Internationaler Aktionstag

Welt-Mädchentag: Gemeinsam für eine bessere Zukunft

Armut, Zwangsheirat, Menschenhandel - immer noch haben Mädchen weltweit mit Unrecht zu kämpfen. Tun wir etwas dagegen!

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Welt-Frauentag, Welt-Kindertag - reicht das nicht? Brauchen wir noch einen Welt-Mädchentag? Ja, meint das Kinderhilfswerk Plan International, das vor acht Jahren die Kampagne "Because I am a Girl" startete und schon damals begann, sich für einen eigenen internationalen Aktionstag einzusetzen. Denn Mädchen seien zwar stark und könnten zu "Motoren" ihrer Gesellschaft werden - doch dafür müssten sie auch ihre Rechte wahrnehmen können. Und daran werden sie vor allem in Entwicklungsländern immer noch zu oft gehindert, wie auch der Film von Plan International zeigt, in dem prominente Unterstützer wie Ulrich Wickert oder die Schauspielerin Freida Pinto zu Wort kommen.

Für die Diskriminierung von Mädchen gibt es leider genug Beispiele. So ist in manchen Ländern Asiens die Praktik weit verbreitet, weibliche Föten abzutreiben, weil die Familien einen Sohn bevorzugen. Mädchen wird also schon ihr Grundrecht verweigert, überhaupt geboren zu werden. Sie werden auch seltener in ein Geburtenregister eingetragen als Jungen. Mit fatalen Folgen, denn ohne Geburtsurkunde sind sie quasi unsichtbar, können grundlegende Rechte nicht wahrnehmen und werden leichter Opfer von Menschenhändlern, da man ihre Spur nicht verfolgen und die Täter kaum belangen kann.

Pro Jahr werden zudem zehn Millionen Mädchen zwangsverheiratet. Das bedeutet, dass etwa alle drei Sekunden ein Mädchen irgendwo auf der Welt gegen ihren Willen verheiratet wird. Und ein weiteres Problem mit langfristigen Folgen: Weltweit gehen rund 75 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Etwa ein Drittel aller Mädchen ist von Sekundarbildung, also der Möglichkeit, eine weiterführende Schule zu besuchen, völlig ausgeschlossen. Das ist nicht nur ein Nachteil für die Mädchen selbst: Studien haben gezeigt, dass Förderung von Mädchen ein Schlüssel zur nachhaltigen Reduzierung von Armut ist. Wenn beispielsweise ein Prozent mehr Mädchen zur Sekundarschule gehen, wächst das Bruttoinlandsprodukt eines Landes um 0,3 Prozent.

Auf all diese Probleme soll der Internationale Mädchentag, der auf die Initiative von Plan International von den Vereinten Nationen eingerichtet wurde, aufmerksam machen. In Berlin wird heute mit einem bunten Programm gefeiert. Viele Prominente unterstützen die Aktion, und auch wir finden: Es wird höchste Zeit, dass benachteiligte Mädchen mehr (Be-)Achtung finden.

Weitere Infos zum Welt-Mädchentag und zu den Möglichkeiten, Mädchen zu helfen unter www.plan-deutschland.de

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  • Artikel vom 10.10.2012
  • Video: Plan International
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