Exklusiv: Steuertipps für BRIGITTE-Leserinnen

Sie haben uns Ihre Fragen geschickt - KONZ-Steuerexpertin Sabine Himmelberg hat nun für Sie eine Reihe praktischer Steuertipps zusammengestellt!

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Schulgeld und Studiengebühren

Kann man auch Studiengebühren wie Schulgeld von der Steuer absetzen?

Schulgeldzahlungen und Studiengebühren können Sie unter bestimmten Voraussetzungen als Sonderausgaben abziehen. Allerdings gelten für diese beiden Arten von Ausgaben im Steuerrecht völlig verschiedene Regelungen.

Schulgeldzahlungen (z. B. für Ersatzschulen, Ergänzungsschulen oder Schulen in privater Trägerschaft) stellen grundsätzlich Sonderausgaben dar. Sie können 30 % des Schulgeldes, allerdings rückwirkend zum 1.1.2008 nur bis zu einem Höchstbetrag von 5.000 Euro, als Sonderausgaben abziehen. Diese Änderung des § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG geht auf das Ende 2008 verabschiedete Jahressteuergesetz 2008 zurück.

Auch Schulgeldzahlungen an Auslandsschulen sind abziehbar, sofern sich diese in den Staaten der EU bzw. des europäischen Wirtschaftsraums befinden. Handelt es sich um deutsche Schulen im Ausland, ist auch der Schulbesuch in Nicht-EU-Staaten begünstigt. Das Schulgeld kann rückwirkend ab 2008 auch für berufsbildende Abschlüsse als Sonderausgaben abgezogen werden. Vom Schulgeldabzug ausgeschlossen sind allerdings die zum Erwerb von Fachhochschul- und Hochschulabschlüssen zu zahlenden Studiengebühren geblieben.

Der Staat fördert die Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung (erste Ausbildung, Erststudium, Besuch allgemein bildender Schulen) durch die Möglichkeit des Sonderausgabenabzugs bis zu einer Höhe von maximal 4.000 Euro im Jahr.

Ein Sonderausgabenabzug kann sich allerdings nur dann bemerkbar machen, also die Steuerlast abmildern, wenn im jeweiligen Jahr steuerpflichtige Einkünfte erzielt worden sind, die über dem Grundfreibetrag der Einkommensteuertabelle liegen. Bei Ledigen sind das 7.664 Euro. Wird diese Grenze überschritten, ist die Palette der abzugsfähigen Kosten allerdings breit und reicht von Fachliteratur über Prüfungsgebühren bis zu Fahrtkosten.

Praktika werden steuerlich wie das Studium oder die Ausbildung beurteilt, in dessen bzw. deren Rahmen sie geleistet werden. Im Fall eines Erststudiums oder einer ersten Ausbildung werden die Kosten also als Sonderausgaben anerkannt.

Aufwendungen für private Weiterbildungen sind als Kosten der privaten Lebensführung steuerlich leider nicht absetzbar.

Tipp zum Kindergeld/zu den Kinderfreibeträgen: Bei Studenten zählen die Finanzämter von sich aus Studiengebühren zu den abziehbaren besonderen Ausbildungskosten, nicht aber übliche Semester- oder Rückmeldegebühren.Nach Ansicht des Finanzgerichts Düsseldorf (Urteil vom 16.4.2008) handelt es sich bei Semestergebühren sehr wohl um besondere Ausbildungskosten, die bei der Berechnung des Jahresgrenzbetrags in Abzug zu bringen sind. Ob diese steuerzahlerfreundliche Auffassung Bestand haben wird, muss der Bundesfinanzhof im anhängigen Revisionsverfahren abschließend entscheiden. Bis dahin sollten Sie ggf. auch übliche Semester- oder Rückmeldegebühren geltend machen (§ 32 Abs. 4 Satz 5 EStG).

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