Naturfotografie
Europas Urwälder: Ein Baumtraum
Man muss gar nicht weit reisen, um grandiose Urwälder zu sehen. In fast allen Ländern Europas gibt es sie noch: wilde Waldlandschaften, in denen Pflanze und Tier nahezu ungestört leben können. Der Fotograf Markus Mauthe hat die Schönheit dieser Lebensräume mit der Kamera eingefangen.
Finnland gehört immer noch zu den waldreichsten Ländern der Welt. Urwälder gibt es hier vor allem im nördlichen Teil, in Lappland. Der typische Baum des Nordens ist die Kiefer, die auch auf nährstoffreichen Böden wächst.
Unglaubliche Begegnung: In den geschützten Wäldern im finnisch-russischen Grenzgebiet leben heute noch wilde Wölfe ...
... und sogar die scheuen Braunbären fühlen sich hier wohl. Um zu vermeiden, dass die Bären in den kargen Wintermonaten die Wälder verlassen, werden sie in dieser Zeit mit ausgelegtem Lachs versorgt.
Morgennebel im Krokar-Urwald: Der Süden Sloweniens ist dünn besiedelt. Gut für die Natur, die sich in der bergigen Landschaft ungestört entfaltet.
Grüner Pelz: Der Lorbeerwald auf der Kanareninsel La Gomera gilt als der größte noch zusammenhängende Lorbeerwald der Welt. Die wild durcheinander wachsenden Stämme sind wegen des subtropischen feuchten Klimas mit dichtem Moos bewachsen.
Während die meisten Waldgebiete Südeuropas abgeholzt wurden, haben hoch in den Bergen Korsikas noch wilde Wälder mit jahrhundertealten korsischen Schwarzkiefern überlebt.
Auch in Deutschland gibt es erhabene Landschaften: In dem unzugänglichen Sandsteingebirge der Sächsischen Schweiz wuchern urige Schluchtwälder.
Im "Kahlen Hardt", einem Wald an den Hängen des hessischen Edersees wachsen knorrige Traubeneichen. Man sagt, dass in dieser Gegend das Märchen um die "Sieben Zwerge" entstanden sei.
Obwohl fast ein Drittel der Schweiz bewaldet ist, sind echte Urwälder hier rar. Zirbelkiefern, die bis zu tausend Jahre alt werden können, wachsen auch in hohen Gebirgslagen. Weltweit gibt es 111 verschiedene Kiefernarten.
Gute Nachbarschaft: Für Eichhörnchen und Schwarzspecht sind Kiefern eine üppige Futterquelle. Der Nager hat es auf die Zapfen abgesehen, der Vogel auf die Insekten, die im Stamm wohnen.
Der Hallerbos-Wald in Belgien ist ein Kleinod umgeben von Autobahnen und Gewerbegebieten. Im Frühjahr ist der Boden dicht mit blühenden Hasenglöckchen bedeckt.
In Reih und Glied: Die heute vorherrschende Waldform in Mitteleuropa ist der monokulturelle Wirtschaftswald. Im Gegensatz zum Wildwuchs in Urwäldern wird hier totes Holz sofort entfernt, wodurch zahllosen Insekten der Lebensraum genommen wird. Schädlinge wie Borkenkäfer fühlen sich in der Monokultur hingegen richtig wohl.
Eine weitere Gefahr für die Baumwelt: Waldbrände. Besonders in Süd- und Osteuropa brennen jedes Jahr in den trockenen Sommermonaten tausende Hektar Wald ab.
Doch der Wald ist ein wundersamer Erneuerer: Auf den ersten Blick sehen viele Gebiete im Bayerischen Wald, wo der Borkenkäfer in den 90er Jahren besonders schlimm gewütet hat, bizarr und tot aus. Doch es entsteht bereits überall wieder neues Leben. Die Entscheidung der Förster, den Käfer nicht aktiv zu bekämpfen und den Wald sich selbst zu überlassen, hat sich als richtig erwiesen.
Die Fotos von Markus Mauthe, der zweieinhalb Jahre im Auftrag von Greenpeace durch Europas Wälder gereist ist, sind in dem Bildband "Europas wilde Wälder" erschienen. Wir verlosen fünf Exemplare, an alle, die unser Waldpuzzle lösen.
Zum Gewinnspiel
"Europas wilde Wälder", Markus Mauthe und Thomas Henningsen, Gebunden, 192 Seiten, mit 220 farbigen Abbildungen, 39,95 Euro
Karte: Die schönsten Wälder Deutschlands
Fotoshow: Einzigartige Orte, vom Klimawandel bedroht
Quiz: Was wissen Sie über Bäume?

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