Job und Familie
Selbständig mit Kind: Tipps für den Arbeitsalltag

Sie wollen sich selbständig machen? Business und Familie besser in Einklang bringen? Beraterin Kristine Kupferschmidt gibt Tipps, wie Sie sich und die Arbeit besser organisieren können.

Foto: Photodisc/Thinkstock

Wenn Mütter in den Beruf zurückkehren, finden sich viele in einer Sackgasse wieder. Die Aufgaben haben sich verändert, der Chef hat kein Verständnis für kranke Kinder, die Teilzeitarbeit verhindert Perspektiven.

Viele Mütter entscheiden sich daher für die Selbständigkeit. Der eigene Chef zu sein, von Zuhause aus zu arbeiten und selbst zu entscheiden, wie viel Arbeit die Familie verträgt, ist für die so genannten Mompreneure das ideale Arbeitsmodell.

Kristine Kupferschmidt

Kristine Kupferschmidt

Foto: privat

Doch das Modell hat auch seine Tücken, weiß Beraterin Kristine Kupferschmidt aus eigener Lebenserfahrung: Sie hat zwei Kinder und arbeitet seit 13 Jahren als Unternehmerin im Home Office. Sie weiß, wie viel Disziplin es erfordert, die Wäscheberge zu ignorieren und stattdessen am Telefon Kunden zu akquirieren. Unter dem Namen "Soloprenesse" hat sie sich darum auf die Beratung von Selbständigen mit Kindern spezialisiert.

Kostenlose Beratung im Forum:
Vom 9. bis zum 22. Dezember 2013 hat Kristine Kupferschmidt Ihre Fragen zum Thema in der BRIGITTE-Community beantwortet.

Hier können Sie die Beratung nachlesen.

Selbständig mit Kind: Tipps für den Joballtag

1. Arbeiten Sie für Ihr Business, nicht nur im Business
Investieren Sie täglich 30 Minuten in die Akquise. Egal, ob Sie Ihr soziales Netzwerk systematisch aufbauen oder Kundenadressen recherchieren oder Werbebriefe schreiben. Sie sollten jeden Tag dafür sorgen, dass neue Aufträge kommen, auch wenn Sie gerade gut zu tun haben.

2. Sie müssen nicht alles selbst machen
Delegieren Sie alles, was Sie nicht unbedingt selbst erledigen müssen. Zum Beispiel Buchhaltung, Adress-Recherche, Webseiten-Programmierung oder Newsletter-Versand. Alle Aufgaben, die gut gebriefte Personen schneller, besser, preiswerter und lieber erledigen als Sie, können Sie abgeben.

Hilfreiche Seiten im Netz:
FreeDays, die Agentur für persönliche Assistenz
Mein virtueller Aisstent
Strandschicht: Virtuelle Assistenten für Verwaltung, Recherche, Datenbanken und mehr

3. Das hilft gegen die Einsamkeit
Suchen Sie sich in Ihrem Netzwerk drei oder vier andere Solo-Unternehmerinnen, mit denen Sie ein Erfolgsteam bilden möchten. Alle zwei oder vier Wochen treffen Sie sich zu einem echten oder einem Online-Meeting und tauschen sich zu aktuellen Themen und Fragen aus. Sie lernen viel voneinander, motivieren sich gegenseitig und geben sich Feedback.

Hilfreiche Seiten im Netz für die Organisation von Online-Meetings:
www.dozeo.de oder www.cliqmeet.com

4. Strukturieren Sie Ihren Tag
Wer von Zuhause aus arbeitet, läuft Gefahr sich zu verzetteln. Eben mal eine Ladung Wäsche machen, die Küche aufräumen und dann wieder am Projekt weiterarbeiten - das führt dazu, dass Sie irgendwann das Gefühl haben, nichts richtig hinzukriegen. Viele Gründer glauben, dass es im Home Office schwieriger ist, überhaupt ins Arbeiten zu kommen. Dabei liegt die Schwierigkeit darin, mit dem Arbeiten aufzuhören.

Tipps für Ihre Arbeitszeit:

• Die letzte Tätigkeit des Tages ist die Planung für den kommenden Tag. Schreiben Sie auf, was zu tun ist, wie viel Zeit Sie für jede Aufgabe vergeben und setzen Sie klare Prioritäten.
• Beginnen Sie am Morgen mit der Aufgabe, die die größte Auswirkung auf Ihr gewünschtes Ergebnis hat. Beherzigen Sie dabei die so genannte Pareto-Regel: 20 Prozent der Aufgaben liefern 80 Prozent des Ergebnisses, 80 Prozent der Aufgaben liefern nur 20 Prozent. (Buchtipp: "Eat that Frog" von Brian Tracy, Gabal Verlag)
• Gönnen Sie sich festgelegte Pausen, trinken Sie etwas und atmen Sie tief durch, um zu entspannen. Ignorieren Sie Ihren Haushalt.
• Akzeptieren Sie, wenn Ihr Tag länger wird. Am Abend lassen sich noch Arbeiten erledigen, für die man Ruhe, aber nicht unbedingt große Konzentration braucht.
• Oft gibt es in Familien Missverständnisse wegen Terminen. Wer einen zentralen Kalender in der Cloud pflegt, der sich automatisch mit allen Geräten synchronisiert, macht sich das Leben leichter.
• Sie müssen noch etwas erledigen, obwohl Ihre Kinder um Sie herumspringen? Versuchen Sie, mit ihnen Büro zu spielen. Ein kleiner Tisch, ein bemalter Karton als Notebook, Tesafilm, viel Papier, Buntstifte und ein altes Handy verschaffen Ihnen eine gute Stunde Zeit für leichte, aber dringende Arbeiten.

Und denken Sie daran: Arbeitszeit ist Arbeitszeit, Familienzeit gehört der Familie, Paarzeit ist nur für Sie beide. Nur so können alle zufrieden sein. Wenn es den Eltern gut geht, sind die Kinder zufrieden und machen alles mit.

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