Trotzdem schätze sie jetzt das Leben und habe zu ihrem wahren Selbst gefunden, sagte die 17-Jährige der Fotografin (Fotografin: Andrea Gjestvang, Norwegen, Agentur Moment).
4. Preis: USA - Schönheitsköniginnen
Aufgerüscht, opulent frisiert, mit üppigem Make-up versehen, werden in den USA schon Zweijährige auf Schönheitswettbewerbe geschickt - so wie die kleine Sophia
(links) in
Vidalia,
Georgia.
Die Popularität der "child beauty pageants" explodiert in den USA, angefeuert durch die so umstrittene wie einflussreiche Reality-TV-Serie "Toddlers and Tiaras" (Fotografin: Laerke Posselt, Dänemark, Agentur Moment).
Indien: Die dunkle Seite der Armut
Ein kleiner Junge gießt Wasser auf die gewonnene Kohle, um sie zum Zerkleinern vorzubereiten. Wie viele Kinder hier Tag für Tag in enge, schlecht gesicherte Stollen kriechen, um geringe Mengen von Kohle zu fördern, ist umstritten: Die indische Kinderrechtsorganisation Impulse schätzt ihre Zahl auf bis zu 70.000. Die Situationen im Kohlebergbau, die der in Indien lebende australische Fotograf Daniel Berehulak mit seiner Kamera festgehalten hat, vermitteln eine Ahnung von den jammervollen Bedingungen, die für Kinderarbeiter in den Jaintia-Bergen im Bundesstaat von Meghalaya gelten (Fotograf: Daniel Berehulak, Australien, Agentur Getty Images).
Republik Moldau: Kinder allein zu Haus
Olga, Carolina, Sabrina. Vor fünf Jahren ist ihre Mutter Tanja gemeinsam mit einer Freundin nach Italien gegangen. 4.000 Euro hat sie an die Schlepper gezahlt. Sie arbeitet seitdem als private Altenpflegerin und verdient 850 Euro monatlich. Ihre drei Töchter, damals acht, zehn und zwölf Jahre alt, lebten zunächst drei Jahre lang alleine und versorgten sich selbst, später in diversen Familien, denen Tanja Geld schickte. Seit einem Jahr lebt Tanja legal in Italien und kann ihre Töchter besuchen.
Fast jedes dritte Kind wächst ohne Vater oder Mutter in der Republik Moldau auf. Manche der Zurückgelassenen sehen ihre Eltern Monate oder auch Jahre nicht. Für Besuche reicht das Geld nicht aus, das die Eltern in der Ferne verdienen (Fotografin: Andrea Diefenbach, Deutschland, Freie Fotografin).
Tschetschenien: Zurück zur Religion
Amina Mutieva, 21, Studentin an der Islamischen Universität Grozny, betet in einem Gebetsraum für Frauen. Das Regime des Präsidenten Ramzan Kadyrov forciert die Rückbesinnung auf islamische Traditionen. Diesen religiösen Einfluss auf das Leben von heranwachsenden Mädchen versucht die russische Fotografin Diana Markosian, die in den USA lebt, in einer siebenmonatigen Reportage einzufangen (Fotografin: Diana Markosian, Russland, Getty Images emerging photographers).
Indien: Die Katastrophe von gestern ist das Drama von heute
Die Mutter hält ihre dreijährige Tochter Zubin in den Armen, die ein Opfer der Chemiekatastrophe im indischen Bhopal wurde. Auch heute noch, fast 30 Jahre später, finden sich hochgiftige Überreste aus der Explosion in Boden und Grundwasser. Niemand fühlt sich für die Sanierung des Industriegeländes zuständig.
In einem Werk des US-Chemiekonzerns Union Carbid traten im Dezember 1984 im indischen Bhopal aufgrund technischer Pannen, nicht zuletzt verursacht durch Sparmaßnahmen, mehrere Tonnen giftiger Stoffe in die Atmosphäre. Tausende Menschen starben an den unmittelbaren Folgen. Unzählige erblindeten, erlitten Hirnschäden, Lähmungen, Lungenödeme, Herz-, Magen- und Leberleiden (Fotograf: Alex Masi, Italien, Agentur Corbis Images).
Großbritannien: Mein Körper gehört mir
Seit ihrem 15. Lebensjahr lässt sich die 17-jährige Nancy* Botox spritzen. Ein Nervengift, das die Fähigkeit hat, Falten zu glätten. Die 16-jährige Peggy* hat sich bei einem Chirurgen für eine Brustvergrößerung angemeldet. Und der gleichaltrige David* wurde durch eine Geschlechtsumwandlung zur Frau. Ab wann dürfen oder sollen Jugendliche ein Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper haben? Dieser Frage ging die Fotografin Michelle Sank nach (Fotografin: Michelle Sank, UK, Freie Fotografin).
*Namen geändert
Ghana: Kinder der Hexen
Der Großvater von Jumma (6) wurde als Hexer beschuldigt. Aus Angst vor Verleumdungen und Gewalt floh die Familie nach seinem Tod in ein "Hexencamp“ im Norden Ghanas. In dem Camp ohne Wasser und Strom lebt eine Gruppe von als Hexen stigmatisierte Frauen mit ihren Kindern (Fotografin: Ǻsa Sjöström, Schweden, Agentur Moment).
Türkei: Beschneidungsriten
"Sünnet" ist das türkische Wort für Beschneidung. Neben der Hochzeitsfeier und dem Militärdienst ist es das größte gesellschaftliche Ereignis im Leben eines türkischen Mannes. Wochenlang bereiten sich Familie und Freunde auf diesen Tag vor, an dem die Jungen wie Prinzen ausstaffiert werden. Doch wenn nach der Beschneidungszeremonie die lokale Betäubung nachlässt, zeigen sich die Schmerzen in Gesicht und Haltung der Jungen (Fotograf: Christian Werner, Deutschland, Agentur Laif).

Navigieren mit Tastaturpfeilen möglich
Mehr aus der Rubrik "Frauen"
BRIGITTE im Abo
Jetzt bis zu 30% sparen
und Geschenk sichern